A Most Wanted Man

Deutschland Großbritannien 2012-2014 Spielfilm

Summary

Spy film based on the novel by John Le Carré: Günther Bachmann is the head of an off-the-record special unit in Hamburg that detects terrorist activities and heckles suspects. One day he and his team track down the Chechen Karpov who had been tortured in Russian arrest and then illegally entered Germany. Karpov addresses a private bank in Hamburg and raises a claim to a bank account with the illegal earnings of his late father. Bachmann wants to use Karpov as a decoy for a much more important wirepuller in the background, but his superiors and the Hamburg based CIA agents have other plans with him.

 

Comments

You have seen this movie? We are looking forward to your comment!

Heinz17herne
Heinz17herne
Ein Mann klettert aus der Elbe, als uns ein Off-Kommentar darüber informiert hat, dass Hamburg unter besonderer Beobachtung nicht nur der deutschen Behörden steht, seit Mohammed Atta mit seiner Terrorzelle in der Hansestadt die Anschläge vom 11. September 2001 vorbereitete.
Sein offenbar schmutziges oder geschwärztes Gesicht ist unter der Kapuze seines Mantels verborgen. Schnitt. Ein Zivilpolizist genehmigt sich einen tiefen Schluck aus einem Glas mit Hochprozentigem, zündet die nächste Zigarette an und kramt in einem Stapel Fotos. Offenbar Bilder überwachter Personen. Auf dem Monitor seines Schreibtisches ist auch der Kapuzenmann vom Hamburger Hafen zu erkennen. Am Bahnhof trifft er sich in offenbar konspirativer Absicht mit einem weiteren Mann, den der Beamte als „dumme Vogelscheuche“ bezeichnet: seine Leute sollen schnellstens dessen Identität ermitteln...

Unter dem Titel „Marionetten“ erschien 2008 in Deutschland ein Roman von John le Carré, dem britischen Altmeister des intelligenten Polit-Thrillers („Der Spion, der aus der Kälte kam“, „Dame König As Spion“, „Der ewige Gärtner“), der von Anton Corbijn unter dem Originaltitel „A Most Wanted Man“ in britisch-deutscher Produktion verfilmt worden ist an den Hauptschauplätzen Hamburg und Berlin. Nach der Uraufführung am 19. Januar 2014 auf dem Sundance Film Festival kam er nicht zufällig am 11. September des gleichen Jahres in die deutschen Kinos – als letzter Film, in dem Philip Seymour Hoffman in einer Hauptrolle zu sehen ist.

Hoffman ist der kettenrauchende Zivilpolizist Günther Bachmann, der einer kleinen, offiziell gar nicht existierenden Gruppe von deutschen Geheimdienstlern vorsteht, zu der Erna Frey als seine rechte Hand und eine Handvoll rund um die Uhr einsatzbereiter Jungspunde wie Maximilian gehören. Sie haben bald die Identitäten der beiden fraglichen Personen herausgefunden. Der Wassermann heißt Issa Karpov und ist der Sohn einer tschetschenischen Mutter und eines russischen Vaters, der, als die Sowjetunion zerfiel, einträgliche Geschäfte mit der russischen Mafia machte. Nach seinem Tod beansprucht Issa Karpov das millionenschwere Vermögen, das im Hamburger Privatbankhaus Brue liegen soll. Sein Gegenüber, in der St. Pauli-Szene nur „der Admiral“ genannt, soll ihm helfen, Kontakt mit dem Banker aufzunehmen.

Zunächst muss Karpov, der illegal und ohne Papiere nach Hamburg gekommen ist, untertauchen – und wird von Leyla Oktay und ihrem Sohn Melik aufgenommen, nachdem er die Türkin auf der Straße angesprochen und ihr beim Tragen der Einkäufe geholfen hat. Diese wiederum stellt den Kontakt zur jungen Anwältin und „Zuflucht Nord“- Menschenrechtsaktivistin Annabel Richter her, die sich davon überzeugt, dass Karpov in russischen und später türkischen Gefängnissen schwer gefoltert wurde. Sie will sich um einen Asylantrag kümmern und nimmt Kontakt zum britischen Bankier Thomas Brue auf, dessen Vater damals zwielichtige Geschäfte mit Karpovs Vater machte und das „Erbe“ in Verwahrung nahm. Karpov kann einen Brief der beiden Väter vorweisen, kennt den Passwort-Code zum Nummernkonto und befindet sich überdies im Besitz eines bestimmten Schlüssels: Brue ist bereit, das Geld auszuzahlen.

Doch die enorme Summe und die Ungewissheit, was Karpov mit den Millionen macht, treiben gleich mehrere Geheimdienste um. So reist die smarte Martha Sullivan, eine hochrangige Mitarbeiterin des CIA in der Berliner Botschaft, nach Hamburg. Und der Hamburger Geheimdienst-Chef Dieter Mohr, dem der unkonventionelle Stil seines „Kollegen“ Bachmann schon lange ein Dorn im Auge ist, sieht seine Chance gekommen, einen lästigen, weil so erfahrenen wie erfolgreichen Konkurrenten loszuwerden. Bachmann, mit dem Makel behaftet, vor Jahren in Beirut eine nicht nur beruflich schwere Niederlage erlitten zu haben, bei der seine wichtigsten Informanten enttarnt und umgebracht worden sind, ist misstrauisch. Sowohl den Amis, die seinerzeit im Libanon ihre Hand im schmutzigen Spiel hatten, als auch dem sturen Bürokraten Mohr gegenüber: beide plädieren für ein schnelles Eingreifen gegen den von Interpol als militanten Dschihadisten eingestuften Karpov, zumal dieser die Millionen Dr. Faisal Abdullah übergeben will, einem wohlhabenden, gemäßigten islamischen Gelehrten, der für seine gemeinnützigen Stiftungen und wohltätigen Aktivitäten bekannt ist.

Günther Bachmann hat schon seit geraumer Zeit Abdullah im Verdacht, über eine zyprische Reederei Geld zu waschen und islamistische Terroristen zu unterstützen. Mit dessen Sohn Jamal verfügt er über einen Informanten mitten im Zentrum und sieht nun eine Chance, den angeblichen Ehrenmann zu überführen. Dafür holt sich Bachmann die Zustimmung seiner höchsten Chefs in Berlin, dem Innenminister Erhard Burgdorf, seinem Staatssekretär Otto Keller und dem Leiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes, Michael Axelrod, der bisher schon schützend seine Hand über den in Beirut Gestrauchelten gehalten hat. Der Banker und die Anwältin werden eingeweiht und bei der offiziellen Geldtransaktion verwanzt. Die Liste von humanitären Institutionen, denen Abdullah die zehn Millionen Euro zukommen lassen will, wird von den Geheimdiensten in Berlin und Washington sofort überprüft und als unbedenklich eingestuft. Günther Bachmann erhält grünes Licht...

„A Most Wanted Man“ ist die brillante Adaption eines so hochspannenden wie politisch brisanten Spionagethrillers. Denn Deutschland-Kenner John le Carré weiß, wovon der schreibt und was, soviel darf verraten werden, in der vorletzten Einstellung des vorzüglichen Kameramanns Benoit Delhomme zu sehen ist: die attraktive CIA-Dame verlässt den Ort des sich rasch zuspitzenden Geschehens wie ein zufälliger unbeteiligter Zeuge. Günther Bachmann am Steuer seines Mercedes-Oldtimers weiß es besser...

Anton Corbijn („Control“, „The American“) hat mit einem internationalen Star-Ensemble arbeiten können, darunter der Elite deutscher Schauspieler in teilweise kleinsten Rollen. Der Film hat seinen Platz in der Filmgeschichte als letzter Kinostreifen mit Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle. Der Regisseur über seinen am 2. Februar 2014 in New York verstorbenen Titeldarsteller in seinem am folgenden Tag in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ erschienenen Nachruf: „Ich habe mir diesen Mann immer vorgestellt als einen, der eine ausgeprägte Physis besitzt, ebenso Intelligenz und eine gewisse Art von Führungsqualität. Als Phil und ich den Film in einem frühen Stadium gemeinsam anschauten, konnte ich nicht glauben, dass der Typ, der da neben mir saß, dieselbe Person war wie die Figur auf der Leinwand. Der Glaube an die Realität seiner Figur war vollkommen. Trotz aller Probleme, die er jenseits der Filmarbeit hatte, hat seine Darstellung nie darunter gelitten.“

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Director

Assistant director

Screenplay

based on

Director of photography

Camera operator

Steadycam operator

Lighting design

Key grip

Dolly grip

Production design

Art director

Set design

Editing

Synch sound

Stunt co-ordinator

Casting

Cast

in co-production with

Line producer

Unit production manager

Production coordinator

Original distributor

Shoot

    • 24.09.2012 - 20.11.2012: Hamburg
Duration:
122 min
Format:
HD, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 14.08.2014, 146450, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 11.09.2014

Titles

  • Originaltitel (DE) A Most Wanted Man
  • Weiterer Titel (DE) Marionetten - A most wanted Man

Versions

Original

Duration:
122 min
Format:
HD, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 14.08.2014, 146450, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 11.09.2014

Awards

Hessischer Film- und Kinopreis 2014
  • Hessischer Film- und Kinopreis, Beste Literaturverfilmung
FBW 2014
  • Prädikat: besonders wertvoll