Start für das 41. DOK.fest München

Am Mittwoch feiert das 41. DOK.fest München im Deutschen Theater Eröffnung mit der Weltpremiere von "Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war". Die Regisseurin Regina Schilling wird ihren Film persönlich vorstellen, er konkurriert um den Hauptpreis VIKTORIA DOK.international. 

 

Vom 6. bis 18. Mai sind beim DOK.fest München 106 Filme aus 49 Ländern zu sehen. Vom 14. bis 17. Mai laufen außerdem acht Festivalfilme beim DOK.fest Augsburg, das zum zweiten Mal stattfindet. Rund achtzig Prozent der Festivalfilme sind vom 11. bis 25. Mai online, deutschlandweit und barrierefrei zu sehen unter www.dokfest-muenchen.de. Ein besonderes Screening findet in der JVA München statt: Hier präsentiert Regisseur Philipp Schaeffer seinen Film "Haus 4", in dem er junge Insassen einer Berliner Jugendstrafanstalt bei ihrem Alltag und bei Therapiesitzungen begleitet hat. Das Screening bietet einen Raum für Diskurs außerhalb der Kinosäle und fördert die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe.
Zwölf Filme konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis, die VIKTORIA DOK.international Main Competition. Filmschaffende mit Produktionen aus Deutschland, deren Werke in diesem Wettbewerb laufen, erhalten eine Referenzförderung der Filmförderungsanstalt (FFA) in Höhe von 50.000 Referenzpunkten. Preisstifter ist der Bayerische Rundfunk.

Das sind die zwölf Filme des Wettbewerbs VIKTORIA DOK.international Main Competition:

"A Fox Under a Pink Moon"
Regie: Mehrdad Oskouei, Soraya Akhalaghi / Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Iran, USA 2025 
Mit 16 beginnt Soraya, ihr Leben mit dem Handy festzuhalten. Als afghanische Jugendliche in Teheran lebt sie in prekären Verhältnissen, erlebt Gewalt und versucht immer wieder zu fliehen, in der Hoffnung, ihre Mutter im europäischen Exil wiederzusehen. In Zeichnungen, Skulpturen und erfundenen Alter Egos erschafft sich die angehende Künstlerin eine eigene Welt und behauptet sich unter widrigen Umständen.

"Mariinka"
Regie: Pieter-Jan De Pue / Belgien, Deutschland, Niederlande, Schweden 2026
In der ostukrainischen Stadt Mariinka begleitet der Film fünf junge Menschen durch den Krieg. Während sich Brüder an unterschiedlichen Fronten befinden, bewältigen zwei Freundinnen den Alltag als Schmugglerin und Sanitäterin.

"Vater, Sohn und der Preis des Widerstands"
Regie: Götz Schauder / Deutschland 2026
Der Vater arbeitete an seiner Schreibmaschine gegen die Diktatur in der DDR, sein Sohn griff aktiv ein. Zwei Formen des Widerstands und ein Abgrund des Schweigens. Götz Schauder baut mit Videobotschaften eine Brücke zwischen den beiden Männern. Es beginnt ein schmerzhaftes Ringen um Wahrheit und um ihre Beziehung. Der Film zeigt eindrücklich, wie tief sich Diktatur in die Seele der Menschen eingräbt.

"To Hold a Mountain"
Regie: Biljana Tutorov, Petar Glomazić / Frankreich, Montenegro, Serbien, Slowenien 2026
Im abgelegenen Hochland Montenegros lebt die Hirtin Gara mit ihrer Tochter Nada und ihren Herdentieren. Ihre geliebte Berglandschaft ist bedroht, denn die NATO will ein Übungsgelände errichten. Doch Gara kämpft – sowohl um den Berg als auch für Nada.

"Jardin d'enfants"
Regie: Jean-François Caissy / Kanada 2025 
Sie streiten, lachen, weinen oder spielen selbstversunken. In einer Kindertagesstätte in Montréal lernen Kinder, sich mit Freundschaft, Konflikt und Emotionen auseinanderzusetzen. In sanften, warmen Bildern nimmt Caissy die Zuschauer*innen mit in eine Welt, in der sich langsam die Grundlagen des sozialen Miteinanders entwickeln.

"A Song Without Home"
Regie: Rati Tsiteladze / Georgien 2026 
Für Adelina, eine trans Frau, gibt es keinen Platz in ihrem georgischen Dorf. In Wien beginnt sie ein neues Leben. Zwischen Angst, Traum und Selbstbehauptung formt sie ihr Ich und kämpft darum, Raum einzunehmen. Die Furcht vor dem Draußen bleibt – dennoch tanzt sie rauchend durch die nächtlichen Straßen.

"La pietà
Regie: Rafa Molés, Pepe Andreu / Island, Litauen, Spanien 2025
Ein Hof am Fuße des Vatnajökull auf Island. Lange bevor das Wort Klimawandel ein Schlagwort geworden ist, dokumentieren sieben Geschwister akribisch, wie sich der Gletscher verändert. In ihrem mittlerweile verlassenen Haus findet ihr Angehöriger Ragnar Axelsson ein Wunderkabinett: Die Geschwister haben überall Etiketten für die Nachwelt angebracht, ihre Gegenstände erzählen ihre Geschichte im Dienst des Gletschers.

"Nuisance Bear"
Regie: Jack Weisman, Gabriela Osio Vanden / Großbritannien, Kanada, USA 2025
Ein junger Eisbär ist auf seiner saisonalen Wanderung mit der Existenz des Menschen konfrontiert, da die Grenzen zwischen menschlichem und tierischem Lebensraum durch den Klimawandel immer mehr verschwimmen. Ein aufrüttelndes cineastisches Erlebnis.

"The Narrative"
Regie: Bernard Weber, Martin Schilt / Schweiz 2026 
Der ehemalige UBS-Trader Kweku Adoboli wird für den Verlust von 2,3 Milliarden Dollar verurteilt. Doch wen trifft wirklich die Schuld in diesem Fall? Der Film rekonstruiert den Prozess anhand originaler Protokolle und hinterfragt die dominierende Erzählung.

"When I Get Jailed"
Regie: Anastasiia Vedenskaia / Frankreich 2025
Nach dem Tod von Alexei Nawalny im Februar 2024 versammeln sich Tausende, um des russischen Oppositionsführers zu gedenken und ihrem Widerstand Ausdruck zu verleihen. Auch die junge Alyona trotzt dem brutalen Machtapparat der Regierung und nimmt damit ein großes Risiko auf sich. Doch wie weit kann sie gehen?

"Helene Weigel – Revolutionärin im Rampenlicht"
Regie: Maria Wischnewski / Deutschland, Österreich 2026 
Maria Wischnewski erzählt von der jüdischen Frau aus Wien, die Anfang der 1920er Jahre in Berlin mit explosivem Stil zum Theaterstar aufstieg und später Intendantin des Berliner Ensembles wurde. Der Film ist auch ein Porträt der künstlerisch-intellektuellen Symbiose zwischen Helene Weigel und Bertolt Brecht. Ihre Briefe werden von Birgit Minichmayr und August Diehl gelesen.

"Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war"
Regie: Regina Schilling / Deutschland, Österreich 2026
In einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Spielszenen, Archivschätzen, Interviews und Ingeborg Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Die vielfach preisgekrönte Schauspielerin Sandra Hüller verkörpert in dem hybriden Film Ingeborg Bachmann (1926 – 1973).

Quelle: www.dokfest-muenchen.de