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Locarno: Wettbewerbe und Piazza Grande mit deutscher Beteiligung

Ein Spielfilm mit sehr aktuellem politischen Thema im Wettbewerb, melancholische Heiterkeit von einer Locarno-Rückkehrerin auf der Piazza Grande sowie schon mehrfach ausgezeichnetes Nachwuchskino in der Filmmakers of the Present Competition – der deutsche Film ist gut aufgestellt beim 71. Locarno Festival (1. – 11. August 2018).

 

Insgesamt sind 16 deutsche Filme und Koproduktionen dort programmiert. Dies wurde in der heutigen Pressekonferenz bekanntgegeben.

Jan Bonny geht mit seinem zweiten Langfilm "Wintermärchen" (Heimatfilm) ins Rennen um den Goldenen Leoparden im internationalen Wettbewerb Concorso Internazionale. Er erzählt die Geschichte von Becky, Tommi und Maik, einer dreiköpfigen rechten Terrorzelle, die im Untergrund lebt und von landesweiter Aufmerksamkeit träumt. Verstrickt in eine komplexe Beziehung aus Liebe, Hass und Freundschaft führt ihr Weg der Zerstörung zu einer Reihe von Gewaltverbrechen. Ihre angeblichen Werte wie Ehre, Stolz und Loyalität fallen ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit zum Opfer... "Gegenüber", das Debüt-Feature von Jan Bonny, hatte seine Weltpremiere in der Quinzaine des Réalisateures in Cannes.  

Regisseurin Sandra Nettelbeck war schon mit "Bella Martha" und "Mr. Morgan's Last Love" auf der Piazza Grande in Locarno zu Gast. In diesem Jahr feiert ihr Film "Was uns nicht umbringt" (Sommerhaus Filmproduktion,  cine plus Filmproduktion, Ruhrsound) Weltpremiere im beeindruckenden Freilichtkino mit 8.000 Sitzplätzen. "Was uns nicht umbringt" erzählt mit melancholischer Heiterkeit von Sinnkrisen und Herzensangelegenheiten in der Mitte des Lebens, betrachtet mit Humor und Feingefühl die Höhen und Tiefen, die uns retten und heimsuchen, wenn wir merken, dass die zweite Lebenshälfte schon begonnen hat. Als gefragter Psychotherapeut und geschiedener Vater zweier jugendlicher Töchter, mit einer hartnäckigen Ex-Frau, die zugleich seine beste Freundin ist, einem schwermütigen Hund und seinen eigentümlichen Patienten braucht Max wahrlich keine neue Herausforderung. Aber wenn Sophie, die spielsüchtige Geräuschemacherin mit dem geschiedenen Freund und Vater, der sie schmählich behandelt und vom dem sie dennoch nicht lassen kann, stets zu spät zu ihrem Termin erscheint, gerät Max' vertraute Welt ins Wanken.

Wenn man die Dinge nicht zum Problem macht, hat man auch keins. Mit dieser Haltung begegnet Janne in "Alles ist gut" (TRIMAFILM, Starhaus Filmproduktion, HFF München), der in die Wettbewerbssektion "Filmmakers of the Present" eingeladen ist, auch dem Umstand, dass der Schwager ihres neuen Chefs gegen ihren Willen mit ihr geschlafen hat. Sie verheimlicht den Vorfall und lässt alles erstmal seinen gewohnten Gang gehen. Doch ihr Schweigen hat Folgen, nicht nur für die Liebe zu ihrem Freund Piet. Eva Trobischs Erstlingsfilm wurde beim gerade zu Ende gegangenen Filmfest München zweimal mit dem wichtigen Nachwuchspreis Förderpreis Neues Deutsches Kino – einmal für die Beste Regie, einmal für die Beste Hauptdarstellerin – und mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

Auch in der "Filmmakers of the Present" Sektion, welche sich neuen Regie-Talenten widmet, läuft Nicole Vögeles Abschlussfilm von der Filmakademie Baden-Württemberg "Closing Time" (CH/DE).

Im Internationalen Kurzfilmwettbewerb ist "Tourneur" von Yalda Afsah progammiert.

In der Sektion Histoire(s) du cinéma gibt es eine Hommage an Regisseur Wolf-Eckart Bühler mit zwei seiner Werke aus den 1980er Jahren.

Alle deutschen Filme und Koproduktionen in Locarno 2018 finden Sie hier.

Quelle: www.german-films.de