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Um den verwöhnten Sohn seiner eleganten Freundin zu beeindrucken, will der Polier Fred ihm einen handsignierten Ball seines Lieblings-Basketballers besorgen. Den erhalten allerdings nur die behinderten Fans auf ihrer Tribüne – Also lässt Fred sich beim nächsten Basketball-Match von seinem Kumpel Alex im Rollstuhl auf die Behindertentribüne fahren. Und tatsächlich gelingt es ihm, den begehrten Ball zu ergattern. Dann aber wird die Sache kompliziert: Das Vereinsmanagement hat einen Imagefilm in Auftrag gegeben, um das soziale Engagement des Clubs auszuschlachten. Und die mit dem Projekt beauftragte Jungregisseurin Denise schließt den vermeintlich stummen und hilflosen Fred gleich in ihr Herz! Nun muss Fred die Rolle des Rolli-Fahrers wohl oder übel weiterspielen. Zu dumm nur, dass sich seine zukünftigen Schwiegereltern zu Besuch angekündigt haben...
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Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, und Fred wünscht sich nichts sehnlicher als eine Familie. Und mit Mara bekäme er sie gleich frei Haus geliefert, ist sie doch die völlig überforderte Mutter eines Bilderbuch-Kotzbrockens namens Linus. Der ist Fan des Berliner Basketball-Kultklubs Alba und wünscht sich nichts sehnlicher als einen Original-Ball mit der Unterschrift des Spielerstars Mercurio Müller. Liebe macht blind: Fred fällt nichts besseres ein, als beim nächsten Heimspiel der Albatrosse einen Behinderten im Rollstuhl zu mimen. So gelangt er nicht nur auf die Behindertentribüne, sondern sogar in den Besitz besagten Basketballs.
Freilich noch ohne Star-Autogramm und nur mit einer kleinen, aber folgenreichen List: Er musste erst Ronnie, waschechter Alba-Fan und Rolli, aus dem Weg räumen. So währt die Freude auch nur kurz. Zum einen muss Fred das Leder – für nur eine Woche, damit es mit den Autogrammen des Teams versehen werden kann – wieder abgeben, zum anderen hat Ronnie jetzt ein besonderes Auge auf Fred. Und der soll sogar zum Filmstar mutieren: Die junge Regisseurin Denise und ihre Kamerafrau Vicky drehen im Auftrag des Alba-Marketingchefs Benno Held, eines intriganten Arschlochs, einen Imagefilm über den Sportverein und sein großes Herz für die behinderten Fans.
Ausgerechnet Fred soll zum „Vorzeige-Behinderten“ mutieren! Das kann ja nicht gut gehen, weder in Ronnies „Pflegezentrum Hildegard“, wo eine resolute Direktorin das Szepter schwingt, noch daheim bei Mara, die bereits Hochzeitsvorbereitungen trifft und Fred zum Kennenlern-Dinner mit ihren Eltern (glänzen in Episodenrollen: Michael Hanemann und Ursela Monn) verpflichtet hat...
Anno Saul („Kebab Connection“) drückt mächtig auf die Tube: Gut einhundert Minuten auf die Spitze getriebener Unsinn, ein absoluter Horrortrip. Mit immer wieder tollen „Diener zweier Herren“-Szenen und einem noch nie so furios agierenden Til Schweiger etwa im Restaurant, wo er zwischen der aufgedrehten Gattin Mara und der fürsorglichen Jung-Regisseurin Denise einen tolldreisten Slapstick-Spagat hinlegt. Dennoch: Weniger wäre mehr gewesen. Was nicht für das Leinwanddebut des Kult-Komikers Kurt Krömer gilt: Eine stimmige Realsatire als städtischer Bürokrat.
„Wo ist Fred?“ geht auf ein Skript der US-amerikanischen Filmautoren Cinco Paul und Ken Daurio zurück, die u.a. das erfolgreiche Drehbuch zu „Sante Clause 2 – Eine noch schönere Bescherung“ mit Tim Allen in der Hauptrolle schrieben. Ursprünglich wollten sie ihren Film in Hollywood auch gleich selbst inszenieren mit dem kanadisch-US-amerikanischen Komiker, Filmschauspieler und Maler Jim Carrey (Golden Globes für „Die Truman-Show“ und „Der Mondmann“), aber es haperte an der Finanzierung. So fiel der Stoff dem deutschen Producer Matthias Ehmcke in die Hände, der bereits die US-Vorlage zu „Mädchen Mädchen!“ erfolgreich in Deutschland etablieren konnte.
Ehmke bot das Buch dem Münchner Produzenten Philip Voges an, der sich 2003 die deutschen Rechte sicherte. Nach einjähriger Überarbeitungsphase, an der vor allem der Autor Bora Dagtekin beteiligt war, konnten am 2. September 2005 die Dreharbeiten beginnen. Das malerische königlich-preußische Gartenschloss Sacrow bei Potsdam etwa bildete die Kulisse für das despotische Behindertenheim.
Anno Saul im Senator-Presseheft zu seiner Komödie, die am 28. Mai 2009 auf Sat 1 als TV-Premiere lief: „Der Humor des Films rekrutiert sich aus der mitunter absurden Unsicherheit, die unsere Gesellschaft Behinderten entgegenbringt. Unser Film führt dem Zuschauer also den blanken Wahnsinn vor, wenn man meint, mit behinderten Menschen anders als mit nicht behinderten Menschen zu kommunizieren. Diese Gesellschaft tut sich irrsinnig schwer, auf eine normale – sprich: geradlinig ehrliche – Weise mit behinderten Menschen in Kontakt zu treten. Dieses Manko filmisch umzusetzen, hat schon sehr viel Spaß gemacht.“
Pitt Herrmann