Schwarzwaldmädel

BR Deutschland 1950 Spielfilm

Inhalt

Der erste deutsche Farbfilm nach 1945 wurde zu dem Klassiker der Heimatfilmwelle der 1950er Jahre: Er erzählt, wie sich der Maler Hans Hauser auf einem Ball in das Schwarzwaldmädel Bärbele Riederle verliebt und dieser in ihr Heimatdorf St. Christoph folgt. Beide sind, das ist bald klar, füreinander bestimmt. Doch bevor sich Hans und Bärbele endgültig in die Arme schließen können, wollen Prüfungen überstanden sein, die z.B. in Form von Konkurrenten um des Schwarzwaldmädels Gunst auf die beiden warten. Auch der Revuestar Malwine Heinau gehört zu den Problemen, die dem Glück des Paares im Wege stehen.

 

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Falk Schwarz
Liebeserklärung auf der Schiffsschaukel
Einen Cent demjenigen, der die Handlung dieses Filmes präzise nacherzählen kann. Bobby E. Lüthge, sonst ein gewiefter Handwerker der Drehbuchkunst, leistet sich ein verwirrendes Sammelsurium von Szenen, Personen und Geschichten. Schon die rosa Röckchen der Eistänzerinnen als establishing shot deuten an, wo wir sind: im Seichten. Ernst Waldow haspelt sich als Juwelier Bußmann durch Situationen, die zum Himmel schreien. Er wird begossen, er wird mit Mehl bestäubt, bevor er dann im Dunkeln doch die Falsche küsst. Lucie Englisch, die Ulrich schon seit 1931 in seinen Filmen beschäftigte, darf die dümmliche Wirtstochter spielen. Fritz Kampers (er starb drei Monate nach den Dreharbeiten) sorgt für lautstarke, aber herzliche Stabilität, während sein Gegenspieler Paul Hörbiger eher für den unehrlichen Alt-Herren-Charme zuständig ist. Unklar auch, ob der arme 2,14-Mann Kurt Zehe lustig oder gruselig sein soll, wenn er um die kleine Lucie balzt. Walter Müller und Gretl Schörg sind als Buffopaar ein Lichtblick - ihre Liebeserklärung auf der Schiffsschaukel ist nicht nur witzig, sondern auch gut fotografiert und tadellos geschnitten. So blüht nicht nur ihre Liebe, sondern auch der Schwarzwald. Die Tannen wiegen sich im Wind, die Wiesen sind bunt, die Herzen bereit. War da nicht noch jemand? Ach ja - „ZiePrack“. Er beim Dreh 45, sie 24, noch mit den leichten Pausbäckchen einer spät erblühenden Frau. Sie brauchen einen dreiminütigen (Film-) Umzug, um endgültig zueinander zu finden. Sie in Tracht mit rotem Hut, er im grau beigen Maßanzug, verdrießlich schauend. So geht es auch dem Zuschauer von heute, der um Fassung ringt - diesen Film wollen damals 16 Millionen Menschen gesehen haben? Sicher, der blühende Schwarzwald war die Gegenwelt zum Trümmerfeld, in dem die meisten lebten. Aber hätte man nicht einen durchkomponierten Film hinlegen können? Regisseur Hans Deppe liess wie üblich alle machen. Einer aber schlug sich feixend auf die Schenkel: der Produzent. Kurt Ulrich hielt nur noch die Hände auf wie einst das Kind beim Sterntaler, ließ den Kinokassensegen herunterpurzeln - und kaufte sich einen Cadillac.

Credits

Regie

Drehbuch

Kamera

Musik

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Kamera

Kameraführung

Farbberatung

Standfotos

Choreografie

Beratung

Musik

Musik-Bearbeitung

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 01.05.1950 - 03.06.1950: Schwarzwald, St. Peter, Baden-Baden, Garmisch-Patenkirchen
Länge:
2846 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.08.1950, 01641, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 07.09.1950, Stuttgart, Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Schwarzwaldmädel

Fassungen

Original

Länge:
2846 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 14.08.1950, 01641, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 07.09.1950, Stuttgart, Palast

Auszeichnungen

Bambi 1951
  • geschäftlich erfolgreichster Film