Die Preise des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen

Gestern ist in Ludwigshafen das 14. Festival des deutschen Films zu Ende gegangen. Bereits am Samstag wurde der "Tatort" des Hessischen Rundfunks "Murot und das Murmeltier" von Dietrich Brüggemann mit dem Hauptpreis des Festivals, dem Filmkunstpreis 2018 ausgezeichnet.

 

Die Jury - bestehend aus Dr. Jutta Brückner, Esther Zimmering und Christiane von Wahlert - hat zudem an "Styx" von Regisseur Wolfgang Fischer und "Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?" von Regisseurin Kerstin Polte "lobende Erwähnungen" vergeben. Der Medienkulturpreis, Juror ist der renommierte Filmkritiker Wolfram Schütte, ging an "Frankfurt, Dezember 17" von Regisseurin Petra K. Wagner/ Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Liane Jessen und die Redakteurin Lilli Kobbe. Der Publikumspreis "Rheingold" ging an Regisseur Hans Weingartner für seinen aktuellen Film "303" (Zorro Filmverleih).

Der Publikumspreis "Rheingold" wird als Ludwigshafener Publikumspreis verliehen. Der Preis ist gleichwertig und in gleicher Höhe dotiert wie der Filmkunstpreis des Festivals. In diesem Wettbewerb laufen alle neuen Filme des Programms. Der Preis ist nicht teilbar. Der Preis ist mit 20.000 € dotiert – 5.000 an die Regie, 5.000 € an die Produktion und 10.000 € an den Kinofilmverleih des Preisträgers.

Der Medienkulturpreis geht an einen Fernsehfilm, der eine cineastisch besonders gelungene "Kino-Qualität" hat. Den Preis erhält die verantwortliche Redaktion der Fernsehanstalt, er ist undotiert. Der Medienkulturpeis 2018 geht an die Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Liane Jessen und die Redakteurin Lilli Kobbe für den Fernsehfilm "Frankfurt, Dezember 17" von Regisseurin Petra W. Wagner.

Begründung der Jury: "Der Fernsehfilm ist auf vielfache Weise außergewöhnlich. Er besitzt die herausragende ästhetische Qualität eines klassischen Kinofilms. Visuell eindringlich, erzählt er von Einsamkeit und Kälte in unserer Gesellschaft. Zugleich aber auch vom Mut Einzelner, der allgemeinen menschlichen Verrohung zu widerstehen oder sich ihr zu entziehen. Gelegentlich durchbricht der Film das atmosphärisch dichte fiktionale Netz und die Hauptfiguren richten sich fragend an uns, die ihnen bei ihrem Lebenskampf zuschauen. Der Drehbuchautorin und Regisseurin ist mit drei Handlungssträngen, die synchron erzählt werden, ein facettenreiches Kaleidoskop in den Hochhauswelten des modernen Frankfurt am Main gelungen. Dabei steht die prekäre Situation von Obdachlosen im Mittelpunkt.
Außergewöhnlich an diesem Film 'Freitag, Dezember 17' von Petra W. Wagner ist aber nicht nur der Film selbst, sondern ebenso, dass er überhaupt zustande kam. Das ist das Verdienst der Fernsehspielredaktion des Hessischen Rundfunks und dort der Redakteurin Lilli Kobbe unter der Leitung Liane Jessens. Sie und ihre Fernsehredaktion war so souverän, abweichend von den allzu gewöhnlichen Gewohnheiten der Fernsehproduktionen, mit Entschiedenheit und Mut für die künstlerische Freiheit der Autorenfilmerin und ihres außerordentlichen Fernsehfilms im Hauptprogramm gesorgt zu haben."

Bereits zuvor vergeben wurden der Preis für Schauspielkunst an Iris Berben und der Regiepreis Ludwigshafen an Hans Weingartner.

Quelle: www.festival-des-deutschen-films.de