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Alle Fotos (2)Biografie
Birgit Missal studierte Kostümdesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg sowie Modedesign an der Hamburger Modeakademie JAK. Medien und Gestaltung prägten sie schon früh: Ihr Großvater und ihr Onkel arbeiteten als Tontechniker beim NDR, und durch das Antiquitätengeschäft ihrer Mutter auf Sylt kam sie bereits als Kind mit historischen Textilien und unterschiedlichen Epochen der Alltagskultur in Berührung. Eine eigene kleine Textiliensammlung entstand früh, und ein einjähriges Praktikum beim NDR bestärkte sie schließlich in dem Entschluss, Kostümbild zu studieren.
Ihre erste praktische Filmerfahrung sammelte sie als Garderobiere bei Hark Bohms Gerichtsdrama "Der Fall Bachmeier" (1983), das den viel beachteten Fall einer Frau aufgriff, die 1981 im Lübecker Landgericht den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter erschoss. Ab Ende der 1980er Jahre wandte sie sich konsequent dem Kostümbild zu. Mit Hark Bohm verband sie von da an eine prägende Zusammenarbeit, sie entwarf unter anderem für seine Filme "Yasemin" (1988), "Herzlich willkommen" (1990) und "Für immer und immer" (1997) die Kostüme.
Parallel etablierte sie sich in Kino und Fernsehen mit weiteren Arbeiten, darunter Detlev Bucks Komödie "Karniggels" (1991), die das ländliche Norddeutschland mit Bucks typischem lakonischem Humor porträtiert. Für Bohms TV Zweiteiler "Vera Brühne" (2001), der den bekannten Justizfall der 1960er Jahre dramatisierte und von Corinna Harfouch in der Hauptrolle getragen wurde, erhielt Missal eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis. Nach ihrer Arbeit an Tomy Wigands Kino Adaption von Kästners Kinderbuch-Klassiker "Das fliegende Klassenzimmer" (2002) folgten dann mehrere Jahre im TV Bereich, vor allem als Kostümbildnerin der ZDF Reihe "Inga Lindström", die durch ihre romantischen, in Schweden angesiedelten Handlungen geprägt ist.
Eine weitere Arbeit für das Kino war 2008 dann Uli Edels Drama "Der Baader Meinhof Komplex", der die Geschichte der RAF anhand zentraler Ereignisse der 1970er Jahre nachzeichnete und unter anderem mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek prominent besetzt ist. Der Film wurde auch international beachtet und war unter anderem für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert. Missal erhielt 2009 für ihre Arbeit eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis. Die Zusammenarbeit mit Edel setzte sie 2010 beim Kinofilm "Zeiten ändern Dich" fort, der von der Autobiografie des Rappers Bushido inspiriert war. Zuvor noch zeichnete sie 2009 für die Kostüme des TV Mehrteilers "Krupp – Eine deutsche Familie" verantwortlich, der die Geschichte des Industriellenclans über mehrere Generationen erzählte.
In den 2010er Jahren verlagerte sich ihr Schwerpunkt auf kontinuierliche Serienarbeit. So verantwortete Missal ab 2012 über viele Jahre hinweg als Head of Costume das Kostümbild der ARD Daily Soap "Rote Rosen" und prägte deren visuelle Kontinuität bis 2023 entscheidend mit.
Für das Kino arbeitete Missal danach erst 2024 wieder bei Fatih Akins historischem Spielfilm "Amrum" nach der Romanvorlage von Hark Bohm, der an dessen Jugendjahre angelehnt ist und noch in Zusammenarbeit mit Bohm entstand, der 2025 starb. Missal war das Drehbuch und dessen Entwicklung nach eigener Aussage immer präsent, und es lag ihr am Herzen, das Projekt zu begleiten. Für das Kostümbild des 1945 im Mikrokosmos der nordfriesischen Insel spielenden Films erhielt sie 2026 ihre zweite Nominierung für den Deutschen Filmpreis.