Die Ehe der Maria Braun

BR Deutschland 1978 Spielfilm

Inhalt

Als Maria und Herrmann Braun im vierten Jahr des Zweiten Weltkriegs in einer hastigen Zeremonie getraut werden, verbringen sie nur einen halben Tag und eine Nacht zusammen, bevor Herrmann an die Ostfront zurück muss. Bei Kriegsende gilt er als vermisst. In einer Bar, die für Deutsche "off limits" ist, lernt Maria den Afroamerikaner Bill kennen. Später wird sie sagen: "Meinen Mann liebe ich, Bill habe ich lieb gehabt." Ein Heimkehrer bringt ihr die Nachricht von Herrmanns Tod. Doch eines Tages steht der Totgesagte vor der Tür. Als er Maria in Bills Armen findet, schlägt er auf sie ein. Bill versucht einzugreifen. Maria erträgt Herrmanns demütigende Situation nicht und schlägt Bill mit einer Flasche nieder. Vor Gericht übernimmt Herrmann die Schuld am Tod des amerikanischen Soldaten, und während er im Gefängnis sitzt, versucht Maria für das spätere gemeinsame Leben zu sorgen. Sie lernt den Industriellen Karl Oswald kennen und wird auf ihre Weise Teil des wirtschaftlichen Aufstiegs der BRD.

 

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Falk Schwarz
Eine deutsche Vita
Cinéasten müssten jubeln: ein Meisterwerk von Fassbinder, ungewöhnlich komponiert, von einem einfühlsamen Kameramann gestaltet und von einer Schauspielerin getragen, die die Geschichte „sinnlich erfahrbar“ (Pflaum) macht: Hanna Schygulla. Rainer Werner Fassbinder erzählt von einer Frau im aufblühenden deutschen Wirtschaftswunder. Jedes Detail ist stimmig - der Suchdienst im Rundfunk nach dem Krieg, die Zettelwände an den Bahnhöfen „Gesucht wird...“, die ekstatische Reportage von Herbert Zimmermann vom deutschen Endspiel in Bern 1954! Das ist mit Detailversessenheit erzählt und nie wirkt die Outrierung der Maria Braun peinlich oder voyeuristisch. Aber es ist eben auch ein Melodram: sie wird nicht glücklich. Während ihr Mann (Klaus Löwitsch) für sie im Gefängnis sitzt, macht sie Karriere: zunächst über einen anderen Mann (kühl, doch verletztlich: Ivan Desny), dann aus eigener Tüchtigkeit und eigenem Ehrgeiz. Sie weiss, wie die Welt des Kapitalismus funktioniert und nutzt sie für sich. Sie kauft sich ein Haus und als der Mann ein zweites Mal zurückkommt, explodiert die Küche und sie stirbt. - Fassbinder erzählt ohne Pathos, mit Deutlichkeit und Direktheit, fast schon lakonisch und mit einer statischen Kamera. Die Szenen sind so verknüpft, dass Zeit zum Durchatmen bleibt und zur Reflexion. Ob es auf dieser Welt das wahre Glück geben kann? Wir Menschen sind uns mit unseren Trieben und mit unseren Leidenschaften selbst im Weg. Michael Ballhaus‘ Kamera registriert, fängt ein und hält sich doch zurück. Maria Braun verändert sich, sie wird gegen Ende anderen gegenüber böse und herrisch. Der Blick der Kamera auf Maria wird immer verstellter, es gibt kaum Großaufnahmen, in den Totalen rückt sie immer mehr an den Rand der Kadrierung. Maria ist nicht mehr die Frau, die sie zu Anfang war. Die Zeit hat auch sie und ihre Liebe verändert. Von einer verklärenden Milde will dieser Film nichts wissen, eher von der Kunst der Nuance. Da ist Hanna Schygulla eine Idealbesetzung.

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Script

Kamera-Assistenz

Ausstattung

Schnitt-Assistenz

Ton-Assistenz

Mischung

Musik

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Produktions-Sekretariat

Dreharbeiten

    • 23.01.1978 - 12.03.1978: Coburg und Umgebung, Berlin/West
Länge:
3296 m, 120 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Fujicolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 07.02.1979, 50501, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Voraufführung (FR): 22.05.1978, Cannes, IFF - interne Vorführung;
Uraufführung (DE): 20.02.1979, Berlin, IFF - Wettbewerb

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Ehe der Maria Braun

Fassungen

Original

Länge:
3296 m, 120 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Fujicolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 07.02.1979, 50501, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Voraufführung (FR): 22.05.1978, Cannes, IFF - interne Vorführung;
Uraufführung (DE): 20.02.1979, Berlin, IFF - Wettbewerb

Auszeichnungen

David di Donatello 1980
London Critics Circle Film Award 1980
  • Bester fremdsprachiger Film
Golden Globe 1980
  • Nominierung, Bester fremdsprachiger Film
IFF Orléans 1979
  • Großer Preis
IFF Figueira do Foz 1979
  • Hauptpreis
Deutscher Filmpreis 1979
  • Filmband in Silber, Produktion
  • Filmband in Gold, Regie
  • Filmband in Gold, Ausstattung
  • Filmband in Gold, Nebendarstellerin
  • Filmband in Gold, Darstellerin
IFF Berlin 1979
  • Silberner Bär, an das technische Team
  • Silberner Bär, Beste Darstellerin