Berliner Ballade

Deutschland (West) 1948 Spielfilm

Inhalt

Eine satirische Parabel der deutschen Nachkriegsrealität, präsentiert als "Rückblick" aus dem Jahr 2048: Gert Fröbe spielt den deutschen Durchschnittsbürger "Otto Normalverbraucher", der 1949 aus der Gefangenschaft auf Umwegen nach Berlin zurückkehrt und sich in die Nachkriegsrealität einfinden muss. Er trifft auf Schwarzhändler und Reaktionäre, sucht Arbeit und Nahrung und findet am Ende sogar seine "Traumfrau".

Drehbuchautor Günter Neumann adaptierte für diesen Film sein erfolgreiches Kabarettprogramm "Schwarzer Jahrmarkt", die "Revue der Stunde Null".

 

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Falk Schwarz
"Wir gehen mit Anstand vor die Hunde"
Wenn's nicht so ernst wäre, wär's vielleicht lustiger. Kabarettist Günter Neumann rückt mit munterem Wortwitz einer deprimierenden Nachkriegszeit zu Leibe. Ironie tropft aus jedem Satz. Der arg hungrige und überschlanke Otto (Gert Fröbe) kommt - gerade aus der Gefangenschaft entlassen - in "sein" Berlin zurück und staunt. Nichts als Trümmer, wohin man schaut. Seine Bude hat nur noch drei Wände, die Heiratsvermittlerin (Tatjana Sais, Ehefrau von Günter Neumann) hat sich ebenso wie der Schieber (Aribert Wäscher) den besseren Teil der Wohnung unter den Nagel gerissen. Jeder denkt erstmal an sein eigenes Überleben. Die Sais singt: "Im großen Wartesaal des Lebens warten alle auf das Glück". Fröbe tauscht seinen Frack ein und hat nun einen Anzug "nach Maß, aber für einen anderen". "Kopf hoch", wird gesungen, "die Sache wird schon schiefgehen". Fröbe träumt von Kuchenbergen mit Schlagsahne und den Frauen - sechs Berliner Frauen kommen auf einen Mann - und richtig: da ist sie. Küsschen, Küsschen. - Viel ist da nicht zu inszenieren, wenn es nicht den Kameramann Georg Krause gäbe. Er kennt kein Pardon, ist und bleibt Realist, zeigt uns Berlin in seiner ganzen Schuttmisere, findet immer neue Details und Winkel und da versteht man plötzlich, wie es dem Otto zumute gewesen sein muss: das wieder aufbauen? Unmöglich! Der fatalistisch-gelassene Erzähler (Erik Ode) bringt es auf den Punkt: "Diese Zeit muss durchgestanden werden. Nur - wie? - Die Berliner jedenfalls saßen Abend für Abend dicht gepackt in Neumanns "Revue der Stunde Null", konnten über ihre eigene Misere lachen und waren dem Kabarettisten dankbar für diese Flucht aus dem damaligen Heute. Verfilmt hätte man diesen "schwarzen Jahrmarkt" besser nicht.

Credits

Drehbuch

Kamera

Darsteller

Alle Credits

Drehbuch

Kamera

Kostüme

Liedtexte

Darsteller

Sprecher

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 1948: Berlin [Sommer (?)]
Länge:
2499 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Dezember 1948;
FSK-Prüfung (DE): 01.09.1953, B 226, Jugendfrei ab 16 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 30.08.1955, B 226 [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (DE): 31.12.1948, Berlin, Marmorhaus;
TV-Erstsendung (DE): 22.09.1957, ARD

Titel

  • Originaltitel (DE) Berliner Ballade
  • Arbeitstitel Schwarzer Jahrmarkt
  • Arbeitstitel Berliner Strasse 48

Fassungen

Original

Länge:
2499 m, 91 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Dezember 1948;
FSK-Prüfung (DE): 01.09.1953, B 226, Jugendfrei ab 16 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 30.08.1955, B 226 [2. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung (DE): 31.12.1948, Berlin, Marmorhaus;
TV-Erstsendung (DE): 22.09.1957, ARD