Die Braut

Deutschland 1998/1999 Spielfilm

Summary

The Mask of Desire

Johann Wolfgang von Goethe had lived together with Christiane Vulpius for twenty-eight years, eighteen of these living in sin, ten as a married couple. The Mask of Desire looks at the greatest German writer through Christiane′s eyes. As a former favorite of the poet, Charlotte von Stein forces herself
between the two lovers. The rival constantly makes life difficult for
Christiane. Someone other than the strong Christiane would have probably
collapsed in the face of the unreasonable demands which her lover
Goethe also asks her to accept: if an important visitor comes, she and
their son have to disappear into the servants′ quarters; on official
occasions, she stays at home. But Goethe finally marries her when she
saves his life during an attack by plundering Napoleonic soldiers.

Now,
she is allowed to accompany him to all festivities. At the same time,
she is openly attacked by snooty, jealous people and Goethe is only
half-hearted in coming to her defence. But she stays with him - for he
is her great love - even when she grows old and he is not so strict
about resisting the charms of youthful admirers...

Source: German
films Service & Marketing GmbH

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Manchmal kann eine prominente Besetzung, scheinbar gegen den Strich, auch hilfreich sein: Egon Günthers Biopic „Die Braut“ schaffte dank Veronica Ferres in der Titelrolle als Christiane Vulpius, Goethes junger Geliebten und späteren Gattin, einen unerwarteten Kassenerfolg nach dem Kinostart am 27. Mai 1999. Und was seinerzeit noch mehr erstaunte: die Kritiker fraßen der bisher unter „blonde Schöne“ abgestempelten Schauspielerin geradezu aus der Hand.

Egon Günther, einer der großen DDR-Filmemacher, hat nach „Lotte in Weimar“ (1975), „Die Leiden des jungen Werthers“ (1978) und „Lenz“ (1991) mit „Die Braut“ bereits seinen vierten Goethe-Film gedreht, zu dem er auch das Drehbuch verfasste. Er schildert die ungewöhnliche, die Konventionen der konservativen Residenzstadt Weimar sprengende Liebesbeziehung des Dichterfürsten mit der so schönen wie blutjungen, aber alles andere als standesgemäßen Arbeiterin Christiane Vulpius aus ihrer Perspektive.

Aus einer zufälligen Begegnung im Park an der Ilm, Christiane übergibt Goethe einen Bettelbrief ihres Bruders Christian August Vulpius, der später u.a. durch „Rinaldo Rinaldini“ (1798) selbst zum Bestsellerautor seiner Zeit werden sollte, entwickelt sich eine sinnliche Liebesbeziehung, begünstigt durch den Entschluss Goethes, sich aus den Armen der beherrschenden Charlotte von Stein zu befreien.

Er quartiert die Geliebte in seinem Gartenhaus im Ilm-Park ein, an den Frauenplan, in sein Haus, darf Christiane auch besuchsweise nicht. Denn Goethe fürchtet Ächtung und gesellschaftliche Isolation durch Herzog Carl August und die Schranzen seines Hofes. Selbst als Sohn August geboren wird, kann sich Goethe nicht zu einer Eheschließung entscheiden. Diese erfolgt erst nach 18 Jahren „wilder Ehe“, nachdem die beherzte Christiane die Franzosen, die in der Schlacht bei Jena und Auerstedt eine Niederlage erlitten und nun marodierend durch Weimar ziehen, aus dem Hause vertrieben hat. Charlotte von Stein war ein solcher Schutz nicht gewährt, ihr Haus wurde vollständig ausgeplündert.

Doch auch nach der Hochzeit wird Christiane nicht in die Weimarer Gesellschaft aufgenommen. Bis auf Christoph Martin Wieland wird sie von allen Honoratioren geschnitten und hinterrücks verleumdet – und Goethe entzieht sich den Familienpflichten verstärkt durch Abwesenheit. Selbst an ihr Sterbelager traut er sich nicht – er harrt vor der Tür des Krankenzimmers aus, bis der Tod eintritt.

Was macht Egon Günthers Film, abgesehen von seinem biographischen Gehalt im Jahr des 250. Geburtstages des Klassikers unter den Klassikern, so bemerkenswert? In erster Linie die großartigen Aufnahmen von Weimar und der herrlichen Ilm-Landschaft, in zweiter die nachgerade kongeniale Besetzung. Es sind vor allem die beiden weiblichen Hauptrollen der Gegenspielerinnen Christiane Vulpius und Charlotte von Stein, die mit Veronica Ferres und Sibylle Canonica glänzend besetzt sind.

Auf der einen Seite das natürliche, unverbildete, auch reichlich naive Geschöpf, das klaglos alle Kränkungen hinzunehmen bereit ist, auf der anderen Seite die gebildete Adlige, der glanzvolle Mittelpunkt der Weimarer Gesellschaft. Liebenswert auf jeweils ihre eigene Art sind sie beide, das hat Egon Günther mit großer Detailbesessenheit herausgearbeitet: die eine durch ihre bedingungslose Hingabe, die andere durch den Adel ihrer Haltung.

Charlotte Lengefeld spielt in „Die Braut“ eine wichtige Figur am Rande der Ereignisse: die Freundin der düpiertem Charlotte von Stein ist dazu bereit, Handlangerdienste zu übernehmen – und das bei den andauernden hässlichen Intrigen gegen die Außenseiterin. Denn gerade Charlotte hat allen Grund, nicht das moralische Gewissen der feinen Gesellschaft im Dunstkreis des Weimarer Hofes zu spielen: ihr Gatte Friedrich Schiller hat sich sehr wohl eine Menage a trois mit seiner Schwägerin Karoline vorstellen können...

„Goethe kommt in dem Film eigentlich nur vor, um zu gehen“ sagt Egon Günther zur ungewöhnlichen Perspektive seines letzten Spielfilms, der im Goethe-Jahr einen besonderen Akzent setzte – nicht zuletzt bei einer feierlichen Aufführung in Weimar im Rahmen des Kulturhauptstadt-Jahres, wo sich gewöhnlich alles um den Literatur-Übervater dreht.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Music

Cast

Producer

All Credits

Director

Assistant director

Screenplay

Director of photography

Assistant camera

Lighting design

Production design

Set design

Sound design

Sound assistant

Audio mixing

Music

Cast

Producer

Executive producer

Unit production manager

Location manager

Post-production

Shoot

    • 1998: Weimar und Umgebung [Sommer (?)]
Duration:
3067 m, 107 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Eastmancolor, Dolby SR
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 03.05.1999, 82021, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

TV-Erstsendung (DE FR): 26.11.1999, Arte

Titles

  • Originaltitel (DE) Die Braut
  • weiterer Titel Die Braut - Goethe und Christiane

Versions

Original

Duration:
3067 m, 107 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Eastmancolor, Dolby SR
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 03.05.1999, 82021, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

TV-Erstsendung (DE FR): 26.11.1999, Arte