Buddenbrooks (Teil II)

BR Deutschland 1959 Spielfilm

Inhalt

Mit großem Staraufgebot realisierte Verfilmung des epischen Romans von Thomas Mann. Erzählt wird die bewegte Geschichte der traditionsreichen Lübecker Unternehmerfamilie Buddenbrook. Der Vater drängt seine Tochter dazu, sich wider Willen mit einem einflussreichen Geschäftsmann zu vermählen. Sohn Christian, ein Lebemann, der im Ausland Disziplin und Geschäftssinn lernen sollte, arbeitet zwar in der elterlichen Firma – jedoch ohne großen Ehrgeiz. Der älteste Sohn Thomas hingegen scheint die Tradition im Sinne des alten Patriarchen fortzuführen: Er heiratet standesgemäß und seine Frau bringt schon bald einen Erben zur Welt. Nach dem Tod des Vaters übernimmt Thomas die Firmengeschäfte. Er überwirft sich jedoch mit Christian, der daraufhin in Hamburg ein eigenes Geschäft gründet. Der Niedergang der Familie scheint gleichwohl unaufhaltsam. Während Christian in einer Nervenklinik endet, stirbt Thomas′ Sohn, der letzte Stammhalter der Buddenbrooks, an Typhus. Auch Thomas stirbt auf dem Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn an einer zu spät erkannten Krankheit. Am Ende werden das familiäre Anwesen und die Firma der Buddenbrooks verkauft – an ihren größten Konkurrenten.

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
"Es ist so!"
Das Thema im zweiten Teil ist der Verfall, der Abstieg der Familie bis hin zum Verkauf des Elternhauses in Lübeck, der Firma und aller Liegenschaften. Gerda (Nadja Tiller) ist als Frau von Thomas in die Familie gekommen - sie bringt eine Musikalität in diesen Kaufmannsclan ein, den es vorher nicht gab. Doch Verfall ist bei Thomas Mann eben nicht nur das Ende einer großen Familie, sondern auch der Beginn einer neuen Generation: statt Kaufmannsdenken kommt Kultur in die Familie. Die Tiller spielt die Geige und die Kamera hält sie peinlich lange im Bild fest, sodass gut zu sehen ist, dass sie mit der linken Hand überhaupt keine Töne greift. Eine der wenigen Nachlässigkeiten des Regisseurs. Der kleine Hanno, der Sohn von Thomas, tut etwas, was als Symbol über diesem zweiten Teil stehen kann: er schlägt das Familienstammbuch auf, nimmt ein Lineal und zieht unter die Eintragung seiner Geburt einen großen Strich. Ja, eine Zeit ist zuende, eine neue beginnt. Zu den besten Momenten dieses Films gehört die erste Begegnung des schlichten Alois Permaneder (glänzend: Walter Sedlmayer) mit der Konsulin. Er ist aus München herbeigereist, um Tony zu freien. Er ist stolz auf diese Reise und sagt zur Konsulin: "Da bin i, da schaugn's, gäll?", woraufhin sie ihn nur fragend und irritiert pikiert anschaut und nicht weiss, wie sie diese Unterhaltung fortsetzen soll. Was meint der Mann? In ihrer Welt spricht niemand Dialekt... Der Druck auf Thomas (Hansjörg Felmy) verstärkt sich, weil die Geschäfte schlecht gehen, der Konkurrent Wagenström keine Fairness kennt und jeden Vorteil wahrnimmt. Währenddessen gibt seine Mutter Unsummen an einen Erbschleicher aus - ohne Thomas zu fragen. Als es daraufhin in der Familie zu einer Auseinandersetzung kommt, steht Gerda plötzlich im Türrahmen, hat alles mit angehört und sagt den verhängnisvollen Satz: "Ich gehöre ja doch nicht zu Euch". Sie scheitert am Hochmut der anderen. Als Thomas überraschend an einer Sepsis stirbt und der kleine Hanno an Typhus, ist das Schicksal der Familie besiegelt. Das Haus ist leer geräumt, ein letztes Mal trinken sie Tee, da erscheint der Wagenström, der Konkurrent, der das Haus gekauft hat und es nun mit seinen Leuten umbauen will: "Ich dachte, sie wären schon weg", sagt er. Da kann Tony nicht mehr an sich halten, alle Toten fallen ihr ein, sie heult. Die alte Sesemi tröstet: "Es gibt ein Wiedersehen". Darauf Tony: "Wenn es so wäre". Sesemi: "Es ist so!"

Credits

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • Travemünde, Lübeck; Real-Film-Studios Hamburg-Wandsbek
Länge:
2917 m, 107 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.11.1959, 21034, ab 12 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 01.12.1959, 21034 [3. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung: 20.11.1959 [Massenstart]

Titel

  • Originaltitel (DE) Buddenbrooks (Teil II)
  • Gesamttitel (DE) Buddenbrooks

Fassungen

Original

Länge:
2917 m, 107 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.11.1959, 21034, ab 12 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 01.12.1959, 21034 [3. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung: 20.11.1959 [Massenstart]