"A Nearly Normal Life", Source: mindjazz pictures, DFF, © mindjazz pictures
"Das fast normale Leben"

Neu im Kino: Das fast normale Leben

In seinem preisgekrönten Dokumentarfilm "Das fast normale Leben" nähert sich Stefan Sick auf behutsame Weise einer Lebensrealität, die im Kino nur selten sichtbar wird: dem Aufwachsen in institutioneller Betreuung, zwischen Schutzraum und Reglementierung, zwischen Fürsorge und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet der Film den Alltag von vier Mädchen in einer Jugendhilfe-Wohngruppe. Ohne Off-Kommentar und ohne erklärende Eingriffe beobachtet Sick seine Protagonistinnen mit großer Zurückhaltung und Respekt. Der Film sucht nicht das Spektakuläre, sondern registriert die kleinen Spannungen im Miteinander, die Momente von Nähe, Widerstand und Erschöpfung. Gerade in dieser Konzentration auf den unspektakulären Alltag entfaltet der Film nicht nur eine berührende Kraft, sondern auch eine politische Dimension: Er zeigt, wie sehr Begriffe wie "Normalität" und "Chancengleichheit" für die gezeigten Jugendlichen stets prekär bleiben. Trotzdem ist "Das fast normale Leben" kein Betroffenheitskino mit sozialpädagogischem Impetus, sondern ein sensibles Porträt, das die Jugendlichen in all ihren Widersprüchlichkeiten zeigt und gerade dadurch zur Reflexion einlädt.

Aktuelles

Vom 30 Januar bis 14 Februar 2026 wird im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums die neue Ausgabe der Reihe Dokumentarische Positionen zu sehen sein. Diesmal widmet sie sich den Werken Pavel Schnabels.

Acht Wochen lang feierte die European Award Season die Fülle und Vielfalt des europäischen Films. Mit der festlichen Verleihung der 38. European Film Awards am vergangenen Wochenende in Berlin fand das paneuropäische Programm einen glanzvollen und erfolgreichen Abschluss.

Mit knapp einer halben Million Euro Verleihförderung unterstützt MBB die Herausbringung von 12 Kinofilmen.

Von 12. bis 22. Februar 2026 finden in diesem Jahr die Internationalen Filmfestspiele von Berlin statt. Bei der 76. Ausgabe der Berlinale sind diesmal insgesamt 80 deutsche Produktionen und Koproduktionen in den unterschiedlichen Sektionen zu sehen sein. 

"Rote Sterne überm Feld", "In die Sonne schauen" sowie "Chaos und Stille" gehören zu den Favoriten der vier Fachjurys. Zum ersten Mal werden auch Preise in den Kategorien "Bestes Kostümbild" und "Bestes Szenenbild" vergeben.