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Sässlen ist ein kleiner Ort im Osten Deutschlands. Die illustren Bürger des Städtchens hoffen noch immer auf den viel beschworenen "Aufschwung Ost", der sich eines Tages tatsächlich einzustellen scheint: Der talentierte schwarze Fußballer Ade nämlich schießt nicht nur viele elegante Tore – er hat Sässlen auch zu einer kleinen Berühmtheit gemacht. Daher kommt man in Sässlen eines Tages auf die Idee, Gewinn bringende Ade-Fanartikel zu produzieren.
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Sven ist Kerstins Ersatz für Micha, nachdem diesem das heimliche Verhältnis mit Kerstin doch zu anstrengend wurde. Trotzdem ist Micha eifersüchtig auf Sven, was Kerstin irgendwie freut, aber die ganze Sache natürlich nicht einfacher macht. Otto Resser ist mit Inge verheiratet. Er ist der einflussreichste Bauunternehmer in Sässlen, der Vater von Micha und als Präsident der Vater des Erfolgs des Fußballvereins. Ottos Kompromisslosigkeit, sein Durchsetzungsvermögen und seine kreative Buchführung sind das Fundament für den wirtschaftlichen wie sportlichen Aufschwung der Stadt. Am Ende wird Ottos Einfallsreichtum jedoch eine Sache fürs Gericht – und Inge heult.
Rolf Kubicek ist der Vater von Sylvia. Die Geschäfte als Staubsaugervertreter gehen schlecht, und so klappt es auch mit seiner Frau Bärbel im Bett nicht mehr richtig. Die Lehrerin für Deutsch und Geschichte treibt es daher in die Arme des Schuldirektors Peter Krüger. Doch der Siegeszug der Sässlener Kicker, der vor allem dem schwarzen Torjäger „Blondie“ Banjo zu verdanken ist, bringt Rolf Kubicek auf eine neue Geschäftsidee – und bald reüssiert sein Fanartikelverkauf. Seitdem geht es auch im Ehebett steil bergauf.
Benny, der 18-jährige Sohn der Kubiceks und damit Sylvias Bruder, verbringt die meiste Zeit zusammen mit seinem Freunds Timo. Sie trinken Bier, rauchen, reden über Mädchen und überfallen, wenn die Kippenvorräte aufgebraucht sind, den Vietnamesen vor der Kaufhalle, um diese wieder aufzustocken. Das Leben könnte so schön sein in der ostdeutschen Provinz, wenn nicht ein Münchner Großverein auf die schwarze Kicker-Perle aufmerksam geworden wäre. Gerüchte besagen, dass „Blondie“ in der nächsten Saison an der Isar spielt – und schon steckt der Aufschwung Ost in der Krise...
„Befreite Zone“ ist 14. November 2004 parallel im ZDF und im „Dritten“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg erstausgestrahlt worden. Die Nachwende-Koproduktion zwischen Potsdam (der ORB war inzwischen mit dem Sender Freies Berlin zum RBB fusioniert) und Mainz („Das kleine Fernsehspiel“) wurde mit dem Prädikat „Beste Regie“ und „Bestes Drehbuch“ mit dem Studio Hamburg-Nachwuchspreis 2003 ausgezeichnet. Norbert Baumgartens nach „Flachschwimmer“ (2001) zweiter Film, seine Diplomarbeit an der Babelsberger Filmhochschule Konrad Wolf, fängt die Aufschwungseuphorie der neuen Bundesländer mit Charme und Ironie ein – und lässt dabei kein Klischee aus. Schon deshalb, weil sich die personenreiche Story nach tollem Auftakt arg verzettelt.
Der 1973 in Bautzen geborene Autor und Regisseur kennt sich aus im wilden Osten, das zeigt sich an jedem Detail dieser liebenswürdigen, letztlich aber auch etwas zu oberflächlichen Komödie, die – das ist sicherlich den TV-Kooperationspartnern geschuldet – in ein herziges happy end mündet.
Pitt Herrmann