Maximilian Schell
Quelle und © ARD Degeto/Stefan Haring
Maximilian Schell
Fotogalerie
Alle Fotos (10)Biografie
Maximilian Schell, geboren am 8. Dezember 1930 in Wien. Der Sohn des schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Noé von Nordberg hat drei Geschwister – Carl, Immatriculata (später als Immy bekannt) und Maria –, die als Erwachsene ebenfalls eine Schauspielkarriere einschlagen. 1938 emigriert die Familie in die Schweiz, dort besucht Schell das Gymnasium und leistet nach dem Abitur seinen Militärdienst ab.
1953 arbeitet er bereits als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg an der Basler Komödie. Es folgen Engagements in Essen, Bonn, München und Berlin. 1958 tritt er am Broadway auf, ein Jahr später holt ihn Gustaf Gründgens ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Dort gibt er u.a. 1963 den "Hamlet" unter der Regie von Gründgens. Auch in den folgenden Jahrzehnten spielt und inszeniert Schell an zahlreichen Bühnen im In- und Ausland.
Schells Filmkarriere beginnt 1955 mit seiner Rolle als verzweifelter Deserteur in "Kinder, Mütter und ein General". Seine Darstellung in Helmut Käutners Kriegsdrama "Ein Mädchen aus Flandern" erregt internationale Aufmerksamkeit, und 1958 gibt er sein Hollywood-Debüt in "The Young Lions" (Die jungen Löwen) von Edward Dmytryk. 1961 erhält Schell einen Oscar für die Darstellung des Verteidigers in der prominent besetzten Produktion "Judgement at Nuremberg" (Das Urteil von Nürnberg), in der u.a. Marlene Dietrich mitwirkt. Als nunmehr international gefragter Filmschauspieler wirkt er an der Seite von Sophia Loren in "I Sequestrati Di Altona" (Die Eingeschlossenen von Altona) von Vittorio De Sica mit.
1968 produziert Schell die Kafka-Verfilmung "Das Schloß", in der er auch die Hauptrolle übernimmt. Als Regisseur, Autor, Darsteller und Produzent realisiert er "First Love", der von der Kritik ebenso gefeiert wird wie "Der Fussgänger", der u.a. den Deutschen Filmpreis (Goldene Schale) für den Besten Spielfilm erhält. Beide Filme werden zudem für einen Oscar nominiert und international vielfach ausgezeichnet. Mit der prominent besetzen Produktion "Der Richter und sein Henker" adaptiert Schell den gleichnamigem Roman von Friedrich Dürrenmatt, einige Jahre später verfilmt er Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald".
Neben seinen eigenen Projekten wirkt Schell weiterhin als Star-Schauspieler in internationalen Kinoproduktionen mit, etwa in "A Bridge Too Far" (Die Brücke von Arnheim, 1977), "Avalanche Express" (Lawinenexpress, 1979), "The Black Hole" (Das schwarze Loch, 1979) und "The Chosen" (Die Erwählten, 1981). Für die deutsche Produktion "Morgen in Alabama" erhält Schell 1984 den Deutschen Filmpreis (Filmband in Gold) als Bester Schauspieler.
Ein 17-stündiges Tonbandgespräch mit Marlene Dietrich bildet den Ausgangspunkt für Schells Film "Marlene" (1983), in dem er Spielszenen, dokumentarisches Material und Interviewpassagen zu einem intimen Porträt der legendären Künstlerin verdichtet. 1989 übernimmt Schell die Hauptrolle in dem Gerichtsdrama "Der Rosengarten", das ungesühnte NS-Verbrechen thematisiert; 1993 spielt er neben Anna Thalbach in der Dürrenmatt-Verfilmung "Justiz" von Hans W. Geissendörfer. 2002 präsentiert Maximilian Schell mit "Meine Schwester Maria" eine Dokumentation über Maria Schell (1925-2005), die nach ihrer internationalen Karriere als Schauspielerin in späteren Jahren unter schweren körperlichen und psychischen Problemen litt.
Maximilian Schell, der auch als Pianist und Schriftsteller reüssieren konnte, ist seit 1986 mit der russischen Schauspielerin Natalija Andreijčenko verheiratet und lebt vorwiegend in den USA.
Filmografie
| 2006/2007 |
Verstörung - und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki Mitwirkung |
| 2006 |
Haus der schlafenden Schönen Darsteller |
| 2003/2004 |
Die Rückkehr des Tanzlehrers Darsteller |
| 2001/2002 |
Meine Schwester Maria Mitwirkung, Regie, Drehbuch, Produzent |
| 1998/1999 |
Wer liebt, dem wachsen Flügel... Darsteller |
| 1998/1999 |
Fisimatenten Darsteller |
| 1998/1999 |
Mein liebster Feind Mitwirkung |
| 1998/1999 |
I Love You Baby Darsteller |
| 1996/1997 |
Through Roses Darsteller |
| 1994 |
Ein Freund, ein guter Freund. Heinz Rühmann 1902-1994 Mitwirkung |
| 1993 |
Die Bibel - Abraham Darsteller |
| 1993 |
Justiz Darsteller |
| 1990-1994 |
Labyrinth Darsteller |
| 1990 |
Glaube, Liebe, Hoffnung in Moskau Darsteller |
| 1989 |
Der Rosengarten Darsteller |
| 1989 |
Showgeschichten Darsteller |
| 1988 |
Showgeschichten Darsteller |
| 1986 |
Kronen, Könner, Kavaliere: Die Schells Mitwirkung |
| 1984/1985 |
Die Föhnforscher Co-Produzent |
| 1983/1984 |
Morgen in Alabama Darsteller |
| 1983/1984 |
Marlene Mitwirkung, Regie, Drehbuch |
| 1982/1983 |
Les îles Darsteller, Produzent |
| 1978/1979 |
Geschichten aus dem Wienerwald Sprecher, Regie, Drehbuch, Produzent |
| 1976/1977 |
Steiner - Das Eiserne Kreuz Darsteller |
| 1975 |
Ansichten eines Clowns Produzent |
| 1975 |
Der Richter und sein Henker Regie, Drehbuch, Produzent |
| 1974 |
Die Akte Odessa Darsteller |
| 1972/1973 |
Der Fußgänger Darsteller, Regie, Drehbuch, Produzent |
| 1972 |
Paulina 1880 Darsteller |
| 1971 |
Trotta Drehbuch |
| 1969/1970 |
First Love Darsteller, Regie, Drehbuch, Produktionsleitung |
| 1968 |
Das Schloß Darsteller, Co-Produzent |
| 1967/1968 |
Heidi kehrt heim Darsteller |
| 1964/1965 |
Der seidene Schuh Darsteller |
| 1964 |
Letters of Mozart - Briefe Mozarts Darsteller, Drehbuch |
| 1962 |
I Sequestrati di Altona Darsteller |
| 1960/1961 |
Hamlet Darsteller |
| 1959 |
Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste Darsteller |
| 1958 |
Die sechste Frau Darsteller |
| 1957 |
Der Meisterdieb Darsteller |
| 1957 |
Taxichauffeur Bänz Darsteller |
| 1956/1957 |
Die Letzten werden die Ersten sein Darsteller |
| 1956 |
Ein Herz kehrt heim Darsteller |
| 1956 |
Die Ehe des Dr. med. Danwitz Darsteller |
| 1955/1956 |
Ein Mädchen aus Flandern Darsteller |
| 1955 |
Reifende Jugend Darsteller |
| 1955 |
Der 20. Juli Darsteller |
| 1954/1955 |
Kinder, Mütter und ein General Darsteller |


