Inhalt
Als Sohn eines Piloten ist der 15 Jahre alte Tim schon in der ganzen Welt herumgekommen – die Kehrseite des Berufs seines Vaters besteht jedoch darin, dass Tim schon sehr oft umziehen musste. Nun ist es wieder einmal soweit, Tim muss Berlin verlassen, um bei seiner Oma auf einer kleinen Nordseeinsel zu leben. Dort legt der rebellische Teenager sich sofort mit Lars an, dem Anführer einer Surfer-Clique. Der Grund: Tim hat sich schützend vor Eric gestellt, der das "Lieblingsopfer" der Wellenreiter-Bande ist. So gewinnt er zwar einen neuen Freund, aber zugleich auch eine ganze Reihe neuer Feinde. Als Tim sich dann auch noch in Lars′ Freundin Vic verliebt, spitzt sich die Situation zu.
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Und findet sich, kaum von Nordseeluft umweht, schon in der zerborstenen Schaufensterscheibe eines Inselgeschäftes wieder. Weil er sich in einen handfesten Streit eingelassen hat mit Lars. Dessen millionenschwerer Vater ist als Immobilienhai heimlicher Herrscher des Eilands, und sein verwöhnter Knabe Anführer einer tumben Surfer-Clique, die, wenn sie nicht an der Strandbar abhängt, Gleichaltrige aufs Korn nimmt - und aus Spaß verprügelt.
Aktuelles Opfer, dem Tim beigesprungen ist, kaum dass er den Inselboden betreten hat, ist der pummelige Eric. Ein naiver „Spanner“, der sich jedoch völlig zu Unrecht Null-Chancen bei den Mädchen ausrechnet und deshalb von einem Fettnäpfchen ins andere stolpert. Aber mit dem coolen Tim an seiner Seite, der nicht bereit ist, jeden Unsinn mitzumachen, auch wenn er in der Clique als Loser oder gar Feigling gilt, fasst Eric sogar Mut, sein schier unerreichbar scheinendes Objekt langjähriger Begierde, die attraktive Rettungsschwimmerin Julia (Kinodebut der zweifachen Kunstturn-Landesmeisterin Sandra Trepte in Baywatch-Manier) anzusprechen...
Tim sucht sich derweil einen Job, um die Schaufensterscheibe bezahlen zu können, und findet ihn auf einem Reiterhof. Wo er Vic (Kinodebut der 19-jährigen Berlinerin Sonja Gerhardt) kennenlernt, die er sogleich mit Blicken - und später auch noch musikalisch beim Karaoke-Wettbewerb in der Strandbar anschmachtet. Doch die attraktive Blondine „gehört“ zum Millionärssprössling Lars, worüber besonders ihre Mutter glücklich ist: Die Inselschulleiterin beobachtet die Berliner Pflanze Tim mit Argwohn, da sie sich für Vic mit Lars eine gute Partie erhofft. Vics Vater dagegen, einst ein Architekt mit großen Plänen, hat mit einem Freizeitbad-Projekt Pleite gemacht. Und sieht im potentiellen Schwiegervater seiner Tochter den Drahtzieher hinter dem von den Banken veranlassten Baustopp...
Der „Wilde Kerl“ Jimi Blue Ochsenknecht (16) hat sich emanzipiert, ist erwachsen geworden mit dieser Geschichte eines Sommers, die auch eine Geschichte der ersten großen Liebe ist - und die von Tim und Vic. Die beiden Drehbuchautoren Peer Klehmet und Sebastian Wehlings haben nach „Kleinruppin forever“ (2004) mit „Sommer“ ihre zweite gemeinsame Arbeit vorgelegt, und die kann sich wirklich sehen lassen: eine Teenager-Romanze in der Tradition von „Dirty Dancing“ und „La Boum - die Fete“, die sich freilich nicht mit einem Vorgeschmack auf Urlaub, Sonne und Strand begnügt.
Nachdem Vic das Angebot von Lars, die erste gemeinsame Nacht in der Honeymoon-Suite des Insel-Nobelhotels zu verleben, in allerletzter Minute abgelehnt hat, um sich neben Tim auf ein Autowrack an den Strand zu setzen, schlägt die geschlossene Insel-Gesellschaft zurück. Tim verliert seinen Job auf dem Reiterhof, Vic wird von allen Freundinnen geschnitten - und mit dem mütterlichen Verbot belegt, Tim außerhalb des Schulunterrichts zu treffen. Schließlich soll Tim sich doch noch einem - zumal bei aufkommendem Sturm - so schwachsinnigen wie lebensgefährlichen Schwimm-Wettbewerb mit der Sportskanone Lars zu stellen...
Die Autoren haben auch in den Nebenhandlungen einiges hineingepackt, das ihren „Sommer“ aus den anderen Genrefilmen zumal aus deutscher (TV-Ko-) Produktion heraushebt. So die durchaus konfliktträchtige Liaison zwischen Tims Oma und dem Inselpolizisten Günther oder die vor allem ökonomisch grundierten Probleme in der Ehe von Vics Eltern. „Sommer“ ist unter dem Strich vor allem ein großes Vergnügen für alle Jimi Blue-Fans. Was viele der Branche dem bisherigen Werbefilmer Mike Marzuk nach dessen Low-Budget-Leinwanddebut „Weißt, was geil wär …?!“ nun wirklich nicht zugetraut haben.
Pitt Herrmann