20. SchulKinoWochen Hessen: Besucher*innen-Rekord im Jubiläumsjahr

Am vergangenen Freitag feierten die diesjährigen SchulKinoWochen Hessen ihren offiziellen Abschluss. Die 20. Ausgabe verzeichnet in ihrem Jubiläumsjahr einen Rekord von rund 100.000 Besucher*innen. 

 

Die ersten SchulKinoWochen in Hessen im Jahr 2007 verzeichneten noch rund 41.000 Anmeldungen. Seit der ersten Ausgabe steht das Kino im Mittelpunkt. Dieser Liebe für das Kino trug 2026 auch der Programmfokus Kinomagie Rechnung. Giuseppe Tornatores Kino-Klassiker "Cinema Paradiso" (IT/FR 1988) fand in der jugend-kultur-kirche sankt peter einen wunderbaren Wirkungsort, während die Hommage "Die Gebrüder Skladanowsky" (DE 1993-96. R: Wim Wenders, Studierende der HFF München) im Kino des DFF den Zauber der frühen Filmkunst auf die Leinwand brachte.

Highlights: Filmgespräche mit Gästen
"Welchen Ihrer Filme würden Sie uns am meisten empfehlen?", wurde Wim Wenders von einer Schülerin in Frankfurt gefragt. Der Filmemacher, der als einer der bedeutendsten Vertreter des aktuellen Weltkinos gilt, überlegte kurz: Wenn sie Science Fiction möge, "Bis ans Ende der Welt", und wenn ihr Kriminalgeschichten gefallen, "Der amerikanische Freund".

Gespräche auf Augenhöhe sind ein wichtiger Bestandteil der SchulKinoWochen. Dazu lädt das Projekt jedes Jahr Gäste aus unterschiedlichen Bereichen ein – Filmschaffende, Wissenschaftler*innen und Fachleute aus der Berufspraxis –, die mit den Schüler*innen im Anschluss an den Film diskutieren. Nach "Endlich unendlich" (DE/AT 2021), Stephan Bergmanns Dokumentarfilm über Transhumanismus, bewegten die Schüler*innen in Bad Soden große Fragen: Gehört der Tod nicht zum Leben dazu? Was nützt es, das Leben zu verlängern, wenn es weiterhin Kriege gibt, die viele Leben früher beenden? Auch für weniger existenzielle Fragen ließen die Gespräche Raum: So wollten die Schüler*innen in Darmstadt von Jonathan Köhn, dem jugendlichen Hauptdarsteller von "Ab morgen bin ich mutig" (DE 2025. R: Bernd Sahling), wissen, ob er – wie seine Filmfigur – gerade verliebt sei. 

Quietschvergnügt ging es bei den Vorstellungen des Kurzfilmprogramms Cinemini zu: Bei "Das durchgedrehte Rad" (IT 1908. R: Unbekannt), einem Slapstick-Kurzfilm über ein rollendes, einen Unfall nach dem anderen verursachendes Wagenrad, schrien die jungen Kinobesucher*innen vor Lachen. Ernst und nachdenklich wurde das Publikum in Wiesbaden im Gespräch mit Marcin Wierzchowski, der im Anschluss an seinen Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" (DE 2025) mit Schulklassen in Frankfurt, Bad Homburg und Gießen über den rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 sprach. Über Erinnerung und Verantwortung ging es auch im Dialog mit Norbert Lechner, der seinen Spielfilm "Das geheime Stockwerk" (DE/AT/LU 2025) vorstellte. "Das geheime Stockwerk" war bereits vor SchulKinoWochen-Start beim Augen auf-Kinotag zu sehen, der am 27. und 28. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus stattfand.

Zahlen & Fakten
Die diesjährige Ausgabe der SchulKinoWochen Hessen kann 100.023 Besucher*innen (Stand 23. März, 12 Uhr) in 74 Kinos verzeichnen: In 1092 Vorstellungen vom 9. bis 20. März plus Vor- und Nachspielzeit erlebten Schulklassen Filme auf großer Leinwand. 82 Filmgespräche und 13 filmbegleitende Workshops boten die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen.

Erneut waren mehr als die Hälfte der teilnehmenden Schulen Grundschulen. Entsprechend beliebt waren die Animationsfilme für junges Publikum "Tafiti – Ab durch die Wüste" (DE 2025. R: Nina Wels, 15390 Besucher*innen), "Der wilde Roboter" (US 2024. R: Chris Sanders, 6099 Besucher*innen) und "Fuchs und Hase retten den Wald" (NL/BE/LU 2022. R: Mascha Halberstad, 2356 Besucher*innen).

Der meistgebuchte Film war mit 21.401 Besucher*innen "Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde". Stark nachgefragt war auch der teilweise in Hessen gedrehte und hessisch geförderte Dokumentarfilm "Zirkuskind" (DE 2025. R: Julia Lemke, Anna Koch) und der Spielfilm "Sieger sein" (DE 2024. R: Soleen Yusef). 

Mit "À bout de souffle" / "Nouvelle Vague" (FR 1959/2025. R: Jean-Luc Godard / Richard Linklater) im französischen Originalton mit deutschen Untertiteln eröffnete eine außergewöhnliche Doppelvorstellung die SchulKinoWochen Hessen, die seit ihrer ersten Ausgabe großen Wert auf die Vermittlung von filmhistorisch und -ästhetisch bedeutsamen Werken legt.

Zu den besonderen Veranstaltungen in diesem Jahr zählte auch ein Workshop, in dem eine Grundschulklasse aus dem Filmkatalog des Projekts Cinemini Europe ein Kurzfilmprogramm zusammenstellte und anschließend im Kino präsentierte. Dieses von Kindern für Kinder kuratierte Cinemini-Programm wird voraussichtlich mit FILMmobil auf Tour gehen.

Vorstellungen des mobilen Kinos finden in dieser Woche in Freiensteinau, Schloßborn und Homberg (Efze) statt.

Quelle: www.schulkinowochen-hessen.de