Maria Schell

Maria Schell

Weitere Namen: Maria Margarete Anna Schell (Geburtsname)
Darstellerin, Produzent
*15.01.1926 Wien, Österreich; †26.04.2005 Preitenegg, Kärnten, Österreich

Biografie

Maria Margarete Anna Schell wird am 15. Januar 1926 in Wien geboren. Die Tochter der Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg (1905–1995) und des Dichters Hermann Ferdinand Schell (1900–1972) hat drei Geschwister: Carl, Maximilian und Immy Schell, die später ebenfalls als Schauspieler tätig werden.

Ihren ersten Bühnenauftritt hat Maria mit sieben Jahren in der Urania in Wien. Die Familie Schell wohnt in den 1930er Jahren zunächst abwechselnd auf ihrer Alm in Preitenegg/Kärnten und in der Stadtwohnung in Wien. 1938, kurze Zeit nach dem "Anschluss" Österreichs ans Deutsche Reich, geht der den Nationalsozialisten gegenüber kritisch eingestellte Hermann Ferdinand Schell mit Frau und Kindern in die Schweiz. Die Familie trennt sich vorübergehend. So wird Maria Schell auf eine Klosterschule im elsässischen Colmar geschickt, doch nach Kriegsbeginn darf sie bei den Eltern in Zürich bleiben.

Mit 14 Jahren beendet Maria Schell ihre reguläre Schulkarriere und absolviert für anderthalb Jahre eine kaufmännische Ausbildung. Bereits 1942 gibt sie ihr Filmdebüt neben Heinrich Gretler und ihrer Mutter in dem Melodram "Steibruch". Nach dreimonatigem Besuch einer Schauspielschule erhält sie 1942 ein Engagement am Rudolf-Bernhard-Theater in Zürich, 1944/45 steht sie beim Städtebund-Theater Biel-Solothurn unter Vertrag, 1946/47 am Stadttheater Bern sowie am Schauspielhaus Zürich.

1947 geht sie nach Wien an das Theater in der Josefstadt. Fortan arbeitet sie unter dem Namen Maria Schell und wird kurz darauf von Karl Hartl für seine erste Nachkriegsregie, "Der Engel mit der Posaune", verpflichtet. An der Seite von Attila Hörbiger spielt sie anschließend die weibliche Hauptrolle in "Maresi".

Gustav Ucicky ist Maria Schells Regisseur beim Nachkriegsdrama "Nach dem Sturm". Als Sir Alexander Korda eine englischsprachige Version von "Der Engel mit der Posaune" drehen will, reist Maria Schell nach Großbritannien. In den Shepperton-Studios entsteht "The Angel with the Trumpet" und Korda überredet Schell dazu, einen Siebenjahresvertrag bei ihm zu unterschreiben. Bis 1955 entstehen jedoch nur drei weitere Schell-Filme in England, darunter "The Magic Box" über den britischen Filmpionier William Friese-Greene und "So Little Time".

Die Zahl ihrer britischen Filme bleibt auch begrenzt, weil Korda ihr bei ihrer deutschen Karriere keine Steine in den Weg legt: In Rudolf Jugerts Liebesdrama "Es kommt ein Tag" spielt sie vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eine junge Französin, die eine große Liebe mit einem deutschen Korporal verbindet. Als Korporal ist Dieter Borsche in seiner zweiten großen Filmrolle zu sehen. Deutschland hat nun ein Traumpaar und mit Schell einen gefeierten weiblichen Star, der 1950 sofort die populärste Schauspielerin wird.

Zusammen mit Borsche dreht sie in Folge den Arztfilm "Dr. Holl". Der Film wird mit sechs Millionen Kinobesuchern ein überwältigender Erfolg und Maria Schell erhält den ersten von insgesamt neun Bambis. Ein weiteres Traumpaar des deutschen Film bildet Schell gemeinsam mit O. W. Fischer: Filme wie "Bis wir uns wiederseh'n", "Der träumende Mund", "Solange du da bist" untermauern Schells Popularität und prägen ob ihres sentimentalen Grundtenors das Image vom "Seelchen" Maria Schell. Die Schauspielerin selbst kommentierte ihr damaliges Rollenbild sehr pointiert: "Niemand weint so schön und schnell wie im Film Maria Schell."

Mit ihrer eindrucksvollen Darstellung einer zwischen den Fronten aufgeriebenen deutschen Ärztin in Helmut Käutners Antikriegsfilm "Die letzte Brücke" weckt Maria Schell erstmals internationales Interesse: Bei den Filmfestspielen in Cannes wird der Film 1954 von der Jury ausgezeichnet, wobei Schell eine Ehrenvolle Erwähnung für ihre Leistung zuteil wird.

Es folgen Hauptrollen in den Gerhart-Hauptmann-Adaptationen "Die Ratten" von Robert Siodmak und "Rose Bernd" von Wolfgang Staudte. Literaturverfilmungen dreht Schell auch in Frankreich und Italien: "Gervaise "entsteht nach Zola, Viscontis "Le Notti Bianche" nach Dostoevskij.

"Gervaise" wird 1956 für den Auslands-Oscar nominiert. Dadurch nunmehr auch in Hollywood entdeckt, wird Maria Schell 1957 für die Rolle der Gruschenka in "The Brothers Karamazov" engagiert. Von M-G-M bekommt die Schweizerin einen Siebenjahresvertrag. Wenig später heiratet sie den Schauspieler und Regisseur Horst Hächler, den sie bei den Dreharbeiten zu "Die letzte Brücke" kennengelernt hat. Die Ehe, aus der 1962 Sohn Oliver hervorgeht, wird 1965 geschieden.

"The Brothers Karamazov" ist zwar in den USA erfolgreich, in Deutschland jedoch nicht. Die beiden folgenden US-Produktionen mit Maria Schell sind Western: In "The Hanging Tree" ist ihr Partner Gary Cooper, in "Cimarron" (1960) spielt sie an der Seite von Glenn Ford. Daneben wirkt Schell auch in Produktionen des US-Fernsehens mit.

In Deutschland übernimmt sie Rollen in Produktionen wie "Der Schinderhannes" mit Curd Jürgens oder "Das Riesenrad" mit O. W. Fischer. Gemeinsam mit ihrem Bruder Maximilian sowie Lilli Palmer und O. W. Fischer gründet Maria Schell die Star Allianz Filmproduktionsgesellschaft mbH. Nach Vorbild der United Artists will man künstlerisch wichtige Filme produzieren. Die Komödie "Zwei Whisky und ein Sofa" wird realisiert, andere, ambitioniertere Projekte kommen jedoch nicht über die Planungsphase hinaus.

Von 1964–68 steht Schell außer für die TV-Produktionen "Who has seen the Wind?" und "Nora oder ein Puppenheim" nicht vor der Kamera. Nora-Regisseur Veit Relin wird 1966 ihr zweiter Ehemann. Wenige Monate später wird die gemeinsame Tochter Marie-Theres, die auch Schauspielerin wird, geboren. Mit Relin konzentriert sich Maria Schell auf das Theater, doch realisiert das Paar auch einige gemeinsame Filmprojekte: "Chamsin", "Die Pfarrhauskomödie" und "So oder so ist das Leben".

Ab Ende der 1960er Jahre übernimmt Maria Schell häufig Neben- oder Gastrollen in Kinoproduktionen, die stark auf den Bekanntheitsgrad des Stars setzen. Dazu zählen ihre Auftritte in "Die Akte Odessa" (1974), in "Superman" (1977/78) und in "Schöner Gigolo, armer Gigolo" (1977/78). Auch in "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", Romy Schneiders letztem Film, wirkt Schell mit.

1984 markiert Hugh Brodys "1919" noch eine wichtige Hauptrolle in ihrer Kinokarriere, ansonsten ist Maria Schell in den 1980ern vorwiegend in TV-Produktionen präsent. Von 1987–91 ist sie der Star in der erfolgreichen ARD-Familienserie "Die glückliche Familie". 1995 spielt sie eine ihrer letzten Rollen, eine Äbtissin im Tatort-Krimi "Heilig Blut". Zu diesem Zeitpunkt hat Maria Schell bereits den Rückzug aus der Öffentlichkeit angetreten. Die Schauspielerin leidet unter privaten Rückschlägen und schweren seelischen und gesundheitlichen Problemen. Ihren letzten öffentlichen Auftritt hat sie im Februar 2002 bei der Weltpremiere von "Meine Schwester Maria", dem Dokumentarfilm ihres Bruders Maximilian Schell.

Maria Schell stirbt am 26. April 2005 auf der Familienalm in Kärnten an den Folgen einer Lungenentzündung.

Filmografie

2001/2002 Meine Schwester Maria
Mitwirkung
 
1998 Dr. Berg - Nur das Leben zählt
Darsteller
 
1996/1997 Eine unmoralische Frau: Aufstieg und Fall der Neuberin
Darsteller
 
1996 Alfredissimo
Mitwirkung
 
1996 Holger kommt!
Mitwirkung
 
1995/1996 Heilig Blut
Darsteller
 
1995 Der Clan der Anna Voss
Darsteller
 
1994 Ein Freund, ein guter Freund. Heinz Rühmann 1902-1994
Mitwirkung
 
1993 Wir aktiv: M. Schenz über Menschen
Mitwirkung
 
1992 Nach langer Zeit
Darsteller
 
1991 Mütter: Bis auf den heutigen Tag
Mitwirkung
 
1991 Zuhause mit Tele 5
Mitwirkung
 
1990/1991 Das letzte Wort / Le dernier mot
Darsteller
 
1990 Mosaik
Darsteller
 
1989 Showgeschichten
Darsteller
 
1989 Schmunzelgeschichten. Episode: Othello
Darsteller
 
1988 Sonntagsgespräch
Mitwirkung
 
1988 Wahlbekanntschaften: Der Pilot, der Pianist, der Filmstar
Mitwirkung
 
1988 Wortwechsel: Gero von Boehm im Gespräch mit Maria Schell
Mitwirkung
 
1987/1988 Herbst in Lugano
Darsteller
 
1987-1993 Eine glückliche Familie
Darsteller
 
1986 Kronen, Könner, Kavaliere: Die Schells
Mitwirkung
 
1986 Bunte-Talkshow: Die Stars, das Leben und der Tod. Karriere zwischen Glanz und Tragödie
Mitwirkung
 
1985/1986 Der träumende Mund oder Die Liebe des Filmvorführers
Darsteller
 
1985 Sie - er - es
Mitwirkung
 
1985 Maria Schell - Ein Porträt
Mitwirkung
 
1984/1985 1919
Darsteller
 
1984 Meine Lieblingsgeschichte
Mitwirkung
 
1984 Samson and Delilah
Darsteller
 
1983/1984 König Drosselbart
Darsteller
 
1983/1984 Der Trauschein
Darsteller
 
1983 Das Traumschiff. Marokko
Darsteller
 
1983 Auf los geht's los
Mitwirkung
 
1982/1983 Elisabeth von England
Darsteller
 
1982 Wenn die anderen feiern: Geschichten von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1982 Absender: Johann Wolfgang Goethe
Darsteller
 
1982 Und die Tuba bläst der Huber
Darsteller
 
1982 Der Besuch der alten Dame
Darsteller
 
1982 Absender: Gottfried August Bürger
Darsteller
 
1982 Inside the Third Reich
Darsteller
 
1982 Die schönsten Melodien der Welt
Mitwirkung
 
1982 Die Krimistunde [Folge 01]
Darsteller
 
1982 Heut abend
Mitwirkung
 
1981/1982 Frau Jenny Treibel
Darsteller
 
1981/1982 Die Spaziergängerin von Sans Souci
Darsteller
 
1981 Traumland Operette
Mitwirkung
 
1981 Wenn die anderen feiern: Geschichten von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1981 Alte Liebe
Darsteller
 
1981 Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre
Mitwirkung
 
1980-1982 Der Zerrissene
Darsteller
 
1980 Wenn die anderen feiern: Geschichten von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1980 Liebe bleibt nicht ohne Schmerzen
Darsteller
 
1980 Die Mars-Chroniken
Darsteller
 
1979-1981 Der Wald
Darsteller
 
1979 Der Thronfolger
Darsteller
 
1979 Wenn die anderen feiern: Geschichten von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1979 Hallo Peter!
Mitwirkung
 
1979 Christmas Lilies of the Field
Darsteller
 
1979 Moral
Darsteller
 
1979 Maria Schell: Meine Träne in eurem Knopfloch
Mitwirkung
 
1978/1979 Die erste Polka
Darsteller
 
1978/1979 Rückblende
Darsteller
 
1978 Wenn die anderen feiern: Geschichten von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1978 Superman
Darsteller
 
1978 Klavierkonzert
Darsteller
 
1977/1978 Schöner Gigolo, armer Gigolo
Darsteller
 
1977/1978 Spiel der Verlierer
Darsteller
 
1977 Wenn die anderen feiern: Geschichte von Sternen, Stars und einfachen Leuten
Mitwirkung
 
1977 A House in the Woods
Darsteller
 
1977 Bühne frei für Peter Weck
Mitwirkung
 
1977 Teletreff
Mitwirkung
 
1977 Die Schönheitsgalerie
Darsteller
 
1976 Teerosen
Darsteller
 
1976 New York, New York
Mitwirkung
 
1976 Voyage of the Damned
Darsteller
 
1976 The Pride and the Princess
Darsteller
 
1976 Yellow He
Darsteller
 
1976 Mein Kind. Lieder von und mit Anja Hauptmann
Mitwirkung
 
1976 Herzeleid und Tränenbäche - Eine feucht-traurige Revue
Mitwirkung
 
1976 Der Künstlerstammtisch
Mitwirkung
 
1976 ... ich küsse Ihnen 1000 mal die Hände
Mitwirkung
 
1976 Die Klempner kommen
Darsteller
 
1976 Treffpunkte - Das SWF-Unterhaltungsmagazin
Mitwirkung
 
1975/1976 Die verrückten Reichen
Darsteller
 
1975/1976 Die Heiratsvermittlerin
Darsteller
 
1975 Die Abrechnung
Darsteller
 
1975 Der "unanständige" Mozart
Mitwirkung
 
1974/1975 Die Ohrfeige
Darsteller
 
1974/1975 Change
Darsteller
 
1974/1975 Die Akte Odessa
Darsteller
 
1974/1975 Am Rande der Ereignisse
Darsteller
 
1974/1975 Das Konzert
Darsteller
 
1974 Die Kurpfuscherin
Darsteller
 
1974 Das Arsenschloß
Darsteller
 
1973-1976 So oder so ist das Leben
Darsteller, Produzent
 
1973 Assignment Vienna: So Long, Charlie
Darsteller
 
1973 Der Tod der Karin W.
Darsteller
 
1972/1973 Immobilien
Darsteller
 
1972 Marie
Darsteller
 
1972 Bitte Umblättern
Mitwirkung
 
1971/1972 Die Pfarrhauskomödie
Darsteller, Produzent
 
1971 Die keusche Susanne
Darsteller
 
1971 Willy und Lilly
Darsteller
 
1970-1973 Dans la poussiere du soleil
Darsteller
 
1970-1972 Chamsin
Darsteller
 
1969/1970 La Provocation
Darsteller
 
1969 Schrei vor dem Fenster
Darsteller
 
1969 Schwabinger Vorstadtbrettl
Darsteller
 
1969 Der Hexentöter von Blackmoor
Darsteller
 
1968/1969 Le Diable par la queue
Darsteller
 
1968 Die ungarische Hochzeit
Darsteller
 
1968 Der heiße Tod
Darsteller
 
1966 Mein Weihnachtswunschkonzert
Mitwirkung
 
1965 Nora oder Ein Puppenheim
Darsteller
 
1965 Who Has Seen the Wind?
Darsteller
 
1963 Zwei Whisky und ein Sofa
Darsteller
 
1963 L' Assassin connaît la musique
Darsteller
 
1962 Ich bin auch nur eine Frau
Darsteller
 
1961 Das Riesenrad
Darsteller
 
1960/1961 The Mark
Darsteller
 
1960 Cimarron
Darsteller
 
1960 Ninotchka
Darsteller
 
1959 Playhouse 90: For Whom the Bell Tolls
Darsteller
 
1959 What's My Line?. Game 3
Mitwirkung
 
1959 Raubfischer in Hellas
Darsteller
 
1958/1959 The Hanging Tree
Darsteller
 
1958 Der Schinderhannes
Darsteller
 
1958 Playhouse 90: Words from a Sealed-Off Box
Darsteller
 
1957/1958 Une vie
Darsteller
 
1957/1958 The Brothers Karamasov
Darsteller
 
1957 Le notti bianche
Darsteller
 
1957 Ungarn in Flammen
Sprecher
 
1956/1957 Rose Bernd
Darsteller
 
1956 Was bin ich?
Mitwirkung
 
1956 Liebe
Darsteller
 
1955/1956 Gervaise
Darsteller
 
1955 Die Ratten
Darsteller
 
1954/1955 Napoléon
Darsteller
 
1954/1955 Herr über Leben und Tod
Darsteller
 
1953/1954 Die letzte Brücke
Darsteller
 
1953 The Heart of the Matter
Darsteller, Synchronsprecher
 
1953 Tagebuch einer Verliebten
Darsteller
 
1953 So lange Du da bist
Darsteller
 
1952/1953 Der träumende Mund
Darsteller
 
1952 Bis wir uns wiederseh'n
Darsteller
 
1951/1952 So Little Time
Darsteller
 
1951 Der wunderbare Flimmerkasten
Darsteller
 
1950/1951 Dr. Holl
Darsteller
 
1950 Es kommt ein Tag
Darsteller
 
1949/1950 The Angel with the Trumpet
Darsteller
 
1948 Nach dem Sturm
Darsteller
 
1948 Maresi
Darsteller
 
1947/1948 Der Engel mit der Posaune
Darsteller
 
1942 Steibruch
Darsteller