Der Jugendrichter

BR Deutschland 1959/1960 Spielfilm

Inhalt

Jugendrichter Dr. Ferdinand Bluhme setzt bei seinen Urteilssprüchen nicht auf Härte und vermeintliche Abschreckung, sondern auf Einfühlungsvermögen und Verständnis. Als er zur Überraschung der Anwesenden eines Tages die etwas naive Inge Schumann, die ihrem kriminellen Freund Kurt bei einem Erpressungsversuch half, zu harten acht Monaten Jugendarrest verurteilt, verfolgt er damit lediglich das Ziel, sie aus dem Einflussbereich ihres Freundes zu ziehen. Inge droht daraufhin, sich umzubringen, weshalb Bluhme die Strafe zur Bewährung aussetzt.

Um das Mädchen dennoch aus ihrem Milieu zu befreien, bringt Bluhme sie in der Pension Winkler unter, wo er auch selbst wohnt. Die attraktive Inge weckt bei den männlichen Mitbewohnern reges Interesse, doch die junge Frau hat sich ein wenig in Dr. Bluhme verliebt, was ihr hilft, sich von Kurt zu lösen. Der jedoch nutzt Inges Gefühle aus und versucht, den Richter zu erpressen.

 

Kommentare

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Falk Schwarz
Was für ein liebenswerter Jugendrichter!
Das Problem mit den Heinz-Rühmann-Filmen ist ihre Eindimensionalität. Rühmann ist immer der Brave, der Gute, der Einfühlsame, wir sind immer auf der richtigen Seite, wenn wir mit ihm sympathisieren. Ein negativer Held ist Rühmann nicht, kann es nicht sein. Das macht seine Filme übersichtlich und langweilig. Rühmann spielt mal wieder den eingetrockneten, spießigen Junggesellen, der an seinen eigenen Gefühlen vorbei lebt. Als Jugendrichter ist er mal weich und empathisch, fällt er einmal ein hartes Urteil, hat es pädagogische Bedeutung. So auch hier. Inge Schumann (Karin Baal) will er aus den Fängen ihres kriminellen Liebhabers holen. 8 Monate ohne Bewährung für eine Erpressung. Sie versucht, sich das Leben zu nehmen. Rühmann überredet sie, es nicht zu tun. Er setzt die Haft aus, verschafft ihr eine Stellung bei seiner Pensionswirtin (viele lebten damals in großzügig angelegten Pensionen, die oft von verarmten Kriegerwitwen geführt wurden). Diese Pensionista Frau Winkler (Lola Müthel) ist eine attraktive Person. Schwarz gekleidet, stolziert sie auf hohen Absätzen elegant durch ihre Zimmerfluchten. Sie kann so wunderbar pikiert sein. Sie würde den Rühmann gerne für sich haben, traut sich aber nicht so recht. Als nun diese Inge auftaucht, ist sie zwiegespalten: sie will wohl dem Richter helfen, aber gleichzeitig ist sie eifersüchtig auf die junge Frau. So entwickelt sich die Geschichte, bis schließlich Inges böse Freunde sich stellen, der Richter für Inge eine andere Stellung finden kann und die Hoffnung bleibt, dass Inge resozialisiert wird. Das ist nicht schlecht erzählt, auch nicht schlecht gespielt (vor allem von Lola Müthel und Hans Nielsen als Gerichtspräsident), aber es bleibt dieser Haken: die schlichte Moral, dass Gut sich gegen Böse durchsetzt, und der nette Herr Rühmann alle Wogen glätten kann, ist dann doch unter dem Strich arg wenig.

Credits

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Standfotos

Licht

Kostüme

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Darsteller

Produzent

Geschäftsführung

Produktions-Sekretariat

Dreharbeiten

    • November 1959 - Dezember 1959: Berlin; Ufa-Atelier Berlin-Tempelhof
Länge:
2581 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.02.1960, 21644, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 11.02.1960, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 26.12.1967, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Der Jugendrichter

Fassungen

Original

Länge:
2581 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.02.1960, 21644, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 11.02.1960, Hannover, Weltspiele;
TV-Erstsendung (DE): 26.12.1967, ZDF

Prüffassung

Länge:
90 min
Format:
DVD, 4:3
Bild/Ton:
s/w, Dolby Digital
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 08.06.2004, v883, ab 12 Jahre

Aufführung:

Veröffentlichung (DE): 14.11.2005, DVD

Auszeichnungen

Preis der deutschen Filmkritik 1961
  • Beste Nachwuchsdarstellerin
Bundesministerium des Innern 1961
  • Spielfilmprämie
Bambi 1960
  • Beste Nachwuchsleistung
FBW 1960
  • Prädikat: Besonders wertvoll