Deutscher Filmpreis 2026: Ehrenpreis für Wim Wenders

Am 31. März werden die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis verkündet, doch bereits heute hat die Deutsche Filmakademie einen ersten Preisträger bekannt gegeben: Wim Wenders wird bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai in Berlin mit dem Ehrenpreis für seine herausragenden Verdienste um den Deutschen Film ausgezeichnet.

 

Florian Gallenberger, Präsident der Deutschen Filmakademie und Vorsitzender der Ehrenpreis-Jury, begründet die Wahl wie folgt: "Wim Wenders ist als Filmemacher absolut einzigartig und seit über fünf Jahrzehnten eine Ikone des Weltkinos. In dieser Zeit hat er deutsche Filme, europäische Filme und amerikanische Filme gemacht, und zuletzt sogar einen Japanischen. Er hat Spielfilme gemacht, genauso wie Dokumentarfilme, er hat die großartigsten Soundtracks aller Zeiten entstehen lassen, so gut wie jedes Festival gewonnen und mit den größten Stars vor und hinter der Kamera gearbeitet. Aber vor allem hat er Millionen von Menschen auf die wunderbarste Art und Weise bereichert, die es gibt, indem er uns immer wieder zeigt, dass es die wahren Geheimnisse des Lebens erst jenseits der Fassade der profanen Realität zu entdecken gilt. Er hat uns mit seinen Filmen einen Blick auf die Welt, auf die Menschen und auf die Kunst geschenkt, der seinesgleichen nicht hat und der ohne jeglichen Kitsch doch Hoffnung gibt, weil es ihm immer wieder gelingt, den unerklärlichen Zauber und die fragile Schönheit des Lebens für einen Moment einzufangen und so für seine Zuschauer erlebbar zu machen. Das gilt für seine Filme, für seine Fotografie, seine Bücher und irgendwie auch für ihn selbst als Mensch. Lieber Wim, wir danken Dir für Deine große Kunst und freuen uns von Herzen, Dich mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises auszuzeichnen."

Der 1945 in Düsseldorf geborene Regisseur, Drehbuchautor und Produzent wurde als prägende Stimme des Neuen Deutschen Films der 1970er Jahre international bekannt. Seine Spielfilme "Paris, Texas" (1984) und "Der Himmel über Berlin" (1987) gehören zum internationalen Kanon des Filmerbes, seine Dokumentarfilme "Pina", "Buena Vista Social Club" und "Das Salz der Erde" wurden weltweit gefeiert. Seine beiden jüngsten Filme erlebten 2023 zeitgleich beim Festival de Cannes ihre Welturaufführung: Der Dokumentarfilm "Anselm" über Anselm Kiefer sowie der japanische Spielfilm "Perfect Days", für den Hauptdarsteller Kōji Yakusho in Cannes mit dem Preis für den besten Schauspieler ausgezeichnet wurde. "Perfect Days" wurde zu Wenders' international erfolgreichstem Film und war 2024 für einen Oscar® in der Kategorie "International Feature Film" nominiert.

Wim Wenders gilt als einer der bedeutendsten, zeitgenössischen Vertreter des Weltkinos. Das Werk des in Berlin lebenden Filmemachers, Fotografen und Buchautors umfasst neben Spiel- und Dokumentarfilmen auch weltweit präsentierte Fotoausstellungen, sowie zahlreiche Bildbände, Filmbücher und Textsammlungen. 2012 gründeten Wim und Donata Wenders in Wenders' Geburtsstadt Düsseldorf die gemeinnützige Wim Wenders Stiftung, die das filmische, fotographische, literarische und graphische Lebenswerk des Künstlers zusammenführt und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich macht.

Die von Christian Friedel moderierte, feierliche 76. Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai wird am selben Abend in der ARD übertragen – um 19:00 Uhr als Livestream in der ARD Mediathek sowie um 22:20 Uhr im Ersten. Die Nominierungen in 17 Kategorien werden am 31. März im ARD Mittagsmagazin und auf Deutscher-Filmpreis.de bekanntgegeben. Detailliertere Informationen hierzu folgen in Kürze.

Die Wahl des Ehrenpreises erfolgt durch eine Jury, die der Vorstand aus Mitgliedern, Fördermitgliedern und dem Freundeskreis der Deutschen Filmakademie bestimmt. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Florian Gallenberger gehörten ihr dieses Jahr Pierre Sanoussi-Bliss (Mitglied/Schauspieler), Ingo Fliess (Mitglied/Produzent), Nina Haun (Mitglied/Casting Director), Julia von Heinz (Mitglied/Regisseurin), Mechthild Holter (Freundeskreis/Schauspielagentin), Timm Oberwelland (Fördermitglied/Mitglied/Produzent & Verleiher) und Andres Veiel (Mitglied/Regisseur) an.

Quelle: www.deutsche-filmakademie.de