Irms Pauli
Biografie
Irms Pauli entwarf fast vierzig Jahre lang für Film und Fernsehen Kostüme und beriet Regisseure und Schauspieler bei der Auswahl der Garderobe. Sie wirkte an knapp 200 Produktionen mit und war damit eine der meistbeschäftigtsten Kostümbildnerinnen des bundesdeutschen Unterhaltungsfilms. Ihre Karriere begann Irms Pauli als Assistentin von Erna Sander für Wolfgang Staudtes "Schicksal aus zweiter Hand" (1949). 1953 stattete sie ihren ersten Film, Géza von Cziffras "Das singende Hotel", als selbständige Kostümbildnerin aus.
In den fünfziger Jahren arbeitete Irms Pauli an den damals typischen Revue- und Musikfilmen, an Komödien und an den parallel zur Wiederbewaffnung der bundesdeutschen Gesellschaft entstehenden Kriegsfilmen mit. Kostüme in einem möglichst britischen Alltagsstil entwarf sie für insgesamt neun Krimis nach Romanen von Edgar Wallace.
Prägend für die Vorstellungswelt einer ganzen Generation von Kinobesuchern waren ihre Entwürfe für die Karl-May-Verfilmungen der sechziger Jahre; besonders ihr "Winnetou"-Kostüm geriet zur Ikone eines aufrechten "edlen Wilden". In den sechziger Jahren stattete sie u.a. Harald Reinls zweiteiligen Monumentalfilm "Die Nibelungen" (1966/67) und Robert Siodmaks "Kampf um Rom" (1968) aus. In beiden Großprojekten mussten mehrere tausend Statisten eingekleidet werden.
In den siebziger Jahren wählte sie die Kostüme für einige Werke der "Jerry-Cotton"-Serie sowie für Simmel-Verfilmungen aus. Für das Fernsehen arbeitete Irms Pauli 1961 zum ersten Mal, es gab ihr die Gelegenheit, in präzisen Rekonstruktionen eine historische Atmosphäre heraufzubeschwören: Für die Serie "Die Pawlaks" (1982) von Wolfgang Staudte etwa recherchierte sie monatelang in Bibliotheken und Museen. Ihre letzte Produktion war die Fernsehserie "Mit Leib und Leben". Während der Dreharbeiten kam Irms Pauli 1988 bei einem Autounfall ums Leben.



