Pension Schöller

BR Deutschland 1960 Spielfilm

Inhalt

Alfred, der sich von seinem Onkel und Gutsbesitzer Klapproth sein Medizinstudium finanzieren lässt, hat in Wahrheit rein gar nichts mit Medizin am Hut. Stattdessen widmet er sich lieber zusammen mit seinem Freund Ernst der Musik und hofft, mit einer Finanzspritze des Onkels, die er angeblich einer Nervenheilanstalt spenden will, ein Lokal eröffnen zu können.

Der spendable, aber dennoch misstrauische Onkel will selbst sehen, in welches Irrenhaus sein Geld gelangt. Damit seine Lüge nicht auffliegt, führt Alfred den Onkel in die Pension Schöller. Und tatsächlich: Die durchaus eigensinnigen Gäste der Pension führen sich so merkwürdig auf, dass der Onkel sie für Verrückte hält.

Eine Adaption der gleichnamigen Komödie von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs aus dem Jahr 1890.

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
"Du bist so bnass, Nuise"
So einfach ist das - man nimmt einen Buchstaben, z. B. ein „l“ und ersetzt es durch „n“ und schon wird Weltliteratur zur Lachnummer. Aus Othello wird „Othenno“, aus „Schinners“ Don Carlos „Don Carnos“: „So annein, Madame, und keine Dame zur Begneitung?“ Wer spricht so? Es ist Eugen Rümpel (Boy Gobert), der mit diesem Sprechfehler kämpft, aber trotzdem zum Theater will. Und da er selber diese „kneine“ Unregelmäßigkeit nicht so schwer nimmt, liegen die Zuschauer vor Lachen auf dem Boden. Wilhelm Jacoby, der Vater von Regisseur Georg Jacoby, hat sich die Geschichte der Pension Schöller ausgedacht (1890 uraufgeführt), die der Sohn dann drei Mal verfilmte. Die Pension wird zum Irrenhaus erklärt. Und da der reiche Onkel „Knapproth“ („ich heiße Klapproth“) sich die Irrenanstalt erst einmal ansehen will, bevor er Geld herausrückt, werden einfach die Gäste als Irre deklariert. Der Onkel glaubt es. Großartig Rudolf Vogel in der Rolle des Gutsbesitzers, der so gekonnt hinter‘s Licht geführt wird. Er bindet der exzentrischen Josefine Krüger (Ursula Herking) mit seiner angeblichen Lebensgeschichte einen Bären auf („Ja, wohin flohte ich denn?“). Sie aber glaubt den Blödsinn, obwohl sie immer wieder behauptet, „sie blicke tiefer“. Prächtig albern die Szene, in der Theo Lingen dem verdutzten Onkel erklärt, wie seine „Vögel“ Eier legen und Kurukuruh machen. Mit solchen Mißverstädnissen jongliert der Film - der Onkel glaubt, der Schöller redet von seinen (irren) Patientinnen, der Schöller aber meint nur seine exotischen Vögel. Zum Schluss dreht sich die ganze Handlung: der Onkel ist angesteckt vom Irrsein, wird von den „Patienten“ heimgesucht und sperrt sie ein. Erst dann geht ihm ein Licht auf. Wir aber sind Zeugen einer überraschenden Verdrehung: was uns zuerst ganz normal erscheint, ist plötzlich nicht mehr normal und umgekehrt. Ein Spiel mit Wirklichkeiten und wie leicht wir uns täuschen lassen. Gekonnt, witzig, einfa“nn“sreich!

Credits

Regie

Schnitt

Musik

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Standfotos

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Ton

Musik-Tonaufnahme

Musik

Darsteller

Produktionsfirma

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Sekretariat

Länge:
2529 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 20.06.1960, 22618, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.07.1960, Frankfurt am Main, Turm-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Pension Schöller

Fassungen

Original

Länge:
2529 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 20.06.1960, 22618, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 15.07.1960, Frankfurt am Main, Turm-Palast