Paradies der Matrosen

BR Deutschland 1959 Spielfilm

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Falk Schwarz
Tralala auf dem Oberdeck
Wenn der Kinobesucher an Bord eines Schiffes geht, empfiehlt es sich, genau hinzusehen, wer da alles mitkommt. Manchmal genügen drei an Bord („Das Messer im Wasser“) und es wird spannend, manchmal ein Dutzend Charakterköpfe („Epilog“), aber hier entern nur ein paar weiß-gekleidete Schauspielerchen das Schiff: Mara Lane, gespreizt anziehend, Wolfgang Wahl, jovial, Boy Gobert, der Kasper vom Dienst, Peter Weck, blass und blasser, Karin Heske (?), Irene Borinski (?), Bum Krüger, zuverlässig, und Margit Saad, immer ein bisschen zu dünn. Ein Bord-Companero erzwingt besondere Aufmerksamkeit: Peter Nestler. Neu im Ulrich-Tross. Groß, schlank. Er steht herum, unbeteiligt, und wenn er mal ein Mädchen küssen soll, scheint er hilfesuchend zu Regisseur Harald Reinl aufzuschauen: wie mache ich das? Wie küsst man vor der Kamera? Schauspieler? Nie gehört. Tröstlich: Nestler gab seine „Karriere“ auf und wurde stattdessen ein gesuchter Dokumentarfilmer. Das hilft dem Film auch nicht weiter. Also alle sind an Bord, prügeln, raufen, küssen, intrigieren und dann stellt sich heraus, dass es gar keine Vergnügungsfahrt ist, sondern eine Schatzsuche. Ein altes Schiff, auf der Insel gestrandet, beladen mit Goldmünzen, gilt es zu finden. Die Insel ist unübersichtlich. Schlangen züngeln gefährlich. Wilde Tiere versperren den Weg. Ausserdem verschwindet plötzlich das Mutterschiff aus Sichtweite. Die Vier sind gestrandet. Nichts haben sie dabei. Es geht ihnen wie Robinson Crusoe. Doch - plötzlich hören sie Radio. Wie kommt ein Radio auf die Insel? Richtig, die Autoren Braun und Weiss haben es herbeigeschaft, kraft ihrer Wassersuppe, die man auch Drehbuch nennt. Nun sind alle froh. Wobei doch das Opus ganz hübsch anfing mit dem Karneval in Rio und dem Hin und Her zwischen den Straßenszenen und den Kneipenszenen im Atelier in Berlin. „Aber schließlich“ - dürfte der Produzent Kurt Ulrich im stillen Kämmerlein räsonnierend gedacht haben - „das kommt dabei heraus, wenn man knickrig einen ganzen Film nur mit Nebendarstellern besetzt“. Hätte er wissen müssen: Kino kostet Knete!

Credits

Regie

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Standfotos

Bau-Ausführung

Kostüme

Schnitt-Assistenz

Liedtexte

Darsteller

Produzent

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Dreharbeiten

    • From Februar 1959: Karneval in Rio de Janeiro
    • Atelier Berlin-Tempelhof
Länge:
2780 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 23.11.1959, 21151, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.11.1959, Düsseldorf, Rex

Titel

  • Originaltitel (DE) Paradies der Matrosen

Fassungen

Original

Länge:
2780 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 23.11.1959, 21151, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.11.1959, Düsseldorf, Rex