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Anastasia, die letzte Zarentochter

BR Deutschland 1956 Spielfilm

Inhalt

Die Geschichte der Anna Anderson, die 1920 nach einem Selbstmordversuch aus dem Berliner Landwehrkanal gezogen wird und später für die russische Zarentochter Anastasia gehalten wird, die als einzige Überlebende dem Massaker an der Zarenfamilie entkommen sein soll. – Diese deutsche Verfilmung mit Lilli Palmer entstand im selben Jahr wie der Hollywood-Film "Anastasia" mit Ingrid Bergman.

 

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Falk Schwarz
Ein beispielloser Betrug
Ist sie es oder ist sie es nicht? Diese Frage riss in den Fünfzigern vor allem die Illustrierten hin, die zu gerne gewusst hätten, ob denn diese Anastasia eine Schwindlerin war oder wirklich die Zarentochter, die das Massaker am 16. auf den 17. Juli 1918 in Jekaterinburg überlebte? Hans Nogly schrieb für den „Stern“ auf, was damals bekannt war und Herbert Reinecker verdichtete diese „Story“ zu einem Film, der - leider - Partei nimmt und an dessen Ende die Überzeugung steht: diese arme Anastasia (Lilli Palmer), die soviel in ihrem Leben durchmachen musste und nun in einer einfachen Blockhütte irgendwo im Niedersächsichen endet, ist eine tragische Figur und eine verkannte kaiserliche Hoheit. Dass die Macher hier alle Vorsicht fahren liessen, hatte auch mit der Besetzung zu tun: Lilli Palmer ist eine Grande Dame, die zwar auch ärmlich aussehen kann, aber in ihrer auf Repräsentation angelegten Bürgerlichkeit keinen abgründigen Charakter spielen kann. Zwar heißt es an einer Stelle: „Wenn sie es wäre, wäre es ein Wunder und an Wunder glaube ich nicht“. Doch das sind Phrasen, eingestreut, um die zu Herzen gehende Geschichte der Leidenden, der Kränkelnden, der Verkannten mit umso mehr Melos zu beschreiben. Dabei gelingen Friedl Behn-Grund wiederum wunderbare Bilder - wie er die Palmer durch einen völlig nachtschwarzen Weg gehen lässt und sie mit einem (unsichtbaren) Punktscheinwerfer erhellt, der vor ihr herfährt, sodass nur sie erkennbar ist. So muss sie sich innerlich gefühlt haben. - Heute wissen wir allerdings, dass diese Anastasia, die sich als Erbin des viele Millionen Goldrubel schweren Vermögens der Romanoff ausgab, eine einfache polnische Landarbeiterin war. Dass sie es schaffte, die ganze Welt zu narren, wäre ein anderer Film. Und wer hätte die Anastasia damals so spielen können, dass eben auch das Untergründige, die Lüge mit erkennbar gewesen wäre? Vielleicht Hilde Knef? So aber muss sich Produzent Atze Brauner leider zu diesem Film ein Wort gefallen lassen, das ihn nicht erfreuen wird: peinlich, einfach nur peinlich.

Credits

Regie

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Standfotos

Kostüme

Schnitt

Choreografie

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • Juni 1956 - Juli 1956: Berlin, Schloß Seeon; CCC-Studios Berlin-Spandau
Länge:
2854 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 04.09.1956, 12837, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.09.1956, Stuttgart, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DE): 24.05.1975, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Anastasia, die letzte Zarentochter

Fassungen

Original

Länge:
2854 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 04.09.1956, 12837, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.09.1956, Stuttgart, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DE): 24.05.1975, ZDF

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 1957
  • Filmband in Gold , Beste Hauptdarstellerin
FBW 1956
  • Prädikat: Wertvoll