Das Sonntagskind

BR Deutschland 1956 Spielfilm

Inhalt

Deutschland 1948. Während des Karnevals zieht der rheinische Schneider Anton Wibbel in Köln mit einem schottischen Militärpolizisten um die Häuser – wobei Anton die Uniform seines neuen Freundes trägt. Als er erwischt und zur Strafe zu drei Wochen Haft verurteilt wird, überredet Anton seinen Kumpel Mattes, die Strafe für ihn abzusitzen. Damit wäre das Problem eigentlich gelöst – doch im Gefängnis stirbt Mattes plötzlich! Und nun wird der arme Anton offiziell für tot erklärt.

 

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Falk Schwarz
Wibbel ist gar nicht der Wibbel
Rühmann in guten Geschichten zuzusehen, ist eine Freude. Er spielt den Schneider Wibbel, der alle Höhen und Tiefen, Freud und Leid, Enttäuschung, Widerstand, Lüge und Liebe durchmacht. Und nur, weil er sich hinreissen lässt, eine englische Uniform zu beleidigen. Aber es ist doch Karneval! „Mama gib den Schlüssel raus, nur ein einz‘ges Mal“ singen sie. Diese turbulente Szene hat etwas: denn trotz Atelier in Berlin ist dem Regisseur Kurt Meisel und seinem Architekten Hanns H. Kuhnert ein dichtes und wirkllichkeitsgetreues Karnevalsfest gelungen. Ja, so sind sie im Rheinischen - da wird geschoben und gelacht, Krach gemacht und getrunken. Trotzdem gehen im Film die leisen Töne nicht verloren - wenn Rühmann den Daumen der rechten Hand abspreizt und dann mit den Fingern der Linken an den Fingerspitzen der anderen Hand entlangfährt - das ist seine Art, Verzagtheit zu zeigen, Verzweiflung und Trauer. Thema war auch 1956 noch (obwohl der Film 1948 spielt): die Besatzungsmacht. In diesem Fall die Engländer. Man war sie leid. Anton Wibbel hat einen schottischen Militärpolizisten (imposant hackenknallend: Walter Giller) kennengelernt, der kaum deutsch versteht. Aber Rühmann redet so an ihn hin, als würde das keine Rolle spielen. „Bosti, die Politik, die ihr mit uns treibt, ist falsch“. Begründung? „Wenn ich den Krieg gewonnen hätte, hätte ich alles getan, damit der Verlierer so schnell wie irgend möglich vergisst, dass er den Krieg verloren hat.“ Das mag einem Schneider erlaubt sein, so einfach zu denken. Aber Drehbuchautor Gustav Kampendonk war beileibe kein Simpel und hätte seinem Protagonisten schon Differenzierteres in den Mund legen dürfen. „Das Leben macht keinen Spaß mehr, wenn man tot ist“, meint Wibbel und löffelt den Brei aus, den er sich da eingebrockt hat. Köstlich die Charge von Wolfgang Müller als Kriminalassistent, der dem Inspektor logisch einleuchtend beweist: der Wibbel ist gar nicht der Wibbel. Exzellente Unterhaltung - auch heute noch!

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Schnitt

Liedtexte

Darsteller

Produktionsfirma

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Dreharbeiten

    • Atelier Berlin-Tempelhof, Drachenburg / Königswinter
Länge:
2618 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 15.08.1956, 12693, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 12.09.1956, Düsseldorf, Apollo

Titel

  • Originaltitel (DE) Das Sonntagskind
  • weiterer Titel Schneider Wibbel

Fassungen

Original

Länge:
2618 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 15.08.1956, 12693, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 12.09.1956, Düsseldorf, Apollo