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Detlef Sierck

Weitere Namen
Hans Detlef Sierck (Geburtsname) Douglas Sirk (Weiterer Name)
Darsteller, Regie, Drehbuch, Musik, Produzent
Hamburg Lugano, Schweiz

Biografie

Der Sohn eines Lehrers wächst in Hamburg auf, wird im Ersten Weltkrieg zur Marine eingezogen. Er studiert ab 1917 in Jena, München, Freiburg und Hamburg, zunächst Jura, später Philosophie, beschäftigt sich mit Kunstgeschichte. Redakteur bei der Neuen Hamburger Zeitung, übersetzt Sonette von Shakespeare. 1920/21 Hilfsdramaturg am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, 1923 erstmals Regie. 1924–28 Ehe mit der Schauspielerin Lydia Brincken, Sohn Klaus Detlef (1925–44), der ab 1937 in Nazi-Filmen auftritt.

Bis 1938 arbeitet Sierck als Regisseur und Oberspielleiter an Theatern in Chemnitz und Bremen, 1929–35 Intendant des Alten Theaters in Leipzig. Nach Problemen mit den Nazis – u.a. wegen seiner zweiten Frau Hilde Jary, die Jüdin ist – löst er den Vertrag und inszeniert in Berlin. Bereits seit 1934 dreht er für die Ufa drei Kurzspielfilme.

Sein Spielfilm-Debüt, das Lustspiel "April, April!" (1935), entsteht zugleich auch in niederländischer Version. Nach zwei nordischen Stoffen – "Das Mädchen vom Moorhof" nach Selma Lagerlöf und "Stützen der Gesellschaft" nach Henrik Ibsen – wird "Schlußakkord" (1936), ein Melodrama um einen Dirigenten mit Lil Dagover und Willy Birgel, sein erster großer Erfolg. "Das Hofkonzert" ist eine amüsante Filmoperette mit der Sängerin Marta Eggerth. Mit den exotischen Melodramen "Zu neuen Ufern" und "La Habanera" macht Sierck 1937 die schwedische Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander zum Star.

 

Ende 1937 kehrt Sierck von einer Rom-Reise nicht nach Deutschland zurück und geht ins Exil. Er fungiert bei "Accord final" (1938), einer schweizerisch-französischen Produktion, als künstlerischer Oberleiter. Während der niederländischen Produktion "Boefje" (1939), nach einem Drehbuch von Carl Zuckmayer, erhält Sierck einen Vertrag mit Warner Bros. und geht in die USA.

1942 engagiert der ebenfalls emigrierte Produzent Seymour Nebenzahl Sierck, der sich nun Douglas Sirk nennt, als Regisseur für "The Hangman". Der Film über das Attentat auf Heydrich und die Zerstörung des Dorfes Lidice kommt 1943 als "Hitler’s Madman" bei M-G-M heraus. Sirk dreht einige unabhängig produzierte B-Filme mit komödiantischem bis kriminalistischem Touch. Ab 1950 inszeniert er für Universal Pictures, wo er meist mit dem Produzenten Ross Hunter zusammenarbeitet, zunächst Komödien, "Americana" und Abenteuerfilme. 1953 erweist sich Sirk mit "Magnificent Obsession" wieder als Könner des Melodramas.

"All That Heaven Allows" markiert 1955 den Beginn einer Reihe meisterlicher Melodramen, meist mit Rock Hudson in der Hauptrolle: "Written on the Wind" (1955/56), "Interlude" (1956), "The Tarnished Angels" (1956/57), "A Time to Love and a Time to Die" (1957/58) und "Imitation of Life" (1958). Es sind vor allem diese Filme, für die er Ende der 1960er Jahre von der französischen Zeitschrift Cahiers du cinéma als "Auteur" wiederentdeckt wird. Jon Hallidays Interview-Buch "Sirk on Sirk" löst 1971 eine Reihe von Retrospektiven und die internationale Anerkennung aus.

Seit 1959 bei Lugano im Tessin lebend, inszeniert er 1963–69 in München und Hamburg sporadisch am Theater. 1974–78 betreut er als Gastdozent an der Hochschule für Fernsehen und Film in München die Produktion von drei Kurzspielfilmen, in denen u.a. Rainer Werner Fassbinder mitwirkt, der ihn als Vorbild feiert.

© hmbock

Filmografie

2005
  • Mitwirkung
1978/1979
  • Regie
  • Drehbuch
1977
  • Künstlerische Oberleitung
  • Drehbuch
1975
  • Künstlerische Oberleitung
1957/1958
  • Mitwirkung
1957
  • Regie
1956/1957
  • Regie
1955/1956
  • Regie
1955/1956
  • Regie
1955
  • Darsteller
1954/1955
  • Regie
1953/1954
  • Regie
1953
  • Regie
1953
  • Regie
1952/1953
  • Regie
1951
  • Regie
  • Produzent
1948/1949
  • Regie
1948/1949
  • Regie
1948
  • Regie
1947
  • Regie
1944
  • Regie
  • Adaption
1943
  • Regie
1939
  • Regie
1938
  • Regie
1938
  • Drehbuch
1937
  • Regie
  • Liedtexte
1937
  • Regie
  • Drehbuch
1937
  • Drehbuch
1936
  • Regie
  • Drehbuch
1936
  • Regie
  • Drehbuch
1935/1936
  • Regie
1935
  • Regie
1935
  • Regie
1934/1935
  • Regie
1934
  • Regie