Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Deutschland 2024/2025 Spielfilm

Summary

The Hero of Friedrichstraße Station

Adaptation of the novel of the same name by Maxim Leo. Michael Hartung, the owner of a hopelessly indebted video rental store in Berlin, receives an unexpected visitor one day: a journalist working on a report about the largest mass escape from East Germany on the occasion of the 30th anniversary of the fall of the Berlin Wall. During his research, the journalist discovers Hartung's name in old Stasi files. Allegedly, Hartung, as an employee of the East German railway at the time, orchestrated the escape of 127 people via the Friedrichstraße station. Initially, Hartung denies everything, but faced with a generous fee, he eventually gives in and confirms the story. Soon, he is celebrated as a hero in all the media. Of course, it’s only a matter of time before the web of lies and half-truths threatens to collapse. And then, Hartung falls in love with Paula, who, as a child, was on the S-Bahn train heading to West Berlin that he is said to have rerouted.

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Heinz17herne
Heinz17herne
„Opa-Zeit“ am Vormittag? Nicht für Micha Hartung, der in seiner Videothek „The Last Tycoon“ im Prenzlauer Berg nach durchzechten Nächten gerne bis in die Puppen schläft. Doch diesmal steht mit Alexander Landmann ein Redakteur des „Fakt“-Magazins vor der geschlossenen Tür, der so schnell nicht aufgibt. Ist er bei Recherchen für eine Sonderausgabe zum dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls doch in den Akten des Ministeriums für Staatssicherheit auf den seinerzeitigen stellvertretenden Stellwerkmeister am Bahnhof Friedrichstraße gestoßen und wittert die einmalige Chance einer großen Story, die ihn bei seinem Chef (Arnd Klawitter) wieder ins Gespräch bringt.

Micha, dessen Geschäfte durch die Streaming-Portale immer schlechter laufen, versteht sich darauf, den Preis für die Geschichte von 400 auf 2.000 Euro in bar hochzuschrauben, wohl wissend, dass der Stasi-Oberleutnant Fritz Teubner die Akte „Totes Gleis“ seinerzeit manipuliert hat. Bald zum „ostdeutschen Oscar Schindler“ hochstilisiert gewinnt Micha selbst in den Augen seiner Tochter „Lenchen“ Natalie an Reputation: Er soll am frühen Morgen des 23. Juni 1984 bewusst eine Weiche falsch gestellt haben, sodass 127 Fahrgäste aus dem Ostteil der Stadt unverhofft in West-Berlin landeten.

An der reißerisch aufgemachten Titelstory Landmanns stimmt eigentlich nur, dass Micha Hartung nach zweitägiger Haft im gefürchteten Stasi-Knast Hohenschönhausen vor fast 35 Jahren unterschreiben musste, niemals ein Wort über die wahren Ereignisse zu verlieren. Weil in unserer medialen Zeit nur die „Emotionalität der Fakten“ zählen, muss Micha tunlichst verschweigen, niemals gefoltert worden zu sein und im Grunde auch gar nicht unter dem DDR-Regime gelitten zu haben. So wird Micha bis hin zum Bundespräsidenten herumgereicht und landet schließlich bei Mona Schönbaum in ihrer populären Live-Talkshow „Mona am Abend“ an der Seite solcher prominenter Ossis wie Eiskunstlauf-Star Kati Witt. Im Publikum verfolgt die Staatsanwältin Paula Kurz die immer ausschweifenderen Erzählungen Michas mit wachsender Spannung: Saß sie doch als kleines Mädchen in besagter S-Bahn, was ihr bisheriges Leben damals völlig auf den Kopf gestellt hat.

Sie gibt sich nach der Sendung gegenüber ihrem „Retter“ zu erkennen – und Micha ist sicher, seiner Traumfrau gegenüberzustehen. Nie hätte er es für möglich gehalten, dass sich diese erfolgreiche, kluge und witzige Intellektuelle für einen einfachen Mann wie ihn interessieren könnte – und fühlt sich wie im siebten Himmel. Weshalb er glatt die schmachtenden Blicke seiner Nachbarin Beate übersieht. Nun soll seine Geschichte sogar als TV-Serie mit Alex Allonge in der Hauptrolle verfilmt werden. Die Wende kommt mit dem Angebot, im Deutschen Bundestag die Rede am Mauerfall-Gedenktag zu halten. Dafür war eigentlich der Bürgerrechtler Harald Wischnewsky vorgesehen, der sich nun seiner enttäuschten Gattin Sybille erklären soll, wofür es keine Erklärung gibt. Doch die Rettung naht in Person von Holger Röslein vom „Dokumentationszentrum Unrechtstaat DDR“…

„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“, u.a. in Berlin gedreht, wobei der Reichstag und das Schloss Bellevue, der Sitz des Bundespräsidenten, tabu waren, ist eine herzenswarme Komödie über Geschichte als Mythos, die Tücken deutscher Erinnerungskultur und das Leben als Spiel des Erinnerns, Vergessens und Erfindens. Das höchst unterhaltsame Lehrstück über die Hierarchie der Geschichtsschreibung ist die Adaption des im März 2022 erschienenen gleichnamigen Romans von Maxim Leo – und zugleich der letzte Film von Wolfgang Becker, der mit „Good bye, Lenin!“ Kinogeschichte geschrieben hat und kurz nach Sichtung der ersten Rohschnittfassung verstorben ist.

Weshalb Beckers künstlerische Wegbegleiter, Regisseur Achim von Borries und Produzent Stefan Arndt, den Film, der virtuos mit den Zeitebenen spielt, in Wolfgang Beckers Sinne zu Ende gebracht haben. Mit einem außerordentlichen Cast, der noch einmal langjährige Ensemblemitglieder von Wolfgang Becker vor der Kamera Bernd Fischers versammelt.

Produzent Stefan Arndt im X-Filme-Presseheft: „Etwa ein Dreivierteljahr vor Drehbeginn gab es ein Gespräch zwischen Wolfgang Becker und mir, und es war klar, dass er den Krebs nicht mehr besiegen werden würde. Er hatte zwei Möglichkeiten: Die erste war, noch einmal an die schönsten Orte zu reisen, die er auf der Welt kannte – und er kannte sehr viele, sehr, sehr schöne Orte. Die zweite: Er macht noch einmal einen Film. Ich sagte ihm, dass ich im ersten Fall wenig für ihn tun könnte, sollte er sich aber für die zweite Möglichkeit entscheiden, würde ich es mit ihm zusammen durchziehen. Was eigentlich vollkommen unmöglich war: Ich habe noch nie einen Film mit einer so kurzen Vorbereitungszeit gemacht, bei dem die Finanzierung – auch aufgrund des Gesundheitszustands des Regisseurs – so schwierig sein würde.“

Pitt Herrmann

Credits

Director

Director of photography

Editing

Cast

All Credits

Director

Assistant director

Director of photography

Camera operator

Assistant camera

Steadycam operator

Still photography

Lighting design

Key grip

Property master

Editing

Assistant editor

Sound editor

Foley artist

Casting

Cast

Co-Producer

Producer (TV)

Line producer

Unit production manager

Production coordinator

Original distributor

Shoot

    • Oktober 2024 - November 2024: Leipzig, Berlin und Umgebung
Duration:
113 min
Format:
DCP, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 29.10.2025, 274260, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 11.12.2025

Titles

  • Originaltitel (DE) Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Versions

Original

Duration:
113 min
Format:
DCP, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 29.10.2025, 274260, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 11.12.2025