Romy

Deutschland 2009 TV-Spielfilm

Inhalt

Fernsehfilm über das Leben von Romy Schneider, das ebenso von Triumphen wie von Konflikten und Schicksalsschlägen gekennzeichnet war. Als Kind vielbeschäftigter Schauspieler wächst sie bei ihren Großeltern auf und verbringt nur wenig Zeit mit ihren Eltern. Früh spielt sie selbst erste Rollen und überzeugt durch ihr Talent und ihre natürliche Art. Nachdem sie mit "Sissi" zum Star geworden ist, kämpft sie gegen das Prinzessinnenimage an, wodurch es zu Konflikten mit ihrer Mutter kommt. Romy zieht nach Frankreich und schafft es dort, sich als Schauspielerin mit ernsten Rollen zu etablieren, doch gescheiterte Beziehungen mit Alain Delon und Harry Meyen sowie Alkohol- und Tablettenkonsum setzen ihr immer mehr zu. Wenige Monate nach dem tragischen Unfalltod ihres Sohnes David stirbt Romy Schneider im Mai 1982 in Paris.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Blumenwiese inmitten einer alpinen Postkarten-Landschaft. Ein junges Mädchen tollt unbeschwert auf ihr herum. Schnitt. Eine immer noch junge, aber sicherlich längst nicht nur körperlich verletzte Frau liegt in einem Klinikbett, krümmt sich vor Schmerzen. Schon in der Eingangsszene zu seinem biographischen Spielfilm „Romy“, übrigens der ersten Verfilmung des Lebens und Leidens der „Sissi“-Ikone Romy Schneider, macht Regisseur Torsten C. Fischer die Extreme eines Menschen deutlich, der bis zuletzt vergeblich um seine eigene Identität kämpfte, kämpfen musste.

Gegen die Familie, vor allem gegen die dominante und beruflich erfolgreiche Mutter Magda Schneider (viel zu lieb: Maresa Hörbiger kann den Drachen nicht herauskehren) und ihres zweiten Gatten Hans Herbert Blatzheim, aber auch gegen den schwachen und vielleicht deshalb über alles geliebten Vater Wolf Albach-Retty (Burgtheater-Star Karlheinz Hackl überzeugt in einer markanten Episodenrolle).

Gegen die Promiskuität ihres ersten Mannes und Schauspieler-Kollegen Alain Delon, gegen die Seelenkrankheit ihres vor allem an sich selbst leidenden Gatten Harry Meyen (herausragend verletzlich: Thomas Kretschmann), gegen die Katastrophe des Unfalltodes ihres Sohnes David, gegen die Zumutungen konservativer deutscher Filmemacher, Politiker und Schauspielerkollegen, nicht zuletzt gegen die Nachstellungen übelwollender Boulevardjournalisten und handgreiflicher Paparazzi.

„Steck deine Kindheit in die Tasche und renne davon, denn das ist alles, was du hast“: Als die 14-jährige Romy im katholischen Internat Schloss Goldenstein von ihrem Vater einen Zettel mit diesen Worten erhält, kann sie mit dem Inhalt nichts anfangen. Doch sie wird ihn hüten wie einen Schatz – bis zum bitteren Ende. Eine eigentliche Kindheit war Romy nicht vergönnt. Von den beruflich stark geforderten Eltern abgeschoben, verbrachte sie die Ferien bei den Großeltern in der Nähe von Berchtesgaden – abgeholt vom Fahrer in der Staatskarosse mit dem Stern. Weshalb die 16-jährige Romy sogleich einverstanden ist, an der Seite ihrer Mutter den ersten Film zu drehen: „Wenn der weiße Flieder wieder blüht.“

Nur wenig später beginnt mit der Darstellung der Kaiserin Elisabeth von Österreich eine über den deutschsprachigen Raum hinaus beispiellose Leinwand-Karriere, die aus der Tochter des bekannten und seit geraumer Zeit getrennten Schauspieler-Paars Magda und Wolf Albach-Retty auch ohne eine einzige Ausbildungsstunde einen Weltstar macht: Romy „Sissi“ Schneider...

Benedikt Röskau und Torsten C. Fischer erzählen Romy Schneiders Leben in Rückblenden, aber nicht gänzlich vom schrecklichen Ende aus. So bleibt bis zum Schluss die Spannung gewahrt, und zwar auf den Film, nicht auf die Biographie der Titelheldin. Welche beim Publikum als bekannt vorausgesetzt werden kann bis hin zu einzelnen, hier in Schwarz-Weiß nachgestellten Szenen und Bildern, die sich festgebrannt haben in der (Film-) Geschichte und im Bewusstsein der Zuschauer.

Der Frauenheld Alain Delon, die harte Theater-Schule Luchino Viscontis, die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Wiener Kaffeehaus-Geplauder mit beiden getrennt lebenden Elternteilen, die wiederholt fatale Entscheidung für den falschen Mann als Begründer und Beschützer der so sehnlichst erhofften, weil in der eigenen Kindheit vermissten familiären Geborgenheit, die Abwehr gnadenloser Paparazzi, die beide Trauerfeiern, die für ihren Vater wie die für ihren Sohn, zur grausamen Farce werden lassen, die Hilflosigkeit gegenüber der Journaille, die sich in der Klinik bestochener Krankenschwestern bedient, um an Bilder des toten David oder der an der Niere operierten Romy zu kommen – Jessica Schwarz, man kann es nicht anders ausdrücken, arbeitet sich an der Figur Romy Schneider ab.

Aber mit einer selbstverständlichen Souveränität, die unerwartet kommt – und umso mehr beglückt. Sie hat keine Chance, neue Facetten beizusteuern, also versucht sie es erst gar nicht. Jessica Schwarz spielt Romy Schneider – aber bleibt dabei ganz Jessica Schwarz. Gut so! Uraufführung der TV-Produktion war am 27. Oktober 2009 im Delphi Filmpalast Berlin.

Pitt Herrmann

Credits

Drehbuch

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Drehbuch

Kamera

Kameraführung

Kamera-Assistenz

2. Kamera

Kamera-Überwachung

Optische Spezialeffekte

Innenrequisite

Bühne

Kostüme

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Synchron-Ton-Schnitt

Ton-Assistenz

Beratung

Casting

Darsteller

in Zusammenarbeit mit

Line Producer

Producer

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Geschäftsführung

Dreharbeiten

    • 03.09.2008 - 10.11.2008: Berlin, NRW, Bayern, Österreich, Frankreich
Länge:
90 min
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 11.11.2009, ARD

Titel

  • Originaltitel (DE) Romy

Fassungen

Original

Länge:
90 min
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 11.11.2009, ARD

Auszeichnungen

Hessischer Filmpreis 2010
  • Beste Darstellerin