Udo Kier
Quelle und © NDR/Romano Ruhnau
"4 gegen Z" (TV-Serie, 2007)
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Udo Kier wird am 14. Oktober 1944 in Köln geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre in der Werkzeugbranche arbeitet er zunächst beim Automobilhersteller Ford am Fließband. Wenig später reist Kier nach London, wo er Sprachunterricht nimmt und sein erstes Filmangebot erhält: "The Road to St.Tropez" (1966) ist das Leinwanddebüt Kiers, der fortan auch als Fotomodell für diverse Zeitschriften gebucht wird.
Ebenfalls zu seinen Filmanfängen gehört ein Auftritt in dem spekulativen Exploitation-Film "Hexen bis aufs Blut gequält", der aufgrund seiner für damalige Verhältnisse äußerst expliziten Gewaltdarstellungen auffällt. Früh entwickelt sich Kier zum Kosmopoliten und lebt dort, wo er ein Engagement findet. Nach einer zufälligen Begegnung mit dem Factory-Filmemacher Paul Morrisey übernimmt er die Titelrollen in den Warhol-Produktionen "Frankenstein" (1973) und "Dracula" (1974), die Kier endgültig im Underground- und Arthouse-Kino bekannt machen.
Es folgen Rollen in weiteren europäischen Filme, darunter "L"histoire d"O" (1975) und Dario Argentos Horrorreißer "Suspiria" (1977). 1977 dreht er jedoch in Deutschland: In "Bolwieser" von Rainer Werner Fassbinder wirkt er nicht nur als Darsteller mit, sondern übernimmt auch die Regie-Assistenz. Unter Fassbinder soll er später immer wieder spielen, so etwa in "Lola" und "Lili Marleen".
Kier ist mittlerweile ein vielbeschäftigter Schauspieler, der unbeschadet – und manchmal für den Zuschauer sichtbar amüsiert – zwischen Autorenfilm und oftmals reißerischen Genreproduktionen pendelt. 1986 markiert "Egomania" seine erste Zusammenarbeit mit dem Regieprovokateur Christoph Schlingensief, in dessen folgenden Arbeiten Kier zum illustren Stammpersonal gehört.
Eine weitere wichtige Konstante in seiner Laufbahn werden die Filme Lars von Triers, der Kier erstmals in "Epidemic" besetzt. Kier wirkt seitdem in fast allen Arbeiten des dänischen Filmemachers mit, wobei insbesondere seine eindrucksvollen Auftritte in "Europa", der gefeierten Gruselserie "Kingdom" und dem Musical-Melodram "Dancer in the Dark" für Aufsehen sorgen.
Durch seine Mitwirkung in Gus van Sants "My Own Private Idaho" gelingt Udo Kier Anfang der 1990er Jahre zudem der Durchbruch in den USA. Fortan ist er in Hollywood als charismatischer Nebendarsteller gefragt, wobei er neben aufwändigen Blockbuster-Produktionen wie "Armageddon" und "Blade" auch weiterhin Zeit für schrille B- und C-Filme aus dem Science-Fiction und Horror-Genre findet. Im deutschsprachigen Raum spielt er in diesen Jahren in der TV-Kinderserie "4 gegen Z" und der Historienfilmparodie "Tell".
Auch bei seinen folgenden Filmen wechselt Kier beständig zwischen B-Movies, künstlerisch ambitionierten Projekten und soliden Unterhaltungsfilmen: So spielt er den Bösewicht in Uwe Bolls trashiger Videospiel-Adaption "Far Cry", hat einen selbstironischen Auftritt in Til Schweigers "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde", gibt einen fiesen Chauffeur in Oskar Roehlers "Lulu & Jimi" und bereichert Fatih Akins Kiez-Komödie "Soul Kitchen" und Dani Levys Filmbusiness-Satire "Das Leben ist zu lang" mit kleineren, aber prägnanten Rollen. Und Udo Kier bleibt auch weiterhin überaus produktiv. Allein für 2011 sind vier neue Filme mit ihm angekündigt.
Neben seiner erfolgreichen Filmkarriere bleibt Udo Kier stets ein Renaissancemensch: Er wirkt an Buchpublikationen mit, hält Vorlesungen und beschäftigt sich intensiv mit allen Formen der Kunst.
Udo Kier lebt in den USA und Europa.


