Regie, Drehbuch, Produzent, Produktionsleitung
Kiel

Biografie

Lars Jessen, geboren am 13. April 1969 in Kiel, absolvierte nach einem Magisterstudium der Geschichte, Politik und Philosophie an der Universität Köln den Zusatzstudiengang Film/Fernsehen an der Kölner Kunsthochschule für Medien. 1997 schloss er sein Studium mit dem Dokumentarfilm "Lübke – Eine Suche nach dem Bundespräsidenten Heinrich Lübke" ab. Es folgten ein Regievolontariat bei der TV-Serie "Lindenstraße" sowie eine langjährige Mitarbeit beim Kölner TV-Projekt Kanal 4.

Ab 1998 führte Lars Jessen immer wieder Regie bei zahlreichen Fernsehformaten, darunter 6 Folgen der Serie "Die Wache" (RTL), 13 Folgen von "Aus gutem Haus" (ARD), 3 Folgen von "Soko Wismar (ZDF) und 21 Folgen von "Großstadtrevier" (ARD).

2005 folgte sein Kinodebüt mit "Am Tag als Bobby Ewing starb", einer in den 80er Jahren angesiedelten Coming-of-Age-Geschichte über die Anpassungsschwierigkeiten eines 17jährigen, der mit seiner Mutter in eine Kommune von Atomkraftgegnern zieht. Der ebenso satirische wie einfühlsame Film wurde unter anderem mit dem Max-Ophüls-Preis für den Besten Spielfilm ausgezeichnet und vom Verband der Filmkritik als Bester Debütfilm des Jahres nominiert.

Es folgten zahlreiche weitere Arbeiten fürs Fernsehen, darunter der ZDF-Film "Zwei gegen Zwei", die Krimireihe "Doppelter Einsatz" (RTL) und mehrere Folgen der Serie "Der Dicke" (ARD). 2008 stellte Jessen neben einer "Tatort"-Folge und dem ZDF-Fernsehfilm "Butter bei die Fische" seinen neuen Kinofilm "Die Schimmelreiter" fertig. Im Frühling 2009 kam seine Kino-Verfilmung von Rocko Schamonis Roman "Dorfpunks" in die Kinos.

2010 startete sein Film "Hochzeitspolka". Die Culture-Clash-Komödie mit Christian Ulmen in der Hauptrolle erzählt von einem Deutschen, der nach Polen "auswandert", sich verliebt – und ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit von seiner verdrängten Vergangenheit eingeholt wird.

Anschließend drehte er fürs Fernsehen den modernen Heimatfilm "Fischer sucht Frau" (2011), über einen grantigen ostfriesischen Krabbenfischer, der sich während eines Urlaubs in eine Marokkanerin verliebt, eine Folge der Krimireihe "Mord mit Aussicht", mehrere Folgen für die Krimireihe "Der Dicke" sowie die Krimikomödie "Balthasar Berg - Sylt sehen und sterben" (2012) mit Dieter Pfaff in der Titelrolle.

Im November 2012 startete auch Jessens neuer Kinofilm: Die komödiantische Pseudodokumentation "Fraktus", über das Comeback einer legendären Elektromusik-Band.

In den nächsten zehn Jahren arbeitete ausschließlich fürs Fernsehen. Er drehte unter anderem sechs Episoden der Krimireihe "Mord mit Aussicht" (2012-2014), sieben Folgen "Großstadtrevier" (bis 2015), drei "Tatort"-Folgen des Teams Boerne-Thiel (2013, 2016, 2017) und die Miniserie "Der letzte Cowboy" (2016), über einen Mann mittleren Alters (Hasso Grüdel), der in eine Existenz als Staubsaugervertreter zurückgeworfen wird. Zu seinen Fernsehfilmen gehören die Beziehungskomödie "Mein gebrauchter Mann" (2015), über frisches Paar von Anfang 40, das trotz aller Unterschiede von einer gemeinsamen Zukunft träumt, die lakonische Tragikomödie "Jürgen – Heute wird gelebt" (2017) mit Heinz Strunk als einsamem Pförtner, und "Vadder, Kutter, Sohn" (2017), eine Vater-Sohn-Geschichte mit Axel Prahl und Jonas Nay. Sehr gute Kritiken erhielt Jessens Rostocker "Tatort"-Folge "Kindeswohl" (2019), bei dem er auch am Drehbuch mitwirkte, über Kinder, die aus Geldgier an Pflegefamilien in Osteuropa verschickt werden. Zwischen 2019 und 2021 führte Jessen bei 17 Folgen der Comedyserie "Check. Check" mit Klaas Heufer-Umlauf Regie.

2020 erhielt er den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, welcher der "Würdigung eines Gesamtwerks in Anerkennung künstlerisch hervorragender Leistungen" dient. Bei dem während der Corona-Pandemie entstandenen, in den Dialogen weitestgehend improvisierten Roadmovie "Für immer Sommer 90" (2021) führte Jessen zusammen mit Jan Georg Schütte Regie. Zusammen mit Co-Autor und Hauptdarsteller Charly Hübner (auch Drehbuch) wurden die beiden mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Beim Deutschen Fernsehpreis erhielt "Für immer Sommer 90" den Preis als Bester Fernsehfilm. 

Mit "Mittagsstunde" meldete Lars Jessen sich 2022 als Kinoregisseur zurück. Der Film über einen Endvierziger (Charly Hübner), der in seine nordfriesische Heimat zurückkehrt, um seine Eltern zu pflegen, war eine Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Dörte Hansen. Der Start erfolgte im September 2022.

FILMOGRAFIE

2021/2022
  • Regie
  • Produzent
2020/2021
  • Regie
2020
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
2018/2019
  • Regie
  • Drehbuch
2016/2017
  • Regie
2017
  • Regie
  • Co-Produzent
2014-2017
  • Produzent
2016
  • Regie
2014/2015
  • Regie
2011/2012
  • Regie
  • Drehbuch
2009/2010
  • Regie
  • Drehbuch
2008/2009
  • Regie
2008
  • Regie
  • Drehbuch
2008/2009
  • Regie
2005/2006
  • Regie
2004/2005
  • Regie
  • Drehbuch
1999
  • Producer
1996
  • Produktionsleitung