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Alle Fotos (2)Biografie
Judith Angerbauer, Jahrgang 1977, arbeitete ab 1997 als Regie-, Kostüm- und Ausstattungsassistentin an verschiedenen Theatern. Daneben schrieb sie Kurzfilmdrehbücher und verfasste gemeinsam mit Matthias Glasner das Drehbuch zu dem Fernsehspiel "Mathilde liebt" (2005) über die späte Liebe einer verwitweten Seniorin. In Zusammenarbeit mit Glasner und Jürgen Vogel schrieb sie anschließend das Drehbuch zu dem kontrovers diskutierten, mehrfach preisgekrönten Vergewaltiger-Drama "Der freie Wille" (2006). Ebenfalls 2006 gründete Angerbauer gemeinsam mit Caroline Kirberg und Michael Kotschi die Berliner Produktionsfirma juccafilm.
Weitere Drehbücher schrieb sie für die "Tatort"-Folgen "Das letzte Rennen" (2006, Regie: Edward Berger), "Der frühe Abschied" (2008, Regie: Lars Kraume) und "Architektur eines Todes" (2009, Regie: Titus Selge) sowie für Imogen Kimmels Komödie "Mein Bruder, sein Erbe und ich" (2011, TV) und Christiane Balthasars Krimi "Die Kronzeugin – Mord in den Bergen" (2013).
Nachdem sie im Lauf der Jahre bereits mehrere Kurzfilme gedreht hatte, inszenierte Angerbauer 2011/2012 in Co-Regie mit Bernhard Landen ihren ersten Langfilm: Das Psychodrama "Sonnwende" erzählt von einer Teenagerin, die bei einem Verkehrsunfall ein schweres Trauma davonträgt. Der Film wurde beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2013 uraufgeführt und kam im Dezember desselben Jahres in die Kinos.
Gemeinsam mit Lars Kraume (auch Regie) schrieb Angerbauer die Drehbücher zur Serie "Die neue Zeit", die 2019 bei Canneseries Weltpremiere hatte, gefolgt von der Deutschlandpremiere beim Filmfest München, und im Herbst 2019 bei ZDF und arte ausgestrahlt wurde. Hauptdarsteller sind unter anderen Anna Maria Mühe und August Diehl.
Auch in den nächsten Jahren zeichnete Angerbauer bei sehr unterschiedlichen Projekten als Autorin oder Co-Autorin verantwortlich: sie schrieb jeweils eine Episode für die dritte und vierte Staffel der Weltkriegsserie "Das Boot" (2022/23), verfasste das Drehbuch zu dem Psychodrama "Maret" (LU/De/FR 2023), über eine Frau, die nach einem massiven Gedächtnisverlust ins Leben zurückfindet, und zu der Episode "Ukraine" aus der Anthologie-Serie "Uncivilized" (2024). Für das Drehbuch zu der Horror-Miniserie "Was wir fürchten" wurde sie 2024 für den Grimme-Preis nominiert (zusammen mit Daniel Rübesam und Torsten Lenkeit).
Beim Münchner Filmfest 2024 stellte Angerbauer – zwölf Jahre nach ihrem Film "Sonnwende" – ihre vierte Regiearbeit vor, das in Griechenland spielende Familien- und Beziehungsdrama "Sabbatical". Der reguläre Kinostart erfolgte im Februar 2026.