Lange Beine - lange Finger

BR Deutschland 1965/1966 Spielfilm

Inhalt

Alfred Vohrer, Regisseur der Edgar Wallace Filme, schickt in dieser Komödie ein Vater-Tochter-Gespann auf Diebeszug.
Baron Holberg, der voller Stolz auf die lange Familientradition als Hoteldiebe zurückblickt, ist entsetzt, als sich seine Tochter Doris ausgerechnet in den Anwalt Robert Hammond verliebt und sich nicht, wie er es sich wünschen würde, für den Kunstdieb Sammy entscheidet. Unter dem Vorwand, sie würden von der Polizei verfolgt, lockt er seine Tochter von dem Anwalt weg, doch als er ihr die Täuschung gesteht, macht sich Doris umgehend auf den Weg zu Hammonds Landsitz bei London. Doch auch Hammonds Vater ist von der Verbindung nicht gerade angetan…

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
Unehrlich währt am längsten
Für die langen Finger ist hier Senta Berger zuständig, für die langen Beine - Martin Held? Nein - die Senta hat nicht nur die hübscheren Beine, sondern auch die flinkeren Diebesfinger, mit denen sie dem Herrn Baron-Papa (Martin Held), seriös, welterfahren, mit „ehrlich-elegantem“ Auftreten, ein „Herr“, hehlerisch ihre Collier-Diebstähle zukommen lässt. Doch die schöne Senta verliebt sich in den flotten Joachim Fuchsberger, versucht, dem Papa untreu zu werden, stiehlt ihm die Börse, nur um dann beim Zahlen statt Geld einen Zettel darin zu finden: „Wer wird denn ein ehrliches Leben mit einem Diebstahl beginnen?“ Und so triumphiert der Papa, das Diebespaar bleibt zusammen. Das Alles ist mit einem gehörigen Schuss Ironie gepfeffert (doppelte Ironie: das Drehbuch dieses „Opus“ wurde mit 200 000 DM staatlich alimentiert). Nun macht ein Martin Held alleine noch keinen sehenswerten Film, aber wenn er mitspielt, wird Schauspielerei zum Ereignis. Da muss dann die Story gar nicht einmal so einleuchtend sein (wann sind Komödien jemals nicht absurd?). In der Gerichtsverhandlung wird nicht unwitzig Unrecht zu Recht (oh bunte Filmwelt!) und die Diebin darf sich von „ehrbaren“ Gesetzeshütern freigesprochen fühlen. (Der Richter wird übrigens von Eduard Wandrey gespielt und keineswegs von Albert Bessler, wie auf der Besetzungsliste angegeben). „Solange man noch pfeifen kann, ist der Strick noch nicht zugezogen“, fasst der „Baron“ sein Leben zusammen und lacht dabei so selbstgefällig souverän und pfeift uns und sich eins - herrlich! So stricken sie denn alle daran, auf „ehrliche Weise unehrlich zu sein“. Der Brite James Robertson Justice sorgt dann für die Schlusspointe - aber warum man für eine Nebenrolle einen Briten brauchte, weiss nur Produzent Artur Brauner, und er sagt es uns nicht. Hatte er die Nase voll von den ewig gleichen deutschen Filmgesichtern? Neuer Aufbruch, neue Namen? Ob so die hausbeschuhten, flaschenbiertrinkenden Deutschen aus ihren Fernsehsesseln zu locken waren?

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

Standfotos

Kostüme

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 08.12.1965 - 22.02.1966: Berlin, Caesara (Israel); CCC-Studios Berlin-Spandau
Länge:
2528 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Eastmancolor, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 12.05.1966, 35686, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.08.1966, Berlin, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DD): 24.12.1986, DFF 2;
TV-Erstsendung (DE): 18.04.1989, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Lange Beine - lange Finger

Fassungen

Original

Länge:
2528 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Eastmancolor, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 12.05.1966, 35686, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.08.1966, Berlin, Gloria-Palast;
TV-Erstsendung (DD): 24.12.1986, DFF 2;
TV-Erstsendung (DE): 18.04.1989, ZDF

Auszeichnungen

FBW 1966
  • Prädikat: Wertvoll
Bundesministerium des Innern 1964
  • Drehbuchprämie