Angelina Maccarone

Darstellerin, Regie, Drehbuch, Sonstiges
Pulheim bei Köln

Biografie

Angelina Maccarone, geboren am 21. August 1965 in Pulheim bei Köln, schrieb nach der Schule Songtexte für Udo Lindenberg und ROH. 1985 zog sie nach Hamburg und studierte Germanistik und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt Medien. Ihr Treatment zu "Kommt Mausi raus?" um das Coming-Out einer lesbischen jungen Frau wurde 1992 mit dem Preis der Kulturbehörde Hamburg ausgezeichnet. Für den gleichnamigen Fernsehfilm, der 1995 für den Telestar nominiert wurde, schrieb sie das Drehbuch und führte gemeinsam mit Alexander Scherer Regie. 1997/1998 drehte Maccarone "Alles wird gut" über zwei afrikanisch-deutsche Frauen. Die Komödie brachte ihr zahlreiche Festivalteilnahmen sowie Zuschauerpreise in Los Angeles, New York und Paris ein.

Nach einem weiteren TV-Projekt als Regisseurin und Autorin in Personalunion, "Ein Engel schlägt zurück", schrieb sie den Road Movie "Vivere". Bevor dieser in Produktion ging, drehte Maccarone jedoch zunächst zwei andere Filme: Das Drama "Fremde Haut" nach einem gemeinsamen Script von ihr und ihrer Kamerafrau Judith Kaufmann, sowie das Drama "Verfolgt". Beide Arbeiten feierten auf Festivals sowie bei Kritik und Publikum große Erfolge. Während "Fremde Haut" den Hessischen Filmpreis 2005 als "Bester Spielfilm" erhielt, triumphierte "Verfolgt" bei den Filmfestspielen von Locarno, wo die Geschichte über eine 52-jährige Bewährungshelferin, die sich auf eine Sado-Maso-Beziehung mit einem 16-jährigen Delinquenten einlässt, mit dem "Goldenen Leoparden" ausgezeichnet wurde. Spätestens mit dieser Auszeichnung avancierte Maccarone zu einer der wichtigsten zeitgenössischen Filmemacherinnen Deutschlands, die zugleich beweist, dass es auch ein anspruchsvolles Autorenkino jenseits der so genannten "Berliner Schule" gibt. Für die Montage fast aller ihrer Filme seit 2005 zeichnet ihre Lebensgefährtin, die Filmeditorin Bettina Böhler verantwortlich.

Ihr nächster Film, das Road Movie "Vivere" mit Hannelore Elsner und Esther Zimmering feierte im Mai 2007 auf dem Tribeca Filmfestival in New York seine Weltpremiere.

Für Diskussionen sorgt Maccarone mit ihrem TV-Film "Wem Ehre gebührt" (2007) aus der Krimi-Reihe "Tatort", zu dem sie auch das Drehbuch schrieb: Der Film über einen Inzest und einen vermeintlichen Ehrenmord in einer türkischen Familie löst heftige Proteste der alevitischen Gemeinde Deutschlands aus, die sich von der Geschichte des Films verunglimpft sieht. Mit "Erntedank e.V." (2008) und "Borowski und die Sterne" (2009) schreibt und inszeniert sie noch zwei weitere "Tatort"-Folgen – die jedoch weniger skandalträchtig ausfallen.

2011 realisierte Maccarone den Dokumentarfilm "Charlotte Rampling: The Look", in dem die Schauspielerin und Stilikone selbst als Erzählerin ihres Lebens auftritt und in neun Kapiteln über Lebensthemen wie das Altern, Tod und Liebe, über Tabus, Passionen und Begehren spricht.

Drei Jahre später drehte sie mit "Hexenjagd" eine Episode der Krimireihe "Polizeiruf 110" mit Maria Simon und Horst Krause als ermittelndem Duo. 2017 gewann Angelina Maccarone den Deutschen Drehbuchpreis - die wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende, noch unverfilmte Drehbücher -, für ein Drehbuch mit dem Arbeitstitel "Klandestin". Die Drehbarbeiten für den Film, der von Entwurzelung, Einsamkeit und dem Leben in einer globalisierten Welt handelt und unter anderen mit Barbara Sukowa und Nicolette Krebitz besetzt ist, begannen 2020.

FILMOGRAFIE

2020/2021
  • Regie
2014
  • Regie
2008/2009
  • Regie
  • Drehbuch
2007/2008
  • Regie
  • Drehbuch
2007
  • Regie
  • Drehbuch
2007
  • Regie
  • Drehbuch
2005/2006
  • Regie
2004/2005
  • Regie
  • Drehbuch
1997/1998
  • Regie
  • Drehbuch
1994
  • Regie
  • Drehbuch