Es geschah am 20. Juli

BR Deutschland 1955 Spielfilm

Inhalt

G. W. Pabsts Film über das fehlgeschlagene Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944, parallel gedreht zu Falk Harnacks "Der 20. Juli": Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere Offiziere planen, Hitler während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier durch eine Bombe zu töten. Durch Zufall entkommt der Diktator dem Anschlag. Stauffenberg und seine Mitverschwörer werden zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

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Falk Schwarz
Einfach erzählen, was war
Was für eine Verschwendung von Zeit, Talent und Geld! Zwei Filmfirmen (Ariston in München und CCC in Berlin) arbeiteten das Attentat vom 20. Juli 1944 auf. Beide blieben hartnäckig bei dem einmal gefassten Plan, beide befehdeten sich juristisch und behaupteten, dass das Publikum ihnen Recht geben werde (was es keineswegs tat). (Diese sinnfreie Konkurrenz ist von Claudia Dillmann minutiös aufgearbeitet worden). Wie lassen sich diese Filme heute verstehen und ansehen? Eine zentrale Sequenz in dem Film von G.W. Pabst baut Spannung auf: Graf Stauffenberg plaziert die Bombe unter dem Tisch in Hitlers Besprechungszimmer. Er versucht, noch vor der Explosion die Wolfsschanze in Ostpreußen zu verlassen. Diese Sequenz, die genau fünf Minuten dauert, ist hier in 20 Szenen aufgelöst. Bei 25‘47 verlässt Stauffenberg die Führerbaracke, die Kamera nimmt ihn in Großaufnahme und fährt vor ihm her, angespannter Gesichtsausdruck, allerdings ohne Panik. Stauffenberg wartet die Explosion noch ab. Dann fährt er los. Sie treffen auf eine Gruppe von jungen Mädchen, die ihnen lachend und winkend entgegenkommen und sie zum Halten zwingen. Die zweite Ebene - „comic relief“. Zwischenschnitt: Hauptquartier, der General: „Übung angelaufen“. Nächste Szene: in Berlin. Der Adjutant versteht nichts am Telefon: „Hallo“. Dann: „Attentat auf den Führer“. Szene 11: wieder Berlin: ungläubiges Staunen im Hauptquartier, der General zögert. Szene 12 (bei 28‘30): der Wagen des Oberst Stauffenberg kann nicht passieren. Stauffenberg trickst, indem er vorgibt, mit einem Offizier zu telefonieren. Szene 14: der Wagen fährt weiter. Erneute Sperre, durch den Stacheldraht fotografiert. Stauffenberg darf passieren. Sie steigen in den Wagen, ihnen kommen Krankenwagen mit Sirenen entgegen. - Das ist filmisch sehr gekonnt inszeniert. In 14 von 20 Szenen bewegt sich der Wagen - wird er durchkommen? Die Zwischenschnitte aus dem Hauptquartier liefern den übergeordneten Rahmen. Knochentrocken, versiert fotografiert, filmisch perfekt, ohne viel Wenn und Aber gelöst. Eher eine in Spielfilmszenen aufgelöste Dokumentation.

Credits

Regie

Kamera

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Kameraführung

Kamera-Assistenz

2. Kamera

Standfotos

Darsteller

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 22.04.1955 - 10.06.1955: Pullach, Coburg
Länge:
2152 m, 79 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.1955, 10050, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 19.06.1955, München, Luitpold-Theater;
TV-Erstsendung: 20.07.1985, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Es geschah am 20. Juli
  • späterer Verleihtitel Drei Schritte zum Schicksal
  • Arbeitstitel Aufstand gegen Hitler
  • Arbeitstitel Was geschah wirklich am 20. Juli 1944?

Fassungen

Original

Länge:
2152 m, 79 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.1955, 10050, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 19.06.1955, München, Luitpold-Theater;
TV-Erstsendung: 20.07.1985, ZDF