Der Krieger und die Kaiserin

Deutschland 1999/2000 Spielfilm

Inhalt

Der Ex-Soldat Bodo ist Ende 20 und auf der Suche nach einem Job. Die romantische Sissi ist Mitte 20 und arbeitet als Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt. Als Sissi durch sein Verschulden von einem Lastwagen angefahren und schwer verletzt wird, rettet Bodo ihr das Leben – und verschwindet. Nach langer Suche gelingt es Sissi schließlich, ihren "Retter" ausfindig zu machen. Doch Bodo, der dabei ist, einen Banküberfall zu planen, weist sie zurück. Am Tag des Überfalls begegnen die beiden sich wieder: Sissi lässt in der Bank gerade das Schließfach einer Freundin öffnen, während Bodo und sein Bruder im Keller des Gebäudes ihren "Coup" durchziehen.

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Heinz17herne
Heinz17herne
Franka Potente ist Sissi, die Kaiserin, die aber eigentlich Simone Schmidt heißt und als Krankenschwester in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie Birkenhof arbeitet. Benno Führmann ist der Krieger: Eigentlich heißt er Bodo Riemer und hat nach seiner Bundeswehr-Zeit und dem tragischen Tod seiner Frau den Halt verloren. Joachim Król spielt Walter Riemer, den großen Bruder des traumatisierten Bodo. Zwischen den Brüdern herrscht ein sehr empfindliches Gleichgewicht. Er weiß, dass etwas passieren muss, damit Bodo wieder glücklich werden kann.

Am besten weit weg, in Australien. Und da er als Wachmann in der Wuppertaler Sparkasse nicht genug Geld verdient, beschließt er kurzerhand, die „eigene“ Bank auszurauben. Doch dann kommt alles ganz anders. Weil Sissi von einem Tanklastzug überfahren wird und ihr der zufällig vorbeikommende Bodo in einer dramatischen Szene das Leben rettet. Und weil Sissi sich anschließend auf die Suche nach ihrem Retter begibt...

„Der Krieger und die Kaiserin“ erzählt von zwei Menschen, die sich erst gegenseitig retten müssen, bevor sie sich endlich lieben können. Der Film ist einerseits ein Thriller – und andererseits die merkwürdige Liebesgeschichte eines Nicht-Liebespaares mit einem außergewöhnlichen Happy End, das so märchenhaft happy endet, dass man den Schluss am besten für sich behält.

Für mich einer der besten deutschen Filme des Jahres 2000: Wie schon in Tom Tykwers „Winterschläfer“ zieht „Der Krieger und die Kaiserin“ den Zuschauer ganz in seinen Bann. Und Joachim Król erstaunt einmal mehr dadurch, dass er immer wieder neue Facetten seiner artifiziellen Darstellungskunst offenbart. Dabei verliefen die Dreharbeiten für den gebürtigen Herner mit Wahlheimat Köln hindernisreich: Ein Bänderriss legte ihn lahm und er musste sich einer Behandlung wie ein Fußballprofi unterziehen, ja geradezu trainiert werden.

„Am ersten Drehtag, auf dem Dach der Sparkasse, konnte ich mich noch kaum rühren. Jeden Tag nach Drehschluss wurde ich dann massiert, therapiert und angeleitet. Auf diese Weise gings. Ich sollte ja auch diese kleine Taekwondo-Demonstration machen, und es gefiel mir, dass jemand mal so was von mir wollte“, sagte Joachim Król im X-Verleih-Presseheft, der sonst eher als stiller, zurückhaltender Schauspieler gilt – nach dem Mann im Schrank in „Der bewegte Mann“, dem scheuen Literaten in „Rossini“, dem verschrobenen Eisenbahn-Fahrplan-Experten in „Zugvögel“ und dem großherzigen Budapester Restaurantbesitzer in „Gloomy Sunday“. Dass der Herner auch ganz anders kann, konnte er inzwischen u.a. in Mennan Yapos Thriller „Lautlos“ eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Warum „Der Krieger und die Kaiserin“, nach der Berlinale-Aufführung am 8. Februar 2001 gabs die Lola in Silber als „Bester Spielfilm“ und den Preis in Gold der Gilde-Filmkunstkinos, nach der Uraufführung am 2. September 2000 beim Filmfestival Venedig und dem Kinostart am 12. Oktober 2000 nicht so erfolgreich war, bleibt unverständlich, erschließt sich jedoch aus dem weltweiten Mega-Erfolg seines Vorgängers „Lola rennt“ und den daraus resultierenden Publikumserwartungen. Doch gerade diese nicht erfüllt zu haben, gebührt Regisseur Tom Tykwer ein Sonderlob: Es gab damals wohl keinen zweiten deutschen Regisseur, der das Wagnis einging, dem Publikum über das reine Unterhaltungskino hinaus eine eigenständige, immer wieder neue Ästhetik zu offerieren. Free-TV-Premiere war am 31. März 2005 in der ARD.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie

Drehbuch

Kamera-Assistenz

Material-Assistenz

2. Kamera

Steadicam

Kunstmaler

Plastiken

Außenrequisite

Innenrequisite

Kostüme

Negativ-Schnitt

Ton-Design

Mischung

Stunt-Koordination

Executive Producer

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Koordination

Geschäftsführung

Erstverleih

Dreharbeiten

    • 21.07.1999 - 04.10.1999: Nordrhein-Westfalen, Wuppertal, Großbritannien
Länge:
3701 m, 135 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby Digital
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 24.08.2000, 85646, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 12.10.2000

Titel

  • Originaltitel (DE) Der Krieger und die Kaiserin

Fassungen

Original

Länge:
3701 m, 135 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby Digital
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 24.08.2000, 85646, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 12.10.2000

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 2001
  • Lola in Silber, Bester Spielfilm