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Viktor und Viktoria

Deutschland 1933 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Viktor Hempel, ein Kleindarsteller, der sich zu höheren Rollen (z.B. dem Hamlet) berufen glaubt, entpuppt sich bei der Abfuhr in einer Theateragentur als Komiker. Beim Rausschmiss trifft er auf die gleichfalls abgelehnte Sängerin Susanne Lohr. Viktor tritt im Kabarett als Damen-Imitator "Monsieur Viktoria" auf. Als er erkrankt, springt Susanne für ihn ein, natürlich mit Erfolg. Ihre Tournee führt sie nach London. Dort verdreht Susanne im Frack allen Frauen den Kopf, bis Robert, als "Londons berühmtester Frauenkenner" apostrophiert, ihrem Spiel auf die Schliche kommt. Während der echte Viktor einem Nummerngirl der Revue nachstellt, enttarnt Robert den falschen Viktor durch Mannbarkeitsproben. Schließlich muss Viktor Hempel am Schluss selbst als "Viktoria" in der Revue einspringen, um so Susanne freizugeben.

 

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Falk Schwarz
Was Schünzel schuldig bleibt
Das sollte niemand versuchen - nacheinander eine Stummfilmkomödie von Ernst Lubitsch anzuschauen und dann eine Tonfilmkomödie von Reinhold Schünzel. Während Lubitsch Spitzentanz auf dem Hochseil bietet, kommt Schünzel eher in derben Holzschuhen daher. Ein solcher Vergleich ist zwar nicht ganz fair, aber in diesem Film mangelt es vor allem an männlichen Hauptdarstellern. Hermann Thimig setzt die erste Szene in der Künstleragentur, in der er sich um ein Engagement bewirbt und hochdramatisch „Hamlet“ rezitiert, deshalb in den Sand, weil er derart überbetont, dass der Zuschauer sofort merkt: alles gar nicht ernst gemeint, er tut nur so, als wolle er Hamlet rezitieren, in Wahrheit soll das Ganze komisch sein, was nicht funktioniert (denn seine dramatische Talentlosigkeit wäre ja hoch peinlich), sodass das Lachen erstirbt. Der Film war trotzdem ein Riesenerfolg - wahrscheinlich, weil es im ersten Jahr des Dritten Reiches sonst nicht viel zu lachen gab. Leider rutscht in diesen Topf dann auch die hübsche und talentierte Renate Müller, die hier ein gekonntes androgynes Spiel auf die Bühne bringt, indem sie in Männerkleider schlüpft, ihren Busen gekonnt camoufliert und dabei so fraulich-männlich aussieht, dass Mann wie Frau von diesem Rollentausch, diesem Uneindeutigen, hingerissen sind. Dass sie im Verlauf des Ganzen dann in die Arme des ewig schönen Adolf Wohlbrück fällt, ist ihr (filmisches) Pech. Wer hätte schon gern einen so selbstgefälligen Narziss zum Partner? Ganz schlimm aber wird es, wenn Franz Doelle die von Schünzel gereimten Plattitüden mit seiner Musik unterlegt: „Mein Fräulein, es hat mich sehr gefreut - was ist das für ein Wetter heut‘?“ Die Protagonisten unterhalten sich zu Musik in Reimen. Der Lubitsch-Geläuterte sucht das Weite. Ungerecht gegen Renate Müller, deren Schicksal im Dritten Reich mit ihrem vorzeitigen Tod im Alter von 31 Jahren endete. Sie ist der Aktivposten dieses Lustspielchens. Dennoch - kein Sieg für „Viktor und Viktoria“.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • September 1933 - November 1933
Länge:
2703 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 17.09.1981, 52655, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.12.1933, Berlin, Gloria-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Viktor und Viktoria

Fassungen

Original

Länge:
2703 m, 99 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 17.09.1981, 52655, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.12.1933, Berlin, Gloria-Palast

Prüffassung

Länge:
11 Akte, 2771 m, 101 min
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 22.12.1933, B.35341, Jugendverbot