Allotria

Allotria

Deutschland 1936, Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Zwei Freunde geraten durch Versprechungen, Heimlichkeiten und Verwechslungen in Turbulenzen und amouröse Nöte: Obwohl sich der Plantagenbesitzer Philipp und sein bester Freund, der Rennfahrer David, das Ehrenwort gegeben haben, sich nie in dieselbe Frau zu verlieben, scheint nun doch die Katastrophe perfekt. Statt sich um seine Freundin Aimée zu kümmern, hat sich Philipp auf seinen Reisen in Viola verliebt, jedoch versäumt, klare Verhältnisse herzustellen. Bei einem Besuch bei seinem alten Freund entsteht der Eindruck, Davids neue Verlobte sei niemand anderes als Viola. Und obschon David in Wahrheit die forsche Gaby heiraten will, dauert es noch, bis alles sich klärt – und bald zarte Rachegelüste an die Stelle der Verwirrung treten.

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Was sind die Männer feige!

Flotter Anfang. Vor einem Kuhkopf, dem die Augen verbunden sind, läuft der Vorspann. Dann bewegt sich die Maske, wird über den Kopf gestülpt, der Kopf gedreht und der Sänger intoniert: „Komm‘ spiel‘ mit mir blinde Kuh“. Die Band hat verbundene Augen, die Kamera fährt zurück, tanzende Paare drängen sich dazwischen, bis die Fahrt an einem Tisch endet, an dem sich ein älteres Ehepaar lustig zankt. „Keine einzige Verlobung an Bord“, sagt sie. „Die Männer sind so vorsichtig, sie wagen nichts, sie denken immer nur an das, was hinterher kommen könnte. Da sind die Frauen viel mutiger“. Philipp (Adolf Wohlbrück) erscheint, Viola (attraktiv dekolletiert: Renate Müller) sitzt ihm gegenüber. Wir sind an Bord eines Schiffes. Der letzte Abend, bevor sich alle nicht wiedersehen. Dann versuchter Kuss vor der Kabinentür. Doch im selben Moment, als Philipp einen Heiratsantrag machen will, schiebt sich eine Fantasie dazwischen: seine Angehimmelte wirft ihm als Ehefrau Geschirr an den Kopf. „Antizipation als Nebenschauplatz der Gefühle“ (Witte). Noch einmal taucht diese Trickfantasie auf: David (Heinz Rühmann), der Freund, hat nicht die Courage, sich von seiner Freundin Aimée (mondän und kühl: Hilde Hildebrand) zu trennen, um sich mit Gaby (kess und selbstbewusst: Jenny Jugo) zu verloben. Durch Übereinanderkopieren verdoppeln sich die Beiden und Philipp hält David eine Standpauke. „Du bist feige“! Schließlich wird der Sessel, in dem er sitzt, immer größer und der Rühmann selber immer kleiner. Wünsche, Ängste, Lust - so lassen sich innere Ambivalenzen filmisch umsetzen. Was dann allerdings geschieht, ist haarsträubend. David tut so, als sei er mit Viola verheiratet, damit Viola den Philipp eifersüchtig machen kann. Jeder weiss: es geht gut. Dennoch: witzig, was sich Willi Forst und sein Drehbuchautor Jochen Huth ausgedacht haben. „Leichtigkeit, Ironie und Sentiment“ (Witte) - die Wiener Schule eben. Sie funktionierte auch in Berlin.

Credits

Regie:Willi Forst
Drehbuch:Jochen Huth, Willi Forst
Kamera:Ted Pahle, Werner Bohne
Schnitt:Hans Wolff
Musik:Peter Kreuder
  
Darsteller: 
Jenny JugoGaby
Renate MüllerViola
Adolf WohlbrückPhilipp, Plantagenbesitzer auf Java
Heinz RühmannDavid Clemens, Rennfahrer
Hilde HildebrandAimée, Modesaloninhaberin
Heinz SalfnerGabys Vater
Will DohmTheodor, Kammerdiener
Julia SerdaPassagier an Violas Tisch
Toni TetzlaffMädchen bei Gaby
Erich DunskusZollbeamter
Paul LavenRundfunkreporter
Harald WolffSchiffsteward
Norma WellhoffStewardess
Willi RoseMonteur Oskar
Ingeborg PeterGabys Freundin
Alfred Karen1. Schiffspassagier
Ferdinand Robert2. Schiffspassagier
Günther VogdtSchlagersänger der Schiffskapelle
Margarethe von LedeburAngestellte im Schönheitssalon
Fritz DraegerAssistent des Rundfunkreporters
Gretel von SchrabichAngestellte im Modesalon
Liselotte ZiesemerGast bei der Verlobungsfeier
Werner BernhardyBarmann bei der Modenschau
Gustav Mahncke1. Gast bei der Modeschau
Lieselotte Aureden2. Gast bei der Modeschau
André Saint-GermainFranzösischer Rundfunkreporter beim Monte-Carlo-Rennen
Franz W. Schröder-SchromPassagier an Violas Tisch
Theodor ThonyFranzösischer Rennbahnhelfer
Hans Joachim zum Sande
  
Produktionsfirma:Cine-Allianz Tonfilm Produktion GmbH (Berlin)

Alle Credits

Regie:Willi Forst
Regie-Assistenz:Viktor Becker, Carl W. Tetting
Drehbuch:Jochen Huth, Willi Forst
Kamera:Ted Pahle, Werner Bohne
Kamera-Assistenz:Kurt Schulz
Standfotos:Richard Wesel
Bauten:Kurt Herlth, Werner Schlichting
Requisite:Karl Meyer, Alfred Schmitz
Maske:Willi Grabow, Adolf Arnold, Karl Hanoszek
Garderobe:Walter Leder, Fritz Schilling, Elisabeth Massary, Justine Schulz
Schnitt:Hans Wolff
Ton:Carl Becker
Musik:Peter Kreuder
Dirigent:Peter Kreuder
Musik-Ausführung:Oscar Joost (Orchester)
Liedtexte:Hans Fritz Beckmann
  
Darsteller: 
Jenny JugoGaby
Renate MüllerViola
Adolf WohlbrückPhilipp, Plantagenbesitzer auf Java
Heinz RühmannDavid Clemens, Rennfahrer
Hilde HildebrandAimée, Modesaloninhaberin
Heinz SalfnerGabys Vater
Will DohmTheodor, Kammerdiener
Julia SerdaPassagier an Violas Tisch
Toni TetzlaffMädchen bei Gaby
Erich DunskusZollbeamter
Paul LavenRundfunkreporter
Harald WolffSchiffsteward
Norma WellhoffStewardess
Willi RoseMonteur Oskar
Ingeborg PeterGabys Freundin
Alfred Karen1. Schiffspassagier
Ferdinand Robert2. Schiffspassagier
Günther VogdtSchlagersänger der Schiffskapelle
Margarethe von LedeburAngestellte im Schönheitssalon
Fritz DraegerAssistent des Rundfunkreporters
Gretel von SchrabichAngestellte im Modesalon
Liselotte ZiesemerGast bei der Verlobungsfeier
Werner BernhardyBarmann bei der Modenschau
Gustav Mahncke1. Gast bei der Modeschau
Lieselotte Aureden2. Gast bei der Modeschau
André Saint-GermainFranzösischer Rundfunkreporter beim Monte-Carlo-Rennen
Franz W. Schröder-SchromPassagier an Violas Tisch
Theodor ThonyFranzösischer Rennbahnhelfer
Hans Joachim zum Sande
  
Produktionsfirma:Cine-Allianz Tonfilm Produktion GmbH (Berlin)
im Auftrag von:Tobis Europa-Film AG (Berlin)
Produktionsleitung:Fritz Klotzsch
Aufnahmeleitung:Walter Lehmann
Dreharbeiten:: Berlin (Avus). Monaco
Länge:94 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 10.06.1936
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.06.1936

Titel

Originaltitel (DE) Allotria

Fassungen

Original

Länge:94 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Zensur (DE): 10.06.1936
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.06.1936
 

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