Weitere Namen
Franz Eugen Helmut Manfred Niedl-Petz (Geburtsname)
Darsteller, Musik
Niederfladnitz, Österreich

Biografie

Freddy Quinn, geboren am 27. September 1931 unter dem bürgerlichen Namen Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Pelz in Niederfladnitz, Niederösterreich, wächst nach der Emigration des Vaters in den USA, später bei der Mutter in Wien und Antwerpen auf.

Als Jugendlicher unternimmt Quinn ausgedehnte Reisen, die ihn durch Südeuropa und bis nach Nordafrika führen. Während dieser Zeit arbeitet er unter anderem als Musiker bei verschiedenen Zirkussen, bei denen er sich zugleich als Akrobat und Seiltänzer ausbilden lässt. In Bars und Clubs der algerischen Stadt Sidi bel Abbès tritt er mit sentimentalen Heimat- und Liebesliedern mit großem Erfolg vor Fremdenlegionären auf – und beginnt schließlich selbst eine Ausbildung bei der "Légion étrangère", die er jedoch schon nach drei Wochen Grundausbildung wieder abbricht.

Zurück in Deutschland wird er 1954 durch einen Auftritt in einer Bar im Hamburger St.-Pauli-Viertel entdeckt: Der Filmemacher Jürgen Roland und der Musikproduzent Werner Becker erkennen Quinns Talent und vermitteln ihn an die Musikfirma Polydor. Diese wiederum ermöglicht ihm eine professionelle Gesangsausbildung. Im gleichen Jahr gibt er mit einer kleinen Rolle in Alfred Weidenmanns "Canaris" sein Schauspieldebüt.

1955 nimmt Quinn, erstmals unter dem Pseudonym "Frederico Quinn", für die Telefunken seine erste Platte auf. Der musikalische Durchbruch gelingt ihm ein Jahr später mit dem Lied "Heimweh" (eine deutsche Version des US-Evergreens "Memories Are Made of This"), das zum bestverkauften Titel des Jahres avanciert. Das Publikum kennt Quinn zu diesem Zeitpunkt nur als "Freddy", da lediglich sein Vorname auf der Platte abgedruckt worden war – der Legende nach, weil im Presswerk niemand sicher war, wie man den Namen "Quinn" korrekt schreibt.

 

Nach seiner ersten größeren Schauspielrolle in der Romanze "Heimatlos" (1958) spielt er bis Anfang der 1970er Jahre in einer Reihe erfolgreicher Filme, die ganz auf ihn und sein Image zugeschnitten sind und in denen auch seine Leinwandcharaktere stets den Vornamen "Freddy" tragen. Zu den erfolgreichsten Beiträgen dieser Reihe gehören "Freddy, die Gitarre und das Meer" (1958), "Freddy und der Millionär" (1961) und "Freddy, Tiere, Sensationen" (1964).

Der Schwerpunkt seiner Karriere liegt gleichwohl im Musikgeschäft. Zwischen 1956 und 1966 kann Quinn, der 1956 auch für Deutschland beim "Grand Prix Eurovision de la Chanson" (heute: Eurovision Song Contest) antritt, zehn Nummer-Eins-Hits landen. Mit insgesamt über 60 Millionen verkauften Tonträgern gehört er zu den erfolgreichsten Künstlern der deutschen Musikgeschichte. In manchen Liedern greift der Schlagersänger, der zeitweise in den USA lebte, überraschend politische Themen auf. So richtet sich das Lied "Wir", das 1966 erscheint, gegen die aufkeimende studentische Protestbewegung, während sich auf der B-Seite derselben Platte mit "Für eine Handvoll Reis" ein Lied gegen den Vietnamkrieg findet. Bei seinem letzten Nummer-Eins-Hit "100 Mann und ein Befehl", der deutschen Version von Barry Sadlers "The Ballad of the Green Berets", geht er sogar so weit, aus dem Militärsong des Originals ein Antikriegslied zu machen.

Auch als Quinns Musik- und Schauspielerfolg in den 1970er Jahren nachlässt, kann er als Live-Künstler und TV-Entertainer in Sendungen wie "Musik aus Studio B" oder "Stars in der Manege" große Erfolge feiern. Im Lauf seiner Karriere erhält Freddy Quinn mehrere Preise, darunter sechs Mal in Folge den Leserpreis "Otto" der Teenie-Zeitschrift "Bravo" (1960-1965) sowie 1984 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Freddy Quinn lebt in Hamburg.

FILMOGRAFIE

1982/1983
  • Darsteller
1970/1971
  • Darsteller
1969/1970
  • Musik
1961
  • Darsteller
  • Gesang
1961
  • Darsteller
1960
  • Darsteller
1959
  • Darsteller
  • Liedtexte
1958
  • Darsteller
  • Gesang
1958
  • Darsteller
  • Gesang
1957
  • Darsteller
1954
  • Darsteller