Der Mann, der Sherlock Holmes war

Deutschland 1937 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Zwei erfolglose Detektive, Morris Flynn und sein Freund Macky, "spielen" mit Vergnügen Sherlock Holmes und Dr. Watson. Bis hin zur Verkleidung wirkt alles echt. Selbst die Polizei bittet um ihre detektivische Hilfe. Mary und Jane Berry, zwei junge Mädchen, sollen eine Erbschaft vom "lieben Onkel", einem braven Gelehrten, antreten. Tatsächlich ist der Erbonkel noch sehr lebendig und ein gesuchter Fälscher, der der Polizei immer entwischen konnte. Während der Pariser Weltausstellung können sie nun alle Register ihres Könnens – und das ihrer Vorbilder – ziehen und dank minutiöser Kleinarbeit schließlich die Fälscherbande dingfest machen. Doch dann werden Holmes und Watson selbst verhaftet und ihre Identität wird in Frage gestellt – was der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, der Erfinder der Romanfiguren, lachend zur Kenntnis nimmt.

 

 

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Falk Schwarz
Hoppla, ich bin der Holmes
Gerissen und gewieft erzählen die Autoren Karl Hartl und Robert A. Stemmle die Geschichte der sympathischen Schwindler, die sich Holmes und Watson nennen und in eine undurchsichtige und nebulöse Geschichte verwickelt sind, die sich erst nach und nach wie eine Zwiebel, die geschält wird, enthüllt. Pfeife, karierter Schottenmantel und Deerstalker Mütze geben schon den perfekten Detektiv ab. „Kleider machen Leute“. Doch gemach - es braucht 112 Minuten, bis alle Zweifel an der verwickelten Handlung geklärt sind. Natürlich wissen Holmes und Watson gleich zu Anfang, dass in dem Nachtzug, den sie anhalten, zwei gesuchte Verbrecher sind. Woher? Natürlich ist sich der flotte Holmes sicher, dass in der Taschenuhr, die der Chefverbrecher (der junge Siegfried Schürenberg) um die Kette in der Hand schwingt, sich die vier gesuchten Briefmarken befinden. Natürlich werden die beiden raffinierten Schwindler zum Schluss von den beiden Frauen gerettet, die ja wirklich…Die Geschichte muss nicht erzählt werden. Das Vergnügen, das Hans Albers und Heinz Rühmann beim Dreh gehabt haben, findet sich Szene zu Szene wieder. Auch als die Beiden sich einseifen und in ihren Badewannen singen: “Jawoll, meine Herr'n, das haben wir gern". Musikalisch unterlegt Hans Sommer dieser Kriminalgroteske einen mitreissenden Swing, der noch zusätzlich die Dreistigkeit der Dialoge betont. Was darf eine Kriminalgroteske? Darf sie die Zuschauer verwirren? Natürlich, sie soll es. Wenn der Albers noch vor allen Tätern weiß, was sie im Schilde führen, jeden Trick erkennt, jede Finte aufspürt und nur einmal im Kohlenkeller landet, dann kommt Ironie auf. Rühmann darf da nur verschmitzt in sich hineinlachen. Gegen einen Albers kann er sich nicht behaupten. Der Filmschnitt von Gertrud Hinz legt ein bewundernswertes Tempo vor, da entstehen Verve und Fluß. Tempo ohne Hetze! Nur der berühmte Fritz Arno Wagner lässt seine Kamera zu wenig tanzen und herumschwirren. Die Damen Claudius und Knoteck sehen gut aus und sorgen für Liebreiz. Was - dachte wohl Karl Hartl - braucht es noch?

Credits

Regie

Schnitt

Musik

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Kostüme

Schnitt

Musik

Liedtexte

Darsteller

Herstellungsleitung

Video-Erstanbieter

Dreharbeiten

    • März 1937 - Mai 1937: Ufa-Atelier Neubabelsberg
Länge:
3072 m, 112 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 13.07.1937, B.45742, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.07.1937, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titel

  • Originaltitel (DE) Der Mann, der Sherlock Holmes war

Fassungen

Original

Länge:
3072 m, 112 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 13.07.1937, B.45742, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.07.1937, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Prüffassung

Länge:
106 min
Format:
Video, 4:3
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 08.06.2004, v402, ab 12 Jahre

Länge:
2837 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.05.1958, 17014, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

TV-Erstsendung (DD): 29.12.1954, DFF;
TV-Erstsendung (DE): 30.12.1963, ZDF

Auszeichnungen

1937
  • Prädikat: Künstlerisch wertvoll