Das Frankfurter Kreuz

Deutschland Frankreich 1997/1998 Spielfilm

Inhalt

Während die Massen dem neuen Millennium entgegenfeiern, spürt man im "Frankfurter Kreuz", großstädtischer Kiosk und Eckkneipe, nur wenig von der Besonderheit des Sylvester 1999. Zufällig Gestrandete, Flüchtende und Stammgäste kommen und gehen im Lokal von Wirt Walter, führen Thekengespräche, resümieren, verzweifeln und leben auf. So wie Stammkunde Harry, der durch die Begegnung mit einer unbekannten Blonden von seinen Selbstmordabsichten ablässt. Während der knappen Stunde Filmzeit bleibt die Kamera fast ausschließlich im "Frankfurter Kreuz", und folgerichtig endet der Film, wenn Walter den Kiosk schließt.

Die episodisch angelegte Milieustudie entstand als deutscher Beitrag für die arte-Kollektion "Jahrtausendwende" nach einem Hörspiel von Jörg Fauser.

 

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Heinz17herne
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Das „Frankfurter Kreuz“ ist ein Kiosk mit Ausschank-Lizenz und Mikrowellen-Gastronomie. Der 31. Dezember 1999 ist für den ehemaligen Fernfahrer Walter, daher der außergewöhnliche Name für sein „Büdchen“, und seine Gäste ein Tag wie jeder andere. Zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, warten sie nicht mehr auf ein Wunder, und ein christliches schon gar nicht. So hat Manni, der schon wieder arbeitslos ist, ein kleines Problem mit Stammgast Roswitha, während sich Herr Faltermann auf der Flucht vor der Tristesse der eigenen vier Wände befindet. Sogar die Ärztin, die auf dem Weg zum Dienst bei Walter vorbeischaut, wüsste nicht, was es zu feiern geben sollte. Obwohl sich also offenbar keiner von ihnen auf die „Nacht der Nächte“ einlassen will, passiert es am Ende doch, das Wunderbare. Wer wie Harry alle Kneipen der Gegend kennt und regelmäßig ins „Frankfurter Kreuz“ geht, weiß, auf was er sich einlässt...

Der semi-dokumentarische Film, ursprünglich entstanden für die Arte-Filmreihe „Silvester 2000“ („Célébration de l' an 2000“) und daher nur eine knappe Stunde lang wie alle anderen neun Beiträge, lief nach der Uraufführung auf der Berlinale nur kurz in den Programmkinos, bevor er am 27. November des gleichen Jahres bereits auf „Arte“ erstmals im Fernsehen gezeigt wurde. „Das Frankfurter Kreuz“ basiert auf dem Hörspiel „Für eine Mark und acht“ von Jörg Fauser, einer Milieustudie in breitem Hessisch. Und es wäre von Interesse zu erfahren, wie diese so typische, weil unverwechselbare deutsche Mundart für die La Sept-Version unter dem Titel „Francfort – Fin De Siecle“ ins Französische übertragen worden ist.

Nachtgestalten im Frankfurter Kneipen-Kiez, darunter einige Überraschungen wie Christina Kruse als junger blonder Engel, Hans-Michael Rehberg als „Mann mit dem Gummibaum“ sowie Helmut Semmet und Stefan Vogel als zwei Polizisten, die auf der Suche nach einem aus dem Zoo ausgebrochenen Gorilla vorbeischauen. Es ist eine „kaputte Szene“, die sich zu nächtlicher Stunde in Walters Bude trifft und über Gott und die Welt philosophiert. Dabei spielt, um zwei Jahre vorweggenommen, die Jahrtausendwende eine explizite Nicht-Rolle: Das Ereignis geht die Protagonisten nichts an. Und überhaupt: Walter hat seiner Erika versprochen, den Kiosk früher zu schließen und ausnahmsweise den Jahreswechsel mit ihr im Kreis der Familie zu feiern...

Romuald Karmakar, dem mit „Der Totmacher“ ein Überraschungscoup gelang, erweist sich als Meister des stillen, häufig auch stummen Porträts. Seine respektvolle Haltung gegenüber den Menschen, sämtlich Gestrandete der hessischen Metropole, aus der auch der Regisseur stammt, macht diesen übrigens in Köln und Düsseldorf gedrehten Film, der Film- und Medien Stiftung Nordrhein-Westfalen sei gedankt, so sehenswert gerade abseits aller spektakulären, von der Kamera Fred Schulers ins beste Licht gerückten Szenen.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

Material-Assistenz

Standfotos

Kamera-Bühne

Szenenbild

Innenrequisite

Kostüme

Schnitt-Assistenz

Ton-Schnitt

Synchron-Ton-Schnitt

Ton-Assistenz

Mischung

Darsteller

Associate Producer

Produktionsleitung

Geschäftsführung

Dreharbeiten

    • 1997: Ruhrgebiet (?) [Herbst (?)]
Länge:
56 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 17.02.1998, Berlin, IFF - Panorama;
TV-Erstsendung (DE FR): 27.11.1998, Arte

Titel

  • Originaltitel (DE) Das Frankfurter Kreuz
  • Originaltitel (FR) Francfort - Fin de Siècle

Fassungen

Original

Länge:
56 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 17.02.1998, Berlin, IFF - Panorama;
TV-Erstsendung (DE FR): 27.11.1998, Arte