Das Phantom von Soho

BR Deutschland 1963/1964 Spielfilm

Inhalt

Eine unheimliche Serie von Morden hält London in Atem. Die Opfer werden mit einem langen Messer im Leib und einem Umschlag voller Geld gefunden. Die Spur führt in eine Striptease-Bar im Londoner Stadtteil Soho. Inspektor Patton von Scotland Yard findet heraus, was alle Opfer gemeinsam haben: Vor Jahren waren sie zusammen auf einer Luxusyacht und haben dort ein Verbrechen begangen, das das "Phantom" nun rächt, indem es alle Beteiligten der Reihe nach umbringt. Aber wer ist der dämonische Rächer – oder die Rächerin?

 

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Falk Schwarz
Große Schauspielerin - kleiner Film
Nachdem Elisabeth Flickenschildt ihren ersten Wallace-Krimi gedreht hatte, saß sie ihrem Intendanten gegenüber: "Hast Du etwas dagegen, wenn ich in solchen Filmen spiele?" Darauf Gustaf Gründgens, lachend: "Nein, Flicki, natürlich nicht. Wenn dann noch erwähnt wird, dass Du Mitglied im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg bist, dann freue ich mich über die zusätzliche Publizität für unser Haus." Nach der geheimnisvollen Mutter in "Das indische Tuch" und der singenden Barfrau in "Das Gasthaus an der Themse" ist die Flickenschildt nun hier die Chefin des Striplokals "Sansibar". Sie sitzt im Rollstuhl, steht aber am Ende des Films mühelos auf und flüchtet. Eine große Schauspielerin unter ihren Möglichkeiten - weder geheimnisvoll, noch verrucht, noch zwielichtig. - Die Schauspieler sind Opfer einer ehrgeizlosen Inszenierung: Hans Söhnker kann als Chef von Scotland Yard seine Bonhomie nicht abstreifen, der ewige "Heidekavalier" Dieter Borsche wirkt als harter Chefinspektor eher hilflos, die überschlanke Helga Sommerfeld stakst im Bikini durch die Bar und soll den braven Hans Nielsen verführen. Wer denkt sich so etwas aus? Unfreiwillig komisch wirken Barbara Rütting und ihr "Film-Verlobter" Hans Söhnker, wenn sie Süßholz raspeln. Es ist mit Händen zu greifen: an derart hölzernen Dialogen scheitert jedes Schauspiel. Die Spannung fällt ab, der Film tritt auf der Stelle - eine Krimi-Todsünde. Allerdings gelingen Kameramann Richard Angst ungewöhnliche Perspektiven und eindrucksvolle Kamerafahrten. Aber auch er kann dieses flaue Filmchen nicht retten. Erdacht hat den Plot der Sohn von Edgar Wallace, weil doch die Rechte am Vater Wallace längst an die Rialto-Film verkauft worden waren. Produzent Artur Brauner, Immobilienbesitzer und vielfacher Millionär, hatte die Edgar-Wallace-Welle zunächst verschlafen und hängte nun seinen Brotkorb noch höher. Regisseur Franz Josef Gottlieb schlug er vor: "Wenn Sie beim Dreh etwas schneller sind, zahle ich Ihnen 10.000 Mark extra". Darauf Gottlieb: "Sie wollen mich bestechen, damit Sie schlechtere Qualität bekommen. Mit mir nicht!" - Deutsche Filmwirklichkeit 1963.

Credits

Drehbuch

Kamera

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Drehbuch

Kamera

Kamera-Assistenz

Kostüme

Gesang

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 18.11.1963 - 06.01.1964: Berlin; CCC-Studios Berlin-Spandau
Länge:
2644 m, 97 min
Format:
35mm, 1:2,35 (Utrascope)
Bild/Ton:
s/w + Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 06.02.1964, 31585, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 14.02.1964 [in mehreren Städten]

Titel

  • Originaltitel (DE) Das Phantom von Soho

Fassungen

Original

Länge:
2644 m, 97 min
Format:
35mm, 1:2,35 (Utrascope)
Bild/Ton:
s/w + Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 06.02.1964, 31585, ab 18 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 14.02.1964 [in mehreren Städten]