Biografie
Michael Wiesweg, geboren am 10. Dezember 1960 in Essen, absolvierte nach dem Abitur von 1981 bis 1983 eine Ausbildung an der Berliner Fachschule für Fototechnik. Im Anschluss arbeitete er als Kameraassistent an diversen Film- und TV-Produktionen. Vor allem der Chefkameramann Jürgen Jürges, mit dem er 1989 bei "Die Tänzerin" und "Schatten der Wüste" und 1993 bei "Le Brouillard / The Fog" zusammenarbeitete, wurde während dieser Zeit nach eigenem Bekunden zu seinem wichtigsten Lehrmeister.
Im Jahr 1990 war Wiesweg bei Arend Agthes "Wunderjahre" erstmals als verantwortlicher Kameramann tätig, gefolgt von zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen. Für Thomas Arslan fotografierte er "Geschwister – Kardeşler" (1997), "Dealer"(1999), "Der schöne Tag" (2001) sowie "Ferien" (2007). Im Jahr 2004 zeichnete er für die Kamera bei den preisgekrönten Filmen "Die syrische Braut" von Eran Riklis und "Allein" von Thomas Durchschlag verantwortlich. Drei Jahre später arbeitete er bei dem Historiendrama "Das Gelübde" erstmals mit Dominik Graf zusammen – und wurde für seine Bildgestaltung mit dem Deutschen Kamerapreis 2008 ausgezeichnet.
Ebenfalls 2008 engagierte Graf ihn als Chefkameramann für seinen aufwändigen TV-Mehrteiler "Im Angesicht des Verbrechens", der 2010 ausgestrahlt wurde. Für seine Bildgestaltung erhielt Wiesweg den Deutschen Fernsehpreis und einen Grimme-Preis. Bis 2018 arbeitete er noch mehrfach mit Graf zusammen, so etwa bei dem Krimi "Das unsichtbare Mädchen" (2011, TV), dem Historienfilm "Die geliebten Schwestern" (2013), für den er mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, und der Charakterstudie "Hanne" (2018).
Zu Wieswegs bekanntesten Arbeiten gehören außerdem die Serie "Weissensee" (2010-2018), der in Israel spielende Kinofilm "Mein Herz tanzt" (IL/DE/FR 2014), Sönke Wortmanns Komödie "Sommerfest" (2016), und die Krimireihe "München Mord" (2019-2023). Seine letzte Arbeit war die TV-Komödie "Pärchenabend" (2024).
Nach schwerer Krankheit starb Michael Wiesweg am 15. März 2026 in Berlin.