Christine Kaufmann

Christine Kaufmann

Weitere Namen: Christine Maria Kaufmann (Geburtsname)
Darstellerin, Kostümbild, Musik
*11.01.1945 Lengdorf, Steiermark, Österreich; †28.03.2017 München

Biografie

Christine Kaufmann wurde als Tochter eines Ingenieurs und einer Maskenbildnerin am 11. Januar 1945 in Lengdorf geboren. Aufgewachsen in München, nahm sie als Kind Ballettunterricht am Theater am Gärtnerplatz und beim Bayerischen Staatsopernballett.

Bereits 1952 gab sie ihr Leinwanddebüt in Willi Forsts "Im weissen Rössl". Es folgten weitere Auftritte in Filmen wie "Salto mortale" (1953), "Der Klosterjäger" (1953) und "Der schweigende Engel" (1954). Der Durchbruch kam mit der ersten Hauptrolle, die Christine Kaufmann zum populären Kinderstar aufsteigen ließ: In Harald Reinls "Rosen-Resli" (1954), eine Adaption der gleichnamigen Novelle von Johanna Spyri, rührte sie die Massen als Waisenkind, das auf dramatischen Umwegen ein neues Zuhause findet. Der Film wurde ein großer kommerzieller Erfolg, und fortan war der junge Publikumsliebling Christine Kaufmann eine feste Größe im populären Nachkriegskino: Auf "Wenn die Alpenrosen blüh'n" (1955) folgten Reinls "Ein Herz schlägt für Erika" (1956), das Melodram "Die Stimme der Sehnsucht" (1956) und die Heinz-Erhardt-Komödie "Witwer mit 5 Töchtern" (1957).

1958 spielte Christine Kaufmann neben den Hauptdarstellerinnen Romy Schneider und Lilli Palmer in Géza von Radvanyis Neuverfilmung von "Mädchen in Uniform"; 1959 war sie an der Seite von Peter Kraus in der Musikkomödie "Alle lieben Peter" zu sehen. Mittlerweile auch im Ausland bekannt, wirkte Christine Kaufmann ab Ende der 1950er Jahre vermehrt in internationalen Co-Produktionen mit. Nach Hauptrollen im aufwändig produzierten Historienfilm "Die letzten Tage von Pompeji" (1959) und dem Adelsdrama "Ein Thron für Christine" (1960) war sie neben Kirk Douglas einer der Stars in "Stadt ohne Mitleid" (1961). Für ihre Darstellung wurde sie 1961 mit einem Golden Globe als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Es folgten weitere prominente Rollen, u.a. in der Literaturverfilmung "Via Mala" (1961) und Robert Siodmaks Mauer-Thriller "Tunnel 28" (1962).

1963 gehörte Christine Kaufmann zur Starbesetzung des US-amerikanischen Historienfilms "Taras Bulba". Bei den Dreharbeiten lernte sie Tony Curtis kennen, den sie im selben Jahr heiratete. Nach der Hochzeit zog sich die vielbeschäftigte junge Schauspielerin aus dem Filmgeschäft zurück, und aus der Ehe mit dem Hollywood-Star gingen die gemeinsamen Töchter Alexandra Theodora (geb. 1964) und Allegra (geb. 1966) hervor.

1968 trennte sich das Paar, woraufhin Christine Kaufmann nach Europa und auf die Leinwand zurückkehrte. In ihrer zweiten Karrierephase wurde sie zu einer begehrten Darstellerin in den Werken des Neuen Deutschen Films. Regisseur Werner Schroeter inszenierte Kaufmann als ätherische Schönheit in "Der Tod der Maria Malibran" (1972) und "Willow Springs" (1973), unter der Regie von Hartmut Bitomsky trat sie in "Auf Biegen oder Brechen" (1975) auf, und Rainer Werner Fassbinder besetzte sie in seinen Melodramen "Lili Marleen" (1980) und "Lola" (1981).

Ebenfalls in den 1970er Jahren gab Christine Kaufmann, die nunmehr auch in Fernsehproduktionen mitwirkte, ihr Bühnendebüt am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo sie u.a. in Inszenierungen von Werner Schroeter auftrat. Mitte der 1980er Jahre gehörte sie dort auch zum Ensemble von Intendant Peter Zadek.

Eine ihrer denkwürdigsten, weil bewusst gegen ihr bisheriges Image gestalteten Rollen spielte Christine Kaufmann als zahnspangentragendes Mauerblümchen in Helmut Dietls legendärer TV-Serie "Monaco Franze" (1982). Auf der Kinoleinwand hatte sie in den 1980ern u.a. Auftritte in Percy Adlons Komödie "Out of Rosenheim" (1987) und Peter Fleischmanns Science-Fiction-Film "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" (1987-1989).

Neben ihrer Schauspieltätigkeit trat Christine Kaufmann ab den 1980er Jahren auch als Autorin in Erscheinung, die neben literarischen Texten auch mehrere Schönheits- und Liebesratgeber veröffentlichte. Zudem entwickelte sie eine eigene Reihe von Wellness- und Beautyprodukten, für die sie ab Ende der 1990er Jahre auch als Werbeträgerin auftrat.

Christine Kaufmann starb in der Nacht vom 27. auf den 28. März 2017 im Alter von 72 Jahren in München an Leukämie.

Filmografie

2012 Stille
Darsteller
 
2010/2011 Fahr zur Hölle
Darsteller
 
2008 Heimat - Deine Filme
Mitwirkung
 
2005 Filmlegenden. Deutsch
Mitwirkung
 
2002 Club der Träume: Marmaris
Darsteller
 
2002 Haider lebt. - 1. April 2021
Darsteller
 
2000 Blutiger Ernst
Darsteller
 
1999 Snoopers
Darsteller
 
1998 Die Schläfer
Darsteller
 
1998 Super Nachbarn - Krieg im Doppelhaus
Darsteller
 
1998 Das Tier
Darsteller
 
1998 Höllische Nachbarn
Darsteller
 
1997/1998 Caipiranha
Darsteller
 
1995/1996 Ein Toter zu wenig
Darsteller
 
1995/1996 Ein flotter Dreier
Darsteller
 
1995 Weihnachten mit Willy Wuff - Eine Mama für Lieschen
Darsteller
 
1994/1995 Die Knickerbockerbande - Das sprechende Grab
Darsteller
 
1994 Birkenhof & Lerchenau
Darsteller
 
1993 Missione d'Amore
Darsteller
 
1992 Das Double
Darsteller
 
1988/1989 Der Geschichtenerzähler
Darsteller
 
1988 Gesundmacher
Darsteller
 
1987-1989 Es ist nicht leicht ein Gott zu sein
Darsteller
 
1987-1989 Russisches Abenteuer. Peter Fleischmann dreht "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein"
Darsteller
 
1987 Farbe bekennen
Darsteller
 
1987 Out of Rosenheim
Darsteller
 
1984 Laufen, leiden, länger leben
Darsteller
 
1983 Pankow '95
Darsteller
 
1983 Die Schaukel
Darsteller
 
1983 Monaco Franze - Der ewige Stenz
Darsteller
 
1982/1983 Die wilden Fünfziger
Darsteller
 
1982/1983 Ziemlich weit weg
Darsteller
 
1982 Die Ausgesperrten
Darsteller
 
1981/1982 Inflation im Paradies
Darsteller
 
1981/1982 Inflation im Paradies
Darsteller
 
1981 Tag der Idioten
Darsteller, Kostüme
 
1981 Michael Heltau: Begegnungen
Darsteller
 
1981 Lola
Darsteller
 
1980 Lili Marleen
Darsteller
 
1979/1980 Egon Schiele - Exzesse
Darsteller
 
1979 Der Graf von Monte Christo
Darsteller
 
1978/1979 Der Durchdreher
Darsteller
 
1978/1979 Schatten eines Tages
Darsteller
 
1978-1980 Der ganz normale Wahnsinn
Darsteller
 
1978 Orgie des Todes
Darsteller
 
1977/1978 Die Ängste des Dr. Schenk
Darsteller
 
1977/1978 Das Männerquartett
Darsteller
 
1976 Hals in der Schlinge
Darsteller
 
1975/1976 Ab morgen sind wir reich und ehrlich
Darsteller
 
1975/1976 Goldflocken
Darsteller
 
1975 Hundert Mark. Sieben Geschichten um eine runde Summe.
Darsteller
 
1975 Lockruf des Goldes
Darsteller
 
1975 Auf Biegen oder Brechen
Darsteller
 
1973/1974 Zum Abschied Chrysanthemen
Darsteller
 
1973 Chaplins Hut
Darsteller
 
1973 Welt am Draht
Darsteller
 
1972/1973 Immobilien
Darsteller
 
1972/1973 Willow Springs
Darsteller
 
1971/1972 Der Tod der Maria Malibran
Darsteller
 
1971/1972 Traum eines Wahnsinnigen
Darsteller
 
1970/1971 Gestrickte Spuren
Darsteller
 
1969/1970 Wie ein Blitz
Darsteller
 
1969/1970 Das Bastardzeichen
Darsteller
 
1969 Liebesvögel
Darsteller
 
1962 90 Minuten nach Mitternacht
Darsteller
 
1962 Tunnel 28
Darsteller
 
1961 Via Mala
Darsteller
 
1961 Toller Hecht auf krummer Tour
Darsteller
 
1960/1961 Stadt ohne Mitleid
Darsteller
 
1960 Ein Thron für Christine
Darsteller
 
1960 Der letzte Fußgänger
Darsteller
 
1959 Die letzten Tage von Pompeji
Darsteller
 
1959 Alle lieben Peter
Darsteller
 
1958 Der veruntreute Himmel
Darsteller
 
1958 Sag ja, Mutti!
Darsteller
 
1958 Mädchen in Uniform
Darsteller
 
1957 Die Winzerin von Langenlois
Darsteller
 
1957 Witwer mit 5 Töchtern
Darsteller
 
1956 Die Stimme der Sehnsucht
Darsteller
 
1955/1956 Ein Herz schlägt für Erika
Darsteller
 
1955 Wenn die Alpenrosen blüh'n
Darsteller
 
1954 Rosen-Resli
Darsteller, Gesang
 
1954 Der schweigende Engel
Darsteller
 
1953 Der Klosterjäger
Darsteller
 
1953 Salto mortale
Darsteller
 
1952/1953 Staatsanwältin Corda
Darsteller
 
1952 Im weissen Rössl
Darsteller
 

Übersicht

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28.03.2017 | 10:57 Uhr

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