Die göttliche Jette

Deutschland 1936/1937 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Die kesse Jette ist das, was man eine "echte Berliner Göre" nennt. Gemeinsam mit ihrer Mutter tritt sie jeden Abend als Coupletsängerin in einem Berliner Vorstadttheater auf. Ein junger österreichischer Baron, der Jette verehrt, ermöglicht es ihr, beim Königstädtischen Theater vorzusingen. Mit einer klassischen Opernarie fällt sie zunächst durch, aber als sie ein freches Couplet vorträgt, das Barsch, der Inspizient des Vorstadttheaters, geschrieben hat, gewinnt sie mit ihrer frischen Art die Herzen der Aufsichtsratsmitglieder. Jettes Auftritte im Königstädtischen Theater werden ein voller Erfolg – die Leute reißen sich förmlich um Karten. Die Polizei hingegen stört sich an den respektlosen Texten ihrer Stücke; schließlich wird die Aufführung verboten und Jette in Haft genommen. Durch den Einfluss des Barons kommt Jette bald frei. Aus Dankbarkeit begleitet sie ihn auf sein Schloss in Tirol. Das Königstädtische Theater trauert derweil seinem kassenträchtigen Star hinterher. Barsch, der Jette insgeheim liebt, sucht sie in Tirol auf, wo das arme Ding vergeblich versucht, eine "echte Dame" zu werden. Nun steht Jette vor der Wahl, entweder eine vornehme Baronin zu werden oder zurück nach Berlin zu gehen und sich an Barschs Seite dem Jubel des Publikums hinzugeben.

 

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Falk Schwarz
Der Kuss der Berlinerin
Bißchen viel Weiser. In Großaufnahme, in Totale, auf der Bühne, vom Zuschauerraum aus, in der Garderobe, mal schwingt sie die Beine, mal rüscht sie die Röcke, mal schnattert sie, mal singt sie, mal deklamiert sie hemmungslos und wirbelt umher. Es gibt fast keine Einstellung ohne Gretchen. Die 34jährige outriert sich ungeniert und legte mit dieser Ego-Show den Grundstein für ihre Karriere. Dagegen hat das „Barönchen“ (köstlich tölpelig: Kurt Meisel) keine Chancen - er steht der turbulenten Theaterwelt hilflos gegenüber. Jette findet ihn zwar „süß“, ist von seiner vornehmen Welt auch ein wenig fasziniert, aber weiss natürlich: er passt nicht zu ihr. Da hat der Inspizient Brasch („vorne mit B“) ganz andere Chancen. Er ist handfest, schnell, immer zur Stelle, hat das Taschentuch parat, wenn die Jette es braucht, ist einfach unverzichtbar. Ein Theaterblut wie sie. In dieser Rolle ist Viktor de Kowa ideal, er verströmt Souveränität, Witz, und wenn er hinter der Bühne den Mädchen noch schnell vor ihrem Auftritt einen Klaps gibt, lässt er sie wissen: „Immer lächeln, lächeln, lächeln“. Geglückte Bühnenatmosphäre. Das lässt sich gut anschauen. Sprachlich wird auch nicht gefackelt. "Schließen Sie den Mund, sonst verkühlen Sie sich den Charakter", "Schweigen ist bekanntlich Gold - so kommen Leute zu Geld". Das ist Jettens kesse Berliner Schnauze, die ja angeblich nicht ohne Herz sein soll. Nicht fein, aber bodenständig. So tingelt sie sich leicht geschürzt durch eine (ziemlich dämliche) alpenländische Bühnen-Revue und freut sich wie ein Kind, wenn die Männer hinterher in ihrer Garderobe Schlange stehen. Doch mal den Wirbeleffekt abgezogen, bleibt von diesem Lustspiel nicht viel übrig. Zumal die Weiser keine so perfekte Bühnendiva ist wie etwa Marika Rökk. Sie hat sich ja dann auch später eher in die Rolle der ewig besserwissenden Tante/Mutter/Schwester eingerichtet. Schließlich löst sich alles auf, denn "Im Kuss der Berlinerin, da liegt was drin!" Noch Fragen? Höchstens eine: muss die Jette gleich "göttlich" sein? Würde nicht "jöttlich" jenügen?

Credits

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Standfotos

Choreografie

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Dreharbeiten

    • Januar 1937
Länge:
5 Akte, 2588 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 08.09.1949, 00142, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 08.09.1949, 00142, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 18.03.1937, Berlin, Alhambra

Titel

  • Originaltitel (DE) Die göttliche Jette
  • Verleihtitel (AT) Die Göttliche

Fassungen

Original

Länge:
5 Akte, 2588 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 08.09.1949, 00142, Jugendfrei / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 08.09.1949, 00142, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 18.03.1937, Berlin, Alhambra

Prüffassung

Länge:
10 Akte, 2667 m, 97 min
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 04.03.1937, B.44903, Jugendverbot / nicht feiertagsfrei