"Kalle Kosmonaut" (2022)
"Kalle Kosmonaut"

Neu im Kino: Kalle Kosmonaut

"Kalle Kosmonaut" gehört zu den beeindruckendsten Dokumentarfilmen seit längerer Zeit. Über zehn Jahre hinweg haben Tine Kugler und Günther Kurth den anfangs zehnjährigen Pascal begleitet, den alle nur Kalle nennen und der im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf an der Allee der Kosmonauten aufwächst. Seine Kindheit und Jugend verläuft alles andere als unbeschwert. Der Vater ist früh verschwunden, die Mutter hält sich und die Kinder als Putzkraft über Wasser, die Großeltern sind stark alkoholsüchtig. Kalles Alltag ist bestimmt von Drogen und Gewalt; mit 16 wird er wegen schwerer Körperverletzung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Doch trotz nachgeholtem Schulabschluss gibt es von Resozialisierung keine Spur. Anders als übliche TV-Reportagen über prekäre Lebenssituationen besticht "Kalle Kosmonaut" durch den unvoreingenommenen Blick von Tine Kugler und Günther Kurth und das Vertrauen, das ihre Hauptfigur ihnen entgegenbringt. Mit erstaunlicher Differenziertheit spricht Kalle über sein Leben, seinen Charakter, seine Wut und seine Versuche, es einmal anders zu machen als die eigenen Eltern. Dazwischen zeigt der Film den Alltag in einem Vorort Berlins, für dessen Bewohner*innen sich kaum noch jemand interessiert. So ist "Kalle Kosmonaut" nicht nur ein vielschichtiges Charakterporträt, sondern auch eine nüchterne Milieustudie über einen Ort, der schon längst abgehängt wurde.

Aktuelles

Auf Antrag von Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat der Haushaltsausschuss gestern das gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium sowie den Ländern erarbeitete Konzept für den Kulturfonds Energie gebilligt und eine erste Tranche von 375 Mio. Euro freigegeben. Der Kulturfonds Energie des Bundes kann nun Anfang Februar gestartet werden.

Der deutsche Beitrag "Im Westen nichts Neues" von Edward Berger (DE/US, Amusement Park Film) ist für den 95. Oscar® in der Kategorie International Feature Film sowie in den Kategorien Bester Film, Adaptiertes Drehbuch, Original-Filmmusik, Szenenbild, Kamera, Ton, Makeup & Frisuren sowie Visuelle Effekte nominiert. Dies teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) mit.

Der Vergabeausschuss der nordmedia vergab in der dritten Förderrunde 2022 Fördermittel von bis zu 3.282.128,42 Euro an 57 Projekte.

Heute wurden alle Filme der Sektion Encounters veröffentlicht.

Mehr denn je schöpft die Auswahl in diesem Jahr aus der ganzen Bandbreite filmischer Formen.