Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Produzent
Stuttgart

Biografie

Franziska Buch, geboren am 15. November 1960 in Stuttgart, studiert zunächst Philosophie und Literaturwissenschaft in Stuttgart und Rom, bevor sie sich 1986 erfolgreich an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) bewirbt. Bereits für ihren ersten Kurzfilm "Die Ordnung der Dinge" wird sie 1987 mit dem Europäischer Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Mit ihrem HFF-Abschlussfilm "Die ungewisse Lage des Paradieses" gibt sie 1991 zugleich ihr Langfilmdebüt: Der Kinderfilm über ein Mädchen, das sich aus der tristen Realität in eine skurrile Traumwelt flüchtet, wird beim Münchner Filmfest 1992 uraufgeführt. Für den Bayerischen Rundfunk realisiert sie 1994 die essayistische Kurzdokumentation "Mein Herz – niemandem" über die Dichterin Else Lasker-Schüler.

Der Durchbruch gelingt Franziska Buch 1999 mit dem Fernsehspiel "Verschwinde von hier", über eine junge Frau aus prekären Verhältnissen, die ihrem unehelichen Sohn einen kleinkriminellen Lebenskünstler als "Vater" präsentiert. Der Film feiert beim Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls Preis Weltpremiere und wird prompt mit dem Max-Ophüls-Preis für den "Besten Film" ausgezeichnet; beim Deutschen Fernsehpreis 2000 erhält "Verschwinde von hier" den Preis für das beste Drehbuch.

 

Auch in ihren folgenden Filmen bleibt Franziska Buch Kinder- und Jugendthemen treu. Im Mittelpunkt fast aller ihrer Filme steht das Thema Familie, deren Problematik häufig aus der Perspektive von Kindern geschildert wird. Nach der Kästner-Verfilmung "Emil und die Detektive" (2001; Bayerischer Filmpreis für das Beste Drehbuch) und der Fernsehkomödie "Unsere Mutter ist halt anders" (2003), über zwei Mädchen, die bei ihrer allein erziehenden, unsteten Mutter aufwachsen, legt Buch im Jahr 2004 ihren kommerziell bis dahin erfolgreichsten Film vor: "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der Blauen Eulen", die Fortsetzung der populären Kinderbuch-Verfilmung, lockt über 1,3 Millionen Zuschauer in die Kinos, stößt bei der Kritik auf sehr positive Resonanz und wird beim Chicago International Children's Film Festival als "Bester Film" ausgezeichnet.

Trotz dieses Erfolgs verlagert Buch ihren Arbeitsschwerpunkt in den folgenden Jahren aufs Fernsehen. Auch hier inszeniert sie ambitionierte Kinder-, Jugend- und Familienfilme wie "Heimliche Liebe - Der Schüler und die Postbotin", über einen Teenager, der sich im Urlaub in eine ältere Frau verliebt, oder die Komödie "Patchwork", über zwei allein erziehende Singles, deren Versuch, mit ihren Kindern eine gemeinsame Familie zu gründen, ungeahnte Reibereien nach sich zieht. Für ihre Kollegin Hermine Huntgeburth verfasst Buch 2007 gemeinsam mit Volker Einrauch das Drehbuch zu dem Grimme-Preis-gekrönten TV-Drama "Teufelsbraten".

Im Jahr 2010 legt Franziska Buch dann wieder einen Kinofilm vor: Ähnlich ihrem Debüt "Die ungewisse Lage des Paradieses" erzählt "Hier kommt Lola!" von einem Mädchen, das seine Probleme und Ängste verarbeitet, indem es sich in eine Fantasiewelt flüchtet.

Anschließend inszenierte sie den Familienfilm "Yoko" (2011) nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe. Erwachseneren Themen und Problemen widmete Buch sich in ihrem nachfolgenden Kinofilm "Adieu Paris" (2013) über mehrere höchst unterschiedliche Menschen, deren Lebenswege sich in der französischen Metropole auf ungewöhnliche Weise kreuzen und dadurch in ganz neue Bahnen gelenkt werden.

Fürs Fernsehen inszeniert sie das Drama "Eine wie diese" (2015), über eine junge Frau, die in den 1970er Jahren als eine der ersten Frauen ins männliche Terrain "Kripo" vordringt, sehr zum Unmut mancher Kollegen. Ebenfalls fürs Fernsehen dreht Buch die Filmbiografie "Käthe Kruse" (2015), über Leben und Wirken der berühmten Puppenmacherin.

Danach wendet Buch sich wieder dem Kino zu und inszeniert den Kinder- und Jugendfilm "Conni & Co." (2016), nach den populären "Conni"-Büchern; die Titelrolle spielt Emma Tiger Schweiger, zur prominenten Besetzung gehören auch Iris Berben, Heino Ferch und Anneke Kim Sarnau.

Anschließend realisiert Buch die TV-Komödie "Thailand sehen und sterben" (Ausstrahlung: Frühjahr 2017), über eine Familienmutter (Anneke Kim Sarnau), die ihre nervtötend-exzentrische Mutter (Hannelore Elsner) in ein Altersheim nach Thailand abschieben will.

Eine weitere Kinderbuchadaption übernimmt sie mit "Beschützer der Diebe", der 2017 in die Kinos kommen soll.

Neben ihrer Arbeit als Drehbuchautorin und Regisseurin ist Franziska Buch seit 1996 als Dozentin für Drehbuch an der Filmakademie Ludwigsburg tätig. Zudem leitet sie seit 2002 die Drehbuchabteilung der Filmakademie Baden-Württemberg

FILMOGRAFIE

2015/2016
  • Regie
2013/2014
  • Regie
2011-2013
  • Regie
2010/2011
  • Regie
2009/2010
  • Regie
2007
  • Regie
2000/2001
  • Regie
  • Drehbuch
1999
  • Regie
  • Drehbuch
1996
  • Drehbuch
1996
  • Drehbuch
1991/1992
  • Regie
  • Drehbuch
1991-1993
  • Regie-Assistenz
1988
  • Regie
  • Drehbuch