"Axiom", Source: Filmperlen, DFF, © Bon Voyage Films, Martin Valentin Menke
Ricarda Seifried, Moritz von Treuenfels

Ab Donnerstag im Kino: Axiom

Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Und vor allem: Als wer möchten wir von anderen wahrgenommen werden? Das sind drei der Fragen, die Jöns Jönsson in seinem zweiten Kinofilm "Axiom" aufwirft. Im Mittelpunkt steht Julius (Moritz Treuenfels), ein redegewandter junger Museumswärter, der sich allseits großer Beliebtheit erfreut. Was niemand ahnt: Julius ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Seine Anekdoten, sein adeliger Familienhintergrund, seine Religiosität – nichts davon ist wahr. Seine Existenz setzt sich aus den Erzählungen und Biografien anderer Menschen zusammen, denen er begegnet ist. Aber warum? Regisseur und Autor Jönsson liefert keine griffigen Erklärungen für dieses Verhalten, das macht Julius' zunehmend widersprüchliche Geschichten ebenso faszinierend wie irritierend. Er ist kein Hochstapler, sondern scheint schlichtweg ein pathologischer Lügner zu sein, ein Mann ohne Eigenschaften, der seine Geschichten stets der Situation anpasst. Man kann das als bitterböse Allegorie auf modernes "Image-Building" betrachten. Viel spannender jedoch ist "Axiom" als Reflexion über Wahrnehmung, Inszenierung und Projektion – sehen die Menschen in Julius das, was sie sehen wollen, weil es ja so schön passt? Immer wieder führt Jönsson einen in die Irre, sodass man auch als Zuschauer irgendwann nicht mehr weiß, was man glauben kann. Getragen wird dieses clever konstruierte, ungemein unterhaltsame Spiel mit Erwartungen von einem exzellenten Ensemble, zu dem Thomas Schubert als gläubiger Arbeitskollege und Ricarda Seifried als Julius' Freundin (ist sie das wirklich?) gehören.

Aktuelles

Das 56. Karlovy Vary International Film Festival findet in diesem Jahr vom 1. bis 9. Juli 2022 statt. Im Line-Up des beliebten Sommerfestivals finden sich neben zwei deutschen Filmen im Wettbewerb auch einige deutschen Koproduktionen.

Die Deutsch-Französische Förderkommission hat in ihrer jüngsten Sitzung in Paris Mittel in Höhe von insgesamt 940.000 Euro für drei Kinofilmproduktionen beschlossen – darunter sind zwei Filme, die majoritär aus Deutschland finanziert werden.

Bei einer festlichen Veranstaltung, moderiert von Max Moor, wurde am 24. Juni 2022 in Stuttgart der Deutsche Dokumentarfilmpreis in sechs Kategorien verliehen.

Gestern Abend, am 26. Juni 2022, wurden im Gloria Palast in München gleich zwei der renommierten Bernd Burgemeister Fernsehpreise für herausragende produzentische Leistungen verliehen.

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Heute Abend wurde in Berlin im Palais am Funkturm im Rahmen einer Galaveranstaltung der 72. Deutsche Filmpreis in insgesamt 20 Kategorien verliehen. Der große Gewinner des Abends ist Andreas Kleinerts biographisches Drama über den Autor und Filmemacher Thomas Brasch, "Lieber Thomas".