Maren Eggert, Gewinnerin des Silbernen Bären in "Ich bin dein Mensch"; Quelle: 71. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog), © Christine Fenzl
Maren Eggert, Gewinnerin des Silbernen Bären in "Ich bin dein Mensch"

Berlinale-Fazit

Dass die Berlinale 2020 als eines der letzten Großereignisse noch in vollen Kinosälen und dicht gedrängt am roten Teppich stattfinden konnte, lässt sich heute kaum mehr vorstellen. So sorgte die COVID-Pandemie dafür, dass die Internationalen Filmfestspiele Berlin erstmals in 71 Jahren an zwei Terminen stattfinden – während die Jurypreise schon jetzt verliehen wurden, muss sich das Publikum noch bis zum Sommer gedulden. Der Qualität der Filme im Wettbewerb konnte das Virus zum Glück nichts anhaben. Während Radu Judes im besten Sinne unverschämte Satire "Babardeală cu bucluc sau porno balamuc" ("Bad Luck Banging or Loony Porn") den Goldenen Bären für den Besten Film gewinnen konnte, gingen gleich zwei Silberne Bären an deutsche Filmschaffende: Maria Speth wurde mit dem Preis der Jury für ihren zutiefst menschlichen und zuversichtlichen Dokumentarfilm "Herr Bachmann und seine Klasse" ausgezeichnet, der nunmehr genderneutrale Preis für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ging an Maren Eggert für ihre vielschichtige Darstellung einer Wissenschaftlerin, die sich in Maria Schraders "Ich bin dein Mensch" auf eine Kurzbeziehung mit einem für sie perfekt algorithmisierten androiden Partner einlässt. Weitere Preise gab es auch für deutsche Koproduktionen - wir hoffen sehr, dass wir sie ab Sommer endlich wieder in den Kinos sehen können.

Aktuelles

Die internationale Jury der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin hat heute die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Den Goldenen Bären hat der Film "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Regisseurs Radu Jude, produziert von Ada Solomon, erhalten.

Die Mitglieder der Internationalen Jury - Ildikó Enyedi (Ungarn), Nadav Lapid (Israel), Adina Pintilie (Rumänien), Mohammad Rasoulof (Iran), Gianfranco Rosi (Italien) und Jasmila Žbanić (Bosnien und Herzegowina) – haben über die Preise im Wettbewerb entschieden.

Die Encounters-Jury - die Programmerin Florence Almozini (Frankreich), die Künstlerische Leiterin des Mar del Plata Festivals Cecilia Barrionuevo (Argentinien) sowie der Autor und Kritiker Diedrich Diederichsen (Deutschland) - hat über die Preise entschieden.

Bester Film

"Nous" ("We") von Alice Diop (Frankreich) - Dokumentarische Form

Jury-Begründung:
"Eine Arbeit, die echte Feinfühligkeit und Sensibilität erkennen lässt in der Gestaltung eines gemeinschaftlichen, vielstimmigen Porträts, das tiefsinnig, nuanciert und vor allem reich an gelebter Erfahrung ist."

Spezialpreis der Jury

"Vị" ("Taste") von Lê Bảo (Vietnam / Singapur / Frankreich / Thailand / Deutschland / Taiwan) - Debütfilm

Die Regisseurinnen Barbara Albert, Mara Eibl-Eibesfeldt und Anika Decker inszenieren neue Kinofilme, die der FFF Bayern in der Produktion fördert.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am gestrigen Mittwoch zusätzliche Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro für eine Aufstockung und Fortsetzung des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR befürwortet.

Kinostarts

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