Und finden dereinst wir uns wieder...

Deutschland (West) 1947 Spielfilm

Inhalt

Deutschland, wenige Wochen vor Ende des 2. Weltkriegs: Heimlich verlässt eine Gruppe von Schülern ein westfälisches Evakuierungslager. Ihr Ziel ist Berlin, wo sie Deutschland gegen die Russen verteidigen wollen. Ihr Enthusiasmus für ihr Vaterland ist kaum zu bremsen. Doch der Weg nach Berlin öffnet den Schülern allmählich die Augen: Ein Soldat, der seine schrecklichen Kriegserlebnisse schildert, weckt erste Zweifel an den Idealen des Führers. Als dann der Erste der Gruppe fällt, ist ihr Idealismus endgültig erschüttert.

Einer der ersten Nachkriegsfilme, der einen kritischen Blick auf die Folgen der NS-Propaganda wirft.

 

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Falk Schwarz
Als ein "Reich" unterging
„Wie soll das bloss enden mit Deutschland?“ fragen sich die Lehrer in dem Evakuierungslager in den letzten Wochen des Krieges im Frühling 1945. Die Jungs sind jedoch nach wie vor beseelt von dem Glauben an den Führer und den Endsieg. Der NS-Lehrer (aufgeschreckt verwirrt: Kurt Langanke) will jetzt davon nichts mehr wissen, bittet die Schüler, seine SA-Uniform zu entsorgen. Doch der Anführer dieser kleinen Ausreisser-Schar, Wolfgang (Lutz Moik), kann es nicht begreifen. Zwar sagt sein Lehrer Bockendahl (Paul Dahlke) von ihm, er sei „sauber und ehrlich bis auf die Knochen, begeisterungsfähig, aufgeweckt und leider auch gutgläubig“. Sie verlassen das Lager und beginnen nun auf eigene Faust eine Odyssee nach Berlin, um die Stadt zu „verteidigen“. Dabei müssen sie anhören, was eine Frau im überfüllten Zug sagt: „Wir haben alle viel zu lange geschwiegen, bei allem, aber jetzt müssen wir reden, wie lange will er denn noch weitermachen, dieser...“ Da unterbricht sie Wolfgang. Nicht dieses Wort „Mörder“. Er antwortet der Frau treuherzig: „Was haben wir denn anderes als den Glauben an den Führer und an den Sieg?“ In Berlin angekommen, wird ihnen klar, dass alles zuende ist, nur die Menschlichkeit scheint noch nicht ganz verloren. Wolfgang versöhnt sich mit seiner Mutter. - Ein Porträt jener Zeit, in der niemand wusste, wie es weitergeht, wo alles einzustürzen drohte und kein Stein auf dem anderen blieb. Das ist klug in Szene gesetzt, lebt von Schauspielern wie Willi Rose, der als versprengter Soldat sich den Jungen anschliesst. Seine herzerfrischende Schnoddrigkeit im Berliner Jargon rührt. Dabei ist dieer Film weitgehend unpathetisch, dicht an den Gesichtern (Kamera: Klaus von Rautenfeld). Die Moral jedoch, nur der Führer sei an allem schuld, macht diesen Film allzu einseitig. Damals sah man noch nicht, wie groß die Schuld der Mitläufer war. Bestenfalls eine Momentaufnahme. Bleibt Goethes Trost: „und finden dereinst wir uns wieder über den Trümmern der Welt, so sind wir erneute Geschöpfe...“

Credits

Regie

Drehbuch

Musik

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Musik

Darsteller

Sprecher

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 25.04.1947 - 10.07.1947: Lüdenscheid
Länge:
2491 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Dezember 1947

Aufführung:

Uraufführung (DE): 02.12.1947, Berlin, Filmbühne Wien

Titel

  • Originaltitel (DE) Und finden dereinst wir uns wieder...
  • Verleihtitel (AT) Verführte Jugend

Fassungen

Original

Länge:
2491 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Dezember 1947

Aufführung:

Uraufführung (DE): 02.12.1947, Berlin, Filmbühne Wien