Peter Voss, der Millionendieb

Deutschland 1943-1946 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Als Polly die Million abheben will, die ihre Eltern bei der Bank für sie hinterlegt haben, drängt sie die Bankiers zu einer Verzweiflungstat: Sie inszenieren einen Diebstahl, da sie das Geld durch eine Fehlkalkulation des Bankinhabers nicht spontan auszahlen können. Der Prokurist Peter Voß soll als vermeintlicher Millionendieb den daraufhin beauftragten Meisterdetektiv, welcher der Verlobte Pollys ist, so lange in die Irre führen, bis ihnen das Geld zur Verfügung steht. Polly begleitet ihn auf der Verbrecherjagd um die Welt. Dabei entwischt Voß ihnen durch sein Verkleidungsspiel immer nur knapp, bis es ihm gelingt, Polly von seiner Unschuld zu überzeugen und sie zu seiner Komplizin wird. Nach einem gemeinsamen Liebesurlaub, gesteht Voß ihr die Pläne der Bank und sie überführen schließlich den Verlobten Pollys, der sie nur wegen ihres Geldes heiraten wollte.

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Falk Schwarz
Das Spiel mit der Illusion
Kann ein Film um die Welt reisen, ohne jemals einen Schritt aus dem Atelier getan zu haben? Obwohl es merkwürdig klingt: es ist möglich! Die Postkutschenfahrt findet in der Brandenburger Heide statt, die Bilder von Rio und Indien sind aus dem Archiv, die Mannschaft um Regisseur Karl Anton war sich nicht zu schade, für die Südsee-Aufnahmen Murnaus „Tabu“ zu plündern. Ansonsten haben die Architekten einfach nachgebaut, was nötig ist: Schiffsinterieurs, Westernbuden, indische Paläste, und die Exotik kam über flatternde Rückpro-Aufnahmen. So viel „Illusionierungsdreistigkeit“ (Witte) war nie. Wenn da nicht die alerten und pfiffigen Viktor de Kowa und Karl Schönböck gewesen wären, die mit Schmiss und Tempo den Film wenigstens einigermaßen über Wasser halten. Die Story ist abstrus, von gekünstelter Logik, aber lebt davon, dass Peter Voss und der ihn verfolgende Bobby Dodd immer dann auftauchen, wenn der Zuschauer es nicht erwartet. Alles fängt damit an, dass die mündig (!) gewordene Tochter (sehr hübsch und natürlich: Else von Möllendorf) die von Papa geschenkte Million einfordert: doch der Bankier hat auf Aktien gesetzt, die gerade im Keller sind, und verfügt über kein Bargeld. Also schlägt sein Prokurist Peter Voss vor, dass er die nicht vorhandene Million klaut, bis sich die Aktien wieder erholt haben. Das hört sich dann im Film so an: „Wenn die Million da gewesen wäre, hätte ich sie nicht zu stehlen brauchen, da sie aber nicht da ist, müsste ich sie stehlen, damit sie da ist. Das ist doch sonnenklar.“ Der Film kam im September 1944 in die Ateliers und befand sich bei Kriegsende gerade im Musikschnitt. Die DEFA hat ihn dann nach dem Krieg fertiggestellt und 1946 in den Kinos anlaufen lassen. Das war keine Reise um die Welt, aber wenigstens gab es ideologiefreie, witzige Dialoge. Und so einen charmanten Tausendsassa wie den Viktor de Kowa hat man im zugigen und behelfsmäßig reparierten Kinosaal vielleicht ganz gern gesehen. Eher ein Dokument des Übergangs als ein Film, den man gesehen haben sollte.

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

Schnitt

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 27.09.1943 - März 1944
Länge:
2554 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Sowjetische Militärzensur (DD):

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.09.1946, Berlin

Titel

  • Originaltitel (DE) Peter Voss, der Millionendieb

Fassungen

Original

Länge:
2554 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Sowjetische Militärzensur (DD):

Aufführung:

Uraufführung (DE): 27.09.1946, Berlin

Prüffassung

Länge:
87 min bei 25 b/s
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 03.11.1987, 00838-V [2. FSK-Prüfung]

Länge:
5 Akte, 2430 m, 89 min
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 27.01.1950, 00838, Jugendfrei ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei