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Alle Fotos (8)Biografie
Herbert Fleischmann wurde am 13. März 1925 in Nürnberg geboren. Ab 1941 wurde er für zwei Jahre am Max-Reinhardt-Seminar in Wien als Schauspieler ausgebildet. Seine Bühnenkarriere begann nach dem Zweiten Weltkrieg in Bremen. Dort spielte er auf der von 1946-49 existenten Theaterbühne "Kammerspiele Bremen" seine ersten Rollen. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte spielte Fleischmann an zahlreichen verschiedenen Orten im In- und Ausland, beispielsweise Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und Zürich. In Baden-Baden wurde er außerdem für vier Jahre Oberspielleiter.
Ab Mitte der 1950er-Jahre wurde Fleischmann auch in Fernsehproduktionen aktiv. Sein Debüt feierte er 1955 im ZDF-produzierten Drama "Überfahrt" unter der Regie von Karl Peter Biltz. Nach weiteren TV-Auftritten folgte seine erste Kinorolle: 1961 spielte er in dem von Frank Wisbar gedrehten Melodrama "Barbara" mit Harriet Andersson und Helmut Griem in den Hauptrollen, nach dem gleichnamigen Roman des färöischen Dichters Jørgen-Frantz Jacobsen, eine Nebenrolle. Auch in Wisbars nächstem Film "Durchbruch Lok 234" (BRD 1963) spielte er eine Nebenrolle.
In der Folge entwickelte sich Fleischmann zu einem populären Film- und Fernsehdarsteller und trat in zahlreichen Produktionen auf. Im Kino spielte Fleischmann in den 1960er- und 1970er-Jahren sowohl in deutschen als auch in internationalen Koproduktionen mit. So übernahm er Rollen in der deutsch-spanischen Erotik-Actionfortsetzung "Die sieben Männer der Sumuru" (BRD/ES 1969) sowie im Italowestern "Il Nero – Haß war sein Gebet" ("L'odio è il mio Dio", IT/BRD 1969). Für seine Rolle des Leopold Grün in Alfred Weidenmanns Milieudrama "Das Freudenhaus" (BRD 1971), nach einer Vorlage seines Freundes Henry Jaeger, wurde er 1972 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.
Von 1971 bis 1974 spielte Fleischmann seine bekanntesten Kinorollen in fünf Verfilmungen der Romane des Schriftstellers Johannes Mario Simmel, die alle unter der Regie von Alfred Vohrer entstanden, darunter "Und Jimmy ging zum Regenbogen" (1971) und "Der Stoff, aus dem die Träume sind" (1972). Nach einer Hauptrolle im Actionfilm "Zinksärge für die Goldjungen" (BRD, IT 1973) und einer erneuten Zusammenarbeit mit Vohrer in "Drei Männer im Schnee" (BRD 1974) hatte Fleischmann 1975 im Episodenfilm "Verbrechen nach Schulschluss", ebenfalls von Vohrer inszeniert, seine letzte Kinorolle.
Im Fernsehen tauchte Fleischmann häufig in Gast- und Nebenrollen in beliebten Krimiserien wie "Derrick", "Der Kommissar" oder "Der Alte" auf. Auch in der ersten deutschen Science-Fiction Serie "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion" (später verkürzt "Raumpatrouille Orion"), die heute Kultstatus genießt, spielte er 1966 in zwei Folgen den Astronomen Dr. Schiller. Obwohl Fleischmanns Spezialität eigentlich in der Darstellung zwielichtiger und schmieriger Charaktere lag, trat er auch vermehrt als Hüter des Gesetzes auf. In den 1970er-Jahren war Fleischmann im Fernsehen konstant präsent und spielte zunehmend auch Hauptrollen, etwa im Durbrigde-Zweiteiler “Die Kette” (1977) oder in der Krimiserie “Die Protokolle des Herrn M” (1979). Anfang der 1980er-Jahre spielte er seine letzten Fernsehrollen. Nach seiner Hauptrolle in der 13-teiligen Serie “Der Fuchs von Övelgönne” (1981) war er zuletzt 1983 in der Traumschiff-Episode “Geschäftliches” als gestresster Geschäftsmann Kullmann zu sehen.
Seine markante Stimme brachte Herbert Fleischmann außerdem zum Hörfunk. Neben der Synchronisation von Fernsehserien in den 1950er und 60er Jahren war er in Hörspielen des Bayerischen Rundfunks zu hören. Diese Tätigkeit übte er auch neben seiner Film- und Fernsehkarriere weiter aus. Bis zu seinem Tod entstanden so knapp 250 Hörspielproduktionen, in denen er sowohl Haupt- als auch Nebenrollen sprach.
Herbert Fleischmann starb am 5. April 1984 im Alter von 59 Jahren in Cavigliano in der Schweiz an Herzversagen, eine Folge seiner langen Alkoholkrankheit.